Montagesysteme

Eine diffizile Sache

ist die Montage von Hydraulikventilen. Um dabei manuelle Fehler weitgehend auszuschließen, realisiert der Maschinenbauer Richter Anlagen mit größtmöglichem Automatisierungsgrad. Eine jüngst in Betrieb genommene Montagelinie, in der Hydraulikventile in acht Stationen montiert, beschriftet und geprüft werden, kommt denn auch mit einem einzigen Handarbeitsplatz aus. Den Großteil der Montagetätigkeiten sowie Kennzeichnung, Transport, Qualitätskontrolle und die Daten- und Auftragsverwaltung übernimmt die Anlage.

In der ersten Station werden Führungsstangen über einen Trommelförderer sowie Kolben per Greifer einem Rundtakttisch zugeführt. Eine Servopresse mit Kraft-Weg-Überwachung verpresst die Teile zu Ankern. Über ein Transportband gelangen sie dann zum Handarbeitsplatz, wo ein Werker sie mit Außenrohren, Gleitfolien und Klebescheiben komplettiert, und in die Werkstückträger des Transfersystems einsetzt. In der angeschlossenen Kombistation montiert ein Weg-überwachter Pneumatikzylinder die Hubbegrenzung und ein Kamerasystem kontrolliert den Sitz des O-Rings.

In der nachfolgenden Station setzt ein Doppelgreifer gleichzeitig ein Rohteil in die Servopresse, wo es anschließend 12-fach verstemmt wird, und ein Fertigteil in den Werkstückträger zum Transport in die nächste Anlageneinheit – der Hub- und Anlenkmaß-Messung. Von Greifersystem und Pneumatikzylinder positioniert, wird der Prüfling mit einer Servoachse mit externem Weg-Geber-System vermessen. Die anschließende O- und Stützringmontage wurde so gestaltet, dass sich zugleich drei verschiedene O-Ring/Stützring-Kombinationen ohne Umrüsten verarbeiten lassen. Danach gehen die Teile zur Beschriftung. Der hauseigene CNC-gesteuerte Nadelpräger PM micro beschriftet jedes Werkstück vertikal mit Materialnummer sowie Woche und Jahr der Herstellung (Rückverfolgbarkeit!). Eine Absaugeinrichtung verhindert, dass gelöste Zinkpartikel verschleppt werden. In der folgenden Teileentnahme setzt das Handlingsystem die Fertigteile in einen Teileapparat. Hier wird jedes Teil gespannt und fixiert; dann kontrolliert das Kamerasystem O-Ringe, Stützringe und 12-fach-Verstemmung. Am Ende heißt es Rot oder Gelb: Die IO-Teile landen in roten Behältern; für die NIO-Teile endet alles in einer gelben Kiste.
Zur Komplettlösung, für die Richter von der Projektierung bis zur Inbetriebnahme verantwortlich zeichnet, gehören auch die zentrale Steuerung, die Datenverwaltung über den Datenbankserver und die SAP-basierte Auftragsverwaltung im ERP-System. Vom Datenbanksystem kommen alle Parametrierdaten; alle Mess- und Prüfdaten werden hier abgelegt und gesichert, und fließen bei Bedarf in eine statistische Auswertung. Ein Bussystem sorgt für die Anbindung der Pneumatik. Über die Auftragsverwaltung werden einzelne Aufträge automatisch oder manuell aus dem ERP-System ausgelesen und per Knopfdruck gestartet. Über Such- und Sortierfunktionen findet die Software alle Vorgänge und meldet den jeweiligen Status. Auf Grund verschiedener eingegebener Informationen wie Kalender, Vorgaben von 3-Schicht-Modellen, Takt- und Rüstzeiten werden die Fertigstellungstermine ermittelt und an die ERP-Software gemeldet. Als Garant für die Qualität und Funktionalität seiner Anlagen sieht Richter seine überwiegend im Hause gefertigte Produkte, selbst entwickelte Steuer- und Software-Konzepte und das flexible Eingehen auf Kundenwünsche. ms

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