Filtertechnik, Lagertechnik

Damit der Nachschub rollt

Viele mittelständische Produktionsbetriebe haben ein „hausgemachtes“ Intralogistik-Problem: Die über viele Jahre gewachsenen Strukturen verhindern einen durchgängigen Materialfluss, weil die Abteilungen nach Bedarf Lagereinrichtungen und Lagerbehälter beschaffen, wie es gerade passt. Doch es geht auch anders, wie das Beispiel eines Filterherstellers zeigt.

Die Produktvielfalt an Filtermedien für vielfältige Einsatzbereiche in den unterschiedlichsten Branchen ist eines der Erfolgsrezepte des Sinsheimer Unternehmens Junker Filter. Mit den Filtern aus technischen Textilien zur Abscheidung von Feststoffen aus Gasen und Flüssigkeiten, beschäftigen sich heute über 80 Mitarbeiter. Neben den zahlreichen Standardartikeln spielt auch die Entwicklung und Produktion „nach Maß“ eine große Rolle.

Dies geht soweit, dass die selbst produzierten Filtermedien mit Zulieferteilen zu Filtersystemen komplettiert und dann Just-in-Time an die Auftraggeber ausgeliefert werden. Die Bandbreite der Verwendungsmöglichkeiten und Einsatzbereiche in den verschiedensten Branchen erfordert, dass neben den unterschiedlichsten technischen Textilien auch viele Komponenten bevorratet werden müssen, um jederzeit lieferfähig zu sein. Daher besteht auch ein erheblicher Bedarf an Lager-/Verkehrsflächen und Behältern, um die auftragsgesteuerte Produktion effizient und wirtschaftlich durchführen zu können, zumal Fertigprodukte in der Regel kaum mehr zwischengelagert, sondern gleich ausgeliefert werden.

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Mit steigenden Auftragseingängen und der wachsenden Produktvielfalt gerieten die herkömmliche Materialfluss- und Lager-Organisation und weitergehend auch die nutzbare Hallenfläche an ihre Grenzen, so dass eine Neuorganisation notwendig wurde. In Zusammenarbeit mit einem regionalen Planungsbüro und Lagertechnik-Händler wurde die gesamte Intralogistik der Sinsheimer einer gründlichen Analyse unterzogen und die Reorganisation geplant.

Nach eingehender Beratung und Vorstellung der Intralogistik-Lösung für die Zukunft erhielt der Lager- und Behältertechnik-Spezialist Bito-Lagertechnik den Auftrag zur Lieferung der Lagertechnik und auch von Behältern. Der Vorteil von Bito: Das Unternehmen hat alle relevanten Lagertechnik-Produkte im Portfolio. Den Auftakt der Lager- und Materialflussorganisation bildete die Installation eines klassischen mehrgeschossigen Fachbodenregals zur Bevorratung von Bau- und Zulieferteilen zur Komplettierung verschiedenster Filter. Als zweites Projekt wurde eine Stahlbau-Lagerbühne für Bags realisiert, welche die Rohmaterialversorgung einer Produktionslinie für Kundenfilter erlaubt. Der dritte Schritt umfasste dann die Lieferung einer Stückgut-Durchlaufregalanlage und einer Paletten-Durchlaufregalanlage, jeweils für den schnellen Zugriff auf Fertigungs- und Montageteile ausgelegt.

Aus einer Hand

Den vorläufigen Abschluss des Intralogistik-Investitionspakets stellte eine Palettenregalanlage auf Fahrwagen dar, in der vor allem Filter-Textilien, Spannringe, Ronden, Versteifungen und Dichtelemente aber auch Halbfabrikate und Fertigprodukte gelagert beziehungsweise zwischengelagert werden. Die Lieferung der Palettenregalanlage auf Fahrwagen beinhaltete das Ausfräsen des Bodens, ein Schienensystem mit 20 Metern Spurlänge, zwei Einfach- und neun Doppelregalreihen mit je zwei nebeneinander liegenden Feldern, drei beziehungsweise vier Fachebenen auf Basis von Stufentraversen und Einlegeböden, insgesamt neun Verfahrwagen, die Steuerung und die Sicherheitseinrichtungen (Zutrittslichtschranke, Fußlichtschranke, Fahrzeitüberwachung) und natürlich die Montage. Als standardisierte Einheit für alle Produktions- und Organisationsabläufe hat Bito auch entsprechende Lagerbehälter im Portfolio. Hier entschieden sich die Sinsheimer für die Kunststoff-Euro-Stapelbehälter vom Typ XL 86424 (aus Polypropylen) mit einer Sichtöffnung an der Stirnseite. Diese Behälter haben die Abmessungen 800 x 600 x 420 mm (L X B X H), nehmen einen Inhalt von 174 Liter beziehungsweise Lasten bis 60 kg auf und sind stapelbar (Auflast bis 800 kg). Insgesamt wurden 560 solcher Behälter geliefert, die in der täglichen Praxis heute buchstäblich überall Verwendung finden.

Die Lagerausrüstung wurde Schritt für Schritt geliefert und eingebaut, damit es zu keinen Belastungen in der Produktion kam. Die Vereinheitlichung der Lager- und Transportbehälter hat zur Folge, dass bis auf das Kleinteile-Fachbodenregal mit einem Standardbehälter gearbeitet werden kann. Das bislang übliche Aus- und Umpacken wird so vermieden. Die Stückgut- und Paletten-Durchlaufregalanlagen sowie vor allem die Palettenregalanlage auf Fahrwagen bieten bei vergleichsweise geringem Platzbedarf eine sehr große Lagerflächen-Kapazität und sparen dabei erhebliche Hallenflächen, die nun anderweitig genutzt werden können. Ein weiterer Vorteil: Es ist nun eine deutlich bessere Übersicht über die Vorräte gewährleistet, was wiederum den Beschaffungsaufwand optimieren hilft. Als sehr wichtig sehen die Projektverantwortlichen auch den schnellen Zugriff auf die Roh-, Bau- und Zulieferteile an, wodurch die verfügbaren Arbeitszeiten besser zu nutzen sind und sich die Durchlaufzeiten insgesamt verkürzen. Schließlich wurden die Lagereinrichtungen so gewählt und konzipiert, dass auch einem weiteren Ausbau nichts im Wege steht, womit auch die „Zukunftsfähigkeit“ der aktuellen Investitionen in die Lagertechnik und in die Logistik-Behälter garantiert ist.

Stefan Graf / graf@hoppenstedt.de

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