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Editorialalt|mo|disch ...

... hat viele Lesarten. Negativ wie optimistisch. Im ersten Moment steigt einem förmlich der Staub in die Nase, Werkshallen, in denen bewährte Maschinen ihre Runden träge drehen, erscheinen vor meinem inneren Auge und versetzen mich in die Zeit des Praktikums zurück, das Voraussetzung fürs Studium damals war. Traditionsbewusstsein und Skepsis schlug mir damals entgegen. „Das haben wir schon immer so gemacht“ war nicht nur damals ein Totschlag-argument, sondern ist es auch heute für die zweite Sichtweise des Adjektivs: Altes wieder modisch erscheinen lassen. 

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Editorial: alt|mo|disch ...

Doch geht das überhaupt? Kann Altes wieder modern werden? Oder sollte man besser die staubbeschlagene Brille abnehmen und ersetzen, statt die Gläser zu putzen und doch alles beim Alten zu belassen?

Sicher wäre ein Im-Übermorgen-Leben zu viel des Guten. Aber man muss das, was morgen auf uns zukommen wird, im Blick haben und das Gestern und Heute auf diese Zukunft vorbereiten.

Zum Beispiel mithilfe der Digitalisierung. Denn wie unser Interviewpartner Michael Möller ab Seite 8 erklärt: Die digitale Arbeitswelt von morgen wird nur noch sehr wenig mit der Welt von heute gemein haben. Er prognostiziert, dass die Digitalisierung einen Wandel in der Unternehmenskultur erzwingt. Und damit ist er nicht allein. Erinnern Sie sich an das Kurzinterview im Rahmen unserer Titelgeschichte im August? Andreas Barth von Dassault Systèmes erklärte, inwiefern die Verantwortung sich mehr auf den Arbeitnehmer verschieben wird (nachzulesen auf SCOPE ONLINE)

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Was nach einer Mammut-Aufgabe klingt, ist für den produzierenden Mittelstand auch eine. Denn, wie der GBO-Datacomp-Geschäftsführer glaubt, steht der schnelle Wandel, den die Digitalisierung mit unserem Alltag vollzogen hat und weiter vollzieht, den meisten Mittelständlern noch bevor.

Dass man diesen Prozess nicht übers Knie brechen muss, erklärt uns nicht nur Möller, sondern zeigt auch das Beispiel Fujitsu, die am Standort Augsburg nach der papierlosen Fertigung nun unter anderem ein digitales Shopfloor-Datenmanagement und Cloud-Services einführen (siehe Seite 26–28). Begleitet man solch ein Projekt, wird deutlich, dass der Mitarbeiter über den Erfolg entscheidet. Durch seine Mitsprache lässt sich klären, was sich über das „schon immer so gemacht“ hinaus bewährt hat und auch zukünftig Sinn machen wird. Man sollte sich die Qualität des Altmodischen bewahren und sich gleichzeitig bewusst sein, dass Qualität mehr braucht, um gesehen zu werden.

Ein Weg für die Firmen, die Qualität offensiv sichtbar zu machen, ist der Service. Das stellte sich für mich auf der EMO in verschiedenen Gesprächen heraus. Er ist zwar kein Alleinstellungs-, aber ein wichtiges Herausstellungsmerkmal. Er muss schneller, besser und gleichzeitig fundierter sein. Eben weil wir es mittlerweile aus unserem schnelllebigen, modernen Alltag gewohnt sind.

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