Dezentrale Steuerungstechnik

Anpassen und Loslegen

Für die Endkontrolle des Focus-Modells C-Max in Saarlouis mussten die sogenannten I.O.-Linien an die veränderte Bauhöhe des neuen Fahrzeugs angepasst werden. Dafür sollte sich die Stahlkonstruktion, die über den Aufgabekäfigen am PTTS 1 und PTTS 2 thront, für den höheren Fahrzeugtyp an jedem Prüfplatz um 400 Millimeter anheben lassen. Der Systemlieferant Resa in Saarwellingen setzte bei der Erweiterung der Anlage auf dezentrale Technik mit Ecofast aus dem Niederspannungs-Schalttechnik-Programm von Siemens.

Mit diesem System ist es möglich, eine komplette Anlage feinmodular und durchgängig in Schutzart IP 65 aufzubauen. Die Module wurden eigens für die raue Umgebungsbedingung in der Fertigung oder Montage entwickelt. Nicht nur die Ein- und Ausgangssignale können über das Kommunikationsmedium Profibus DP dezentral angebunden werden, sondern durch den Aufbau eines Energiebusses mit entsprechenden Startern werden auch die Antriebe auf einfache Weise mit Energie versorgt und angesteuert. In der etwa 200 Meter langen Anlage gibt es neun Ab- und Aufgabekäfige, die mit jeweils zwei zusätzlichen Getriebemotoren zum Anheben des erwähnten Stahlaufbaus ausgerüstet sind. Das Positive an der Lösung mit dezentral montierten High-Feature-Motorstartern ist, dass gegenüber herkömmlichen Anlagen über den Profibus DP wesentlich mehr Statusinformationen online zur Verfügung stehen. Ein vorbeugendes Wartungskonzept kann somit optimal unterstützt werden – das spart Zeit und damit auch Geld und erhöht zudem die Anlagenverfügbarkeit.

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Starter vor Ort direkt ­ansprechen

Durch das Anbringen der Starter vor Ort und den Anschluss über vorkonfektionierte Kabel wird nicht nur wertvolle Installationszeit gespart, sondern gleichzeitig die Störanfälligkeit deutlich vermindert. Auf der Kommunikationsseite ist es möglich, Ecofast über eine fertige Hybridleitung anzuschließen, die neben den Profibus-Leitungen mit den Ansteuer- und Rückmeldesignalen zusätzlich vier Adern mit 1,5 mm2 Querschnitt für die Elektronikversorgung und Ausgangsversorgung enthält. Dadurch reduziert sich der Verkabelungsaufwand auf nur noch eine statt bisher drei Leitungen. Durch die integrierte T-Funktionalität auf der Energie- und der Kommunikationsebene kann ein Teilnehmer ohne Unterbrechung der Gesamtanlage komplett getauscht werden. Mit einer Simatic S7-Steuerung können die Starter beispielsweise direkt über den Profibus DP angesprochen und konfiguriert werden. Bei den genannten Linien für die Endkontrolle in Saarlouis, die noch auf eine S5-Steuerung hören, war dies aber auch kein Problem: Es mussten nur die entsprechenden GSD-Dateien geladen werden. In Neuanlagen hingegen, mit einer S7-Steuerung, ist die Integration bei Verwendung der Software Switch ES wesentlich einfacher – nämlich durch die direkte Projektierung und Parametrierung im Hardware-Manager.

Eine weitere Funktion von Switch ES besteht darin, sich direkt online über den Profibus bei einem Starter aufzuschalten und Parameter im laufenden Betrieb ohne CPU-Stop zu ändern. Ebenso direkt lassen sich das aktuelle Peripherieabbild der Ein- und Ausgänge, Diagnosemeldungen und der aktuell fließende Motorstrom auf einer Bedienermaske vor Ort abrufen. Zusätzlich stehen auf dem gleichen Weg eine ganze Reihe an wichtigen statistischen Diagnosedaten zur Verfügung, wie Betriebsstunden, Anzahl der Starts, letzter Auslösestrom, sowie eine Schleppzeigerfunktion für die drei Phasen. Selbst eine lokale, serielle Anbindung an einen Starter lässt sich durch eine Verbindungsleitung realisieren. In dieser Leitung befindet sich als Zusatzfunktion ein Speichermodul, das ein leichtes Kopieren von Daten auf mehrere Starter erlaubt. Eine entsprechende Parametrierung kann über einen Laptop an jedem der 18 Motorstarter direkt vor Ort vorgenommen werden.Peter Stipp

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