Lauf- und Konsolkrane

Materialfluss in drei Ebenen

Mit Neubauten für Produktion, Logistik und Verwaltung hat Anlagenbauer SMS Meer die Weichen für die Zukunft gestellt. Mit der Investition in eine neue Halle zur Fertigung großer, schwerer Komponenten reagiert das Unternehmen auf die gestiegene Nachfrage nach leistungsstärkeren Pressen. Für das Handling und den innerbetrieblichen Transport der bis zu 180 Tonnen schweren Bauteile lieferte Demag Cranes & Components fünf Lauf- und Konsolkrane.

Drei Arbeitsebenen: Lauf- und Konsolkrane sorgen für den Materialfluss in der Pressenfertigung (Bild: Demag Cranes & Components)

Die SMS Meer ist ein Unternehmensbereich der SMS Group, dem Weltmarktführer im Anlagen- und Maschinenbau für die industrielle Verarbeitung von Stahl, Aluminium und NE-Metallen. SMS Meer wurde 1872 als Maschinenfabrik von den Gebrüdern Meer in Mönchengladbach gegründet. Durch organisches Wachstum und Zukäufe weiterer Firmen in den Segmenten Rohr, Profil, Schmieden, NE-Metall und Wärmetechnik hat es sich zum Komplettanbieter im Bereich Metallumformung entwickelt. Neben Standorten in Deutschland hat es Niederlassungen in Österreich, Italien, Russland, Indien und China. Der Jahresumsatz beträgt rund 1,2 Milliarden Euro; derzeit beschäftigt es etwa 2.400 Mitarbeiter.

Zu den Anlagen von SMS Meer gehört auch eine vor kurzem installierte Strang- und Rohrpresse für Aluminiumprofile für einen Kunden in China. Mit einer Presskraft von 150 MN gilt sie derzeit als die stärkste Alu-Presse der Welt. Ihre Bauteile zählten zu den ersten, die in der neuen Schwerlasthalle des Unternehmens in Mönchengladbach bearbeitet und montiert wurden. Der Neubau schließt an bestehende Hallen an. 181 Meter lang und 24 Meter breit bietet er viel Platz für Bearbeitungszentren und Montageplätze. Das Logistikkonzept umfasst die Rohrteile-Zuführung, den Abtransport montierter Anlagenelemente mit Schwerlastfahrzeugen und den innerbetrieblichen Materialfluss mit Krantechnik. Im Rahmen des Logistikkonzepts wurden fünf Lauf- und Konsolkrane in drei Arbeitsebenen installiert.

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Auf einer Bahn in 14,15 Meter Höhe übernimmt ein Demag Prozesskran mit zwei Windwerkkatzen den Transport der Schwergewichte. Dazu versorgt er in erster Linie ein Portalfräszentrum im Westteil der Halle. Die beiden Multi Purpose Windwerke der Krananlage haben über 180 und 90 Tonnen Tragfähigkeit und arbeiten stufenlos mit lastabhängigen Geschwindigkeiten. Während der Haupthub Lasten bis 115 Tonnen mit bis zu 2,4 m/min hebt und senkt, sind es bis zu 3,7 m/min unter Volllast. Das zweite Hubwerk positioniert Lasten mit maximal 7,5 m/min (bis 50 Tonnen) und mit 4,5 m/min. Bei Kran- und Katzfahrten sorgen frequenzgeregelte Antriebe für komfortables Handling und präzises Positionieren.

Die beiden MPW-Windwerke des Prozesskranes arbeiten bei großen Bauteilen auch im Tandembetrieb. Die kompakte Bauform der Hubwerkskatzen ermöglicht dabei das Zusammenfahren mit einem Hakenabstand von 3,05 Meter. Darüber hinaus sind die Windwerke für das sichere, präzise Wenden der Werkstücke konzipiert. Wendevorgänge sind nötig für die beidseitige Bearbeitung der Rohteile.

Den Transport von weiteren Roh- und Montageteilen übernehmen zwei Standard-Laufkrane mit 20,32 Meter Spurmittenmaß, die in der zweiten Kranbahnebene (10,28 Meter Höhe) über die gesamte Hallenlänge verfahren. Kran Nummer 1 arbeitet im östlichen Bereich der Schwerlasthalle und ist ausgestattet mit einer Einschienenkatze EK-DR Pro mit 10 Tonnen Tragfähigkeit. Kranfahrten bis 60 m/min und Katzfahrten bis 30 m/min gewährleisten eine zügige Beschickung der Montageplätze. Die zweite Krananlage dieser Bahn, ausgeführt in Zweiträger-Bauweise, hat einen Haupthub für Lasten bis 32,5 Tonnen und ein 10 Tonnen-Hilfshubwerk. Um das Wenden von kleineren Bauteilen zu ermöglichen, war eine Raum sparende Installation der ohnehin kompakt gebauten Seilzüge erforderlich. Durch den Einbau der zwei Hubwerke auf einer Katze wurde ein Hakenabstand von 1.288 Millimeter erreicht, so dass alle Maschinenelemente mit der Demag Krantechnik für die beidseitige Bearbeitung vorbereitet werden können.

Um die Kollision von Krananlage und Fräsportal im laufenden Betrieb zu vermeiden, wurden Sicherheitseinrichtungen installiert. Abstandssensoren messen die Distanz zwischen Kranträger und Bearbeitungsschlitten. Ab einer Entfernung von sechs Metern wird die Krangeschwindigkeit automatisch reduziert und eine Warnmeldung erscheint auf der Bedientafel des Bearbeitungszentrums. Bei einem Abstand von drei Metern stoppt die Kranfahrt; bei zwei Metern Distanz erhält das bewegliche Portal einen Vorschub-Stopp der X-Achse.

Unter den Laufkranen verfahren in einer dritten Arbeitsebene zwei baugleiche Konsolkrane mit einer maximalen Hakenhöhe von 6,24 Meter und einer Ausladung von 7 Metern. Ausgestattet mit einem 5-Tonnen-Seilzug übernehmen sie auf einer 98 Meter langen Kranbahn den Materialtransport zu den Arbeitsplätzen. Zusätzlich werden sie für Positionieraufgaben an den Montagestationen eingesetzt. Die fünf installierten Krananlagen in der Schwerlasthalle werden über Funksysteme gesteuert.

Bereits in einer frühen Phase hat SMS Meer seinen Lieferanten für Krantechnik Demag Cranes & Components in die Planungen mit einbezogen. So konnten die Schnittstellen rechtzeitig definiert und bearbeitet werden. Das Ergebnis ist eine intralogistische Gesamtlösung auf dei Arbeitsebenen, die genau den Anforderungen des Betreibers entspricht. ms

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