Kalottenlager

Die Fußball-Hoffnungen Deutschlands

ruhen nicht auf dem Dach des Münchner WM-Stadions, sondern eher auf den Mannen auf dem Rasen. Aber immerhin: Das Dach, ein architektonisches High-light, trägt maßgeblich zur guten Stimmung im Stadion bei. 48 Kragträger, verbunden mit einem Ringfachwerk, stemmen eine Membrane mit Rautenmuster. Rund 9000 Tonnen wiegt die gesamte Konstruktion, die zudem noch sehr wind- und temperaturanfällig ist. Die gesamte Stahlkonstruktion stützt sich am oberen Rand der Tribüne auf insgesamt 96 Kalottengleitlager. Jedes Lager trägt zwischen 4000 und 5500 Kilonewton Auflast plus den Lasten aus Winddruck, Verformungen aus Temperatureinflüssen und bis zu 1,7 Prozent Verdrehungen im Stahlüberbau, die zwängungsfrei aufgenommen werden müssen. Von der Idee, Elastomerlager einzusetzen, kam man recht schnell ab, weil die Rückstellkräfte zu hoch waren.

Da die üblichen PTFE-Kalottenlager vergleichsweise teuer sind, wurde ein neuer Werkstoff eingesetzt. Aufgrund seiner deutlich höheren Leistung konnten die Lager erheblich kleiner dimensioniert werden – bei verlängerter Lebensdauer. Das senkte nicht nur die Kosten, sondern erfreute auch des Architekten Herz. Die Lager sind 550 Millimeter lang und bis zu 400 Millimeter breit bei maximal 45 Millimeter Bewegungslänge.

Es muss ja nicht immer ein Stadion sein. Eine Fülle anderer Anwendungen, vor allem im Anlagenbau, sind für den Einsatz von Kalottenlagern prädestiniert. Wenn bisher aus Kostengründen eine andere Lösung bevorzugt wurde, sollte man sich einmal wieder mit den neuesten Entwicklungen beschäftigen.dr

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