Pneumatische und hydraulische Hebezeuge

Harte Kerle

Unter dem Motto „engineered for extremes“ sind die pneumatischen und hydraulischen Hebezeuge und Krananlagen von J.D. Neuhaus (JDN) weltweit unter härtesten Bedingungen im Einsatz: auf Bohrplattformen, unter Tage, in Gießereien oder unter Wasser. Im Gegensatz zu elektrisch betriebenen Hebezeugen können sie in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden, denn Luft erzeugt keine Funken.

Das größte Kransystem, das JDN bis dato gebaut hat, kommt auf einer Offshore-Bohrinsel zum Einsatz.

Rundherum ist alles weiß, kein Unterschied zwischen Himmel und Erde. Es ist klirrend kalt. In der Nordsee peitscht der Regen den Männern ins Gesicht. Ein gewaltiger Herbststurm zerrt an den Aufbauten der Ölplattform, und wütend donnern die Wellenberge gegen die Stahlstelzen, auf denen sie steht.

Kontinuierliche Verbesserung als Unternehmensphilosophie: Qualität, Umweltschutz, Mitarbeiterorientierung und effektive Prozessabläufe kennzeichnen die Hebezeug-Produktion bei JDN.

Doch nicht nur die Männer und der Stahl trotzen dem Salzwasser und den Temperaturen, sondern auch die Hebezeuge von J.D. Neuhaus. Sie sind derzeit weltweit auf Jack-up rigs (Hubinseln), Semi-submersible platforms (Halbtaucher-Bohrplattformen) sowie auf Bohr- und FPSO-Schiffen im Einsatz. Die Produktpalette umfasst sowohl Druckluft-, als auch Hydraulik-Hebezeuge und Hubwerke, die in Ein- und Zweiträger-Laufkrane, Hänge- und Schwenkkrane eingebaut werden können.

Die bisher größte Krananlage hat das Wittener Maschinenbau-Unternehmen an die Firma Westcon Lofteteknikk AS (WCL), Norwegen, ausgeliefert. Zum Einsatz kommt ein Hydraulik-Semiportalkran mit einer Tragfähigkeit von 80 Tonnen auf einer Bohrplattform in der Barentsee. Der Kran hat ein Gesamtgewicht von 32 Tonnen bei einer Spannweite von 7,5 Metern und einer Höhe von 11,5 Metern. Die Anlage ist mit zwei Hydraulik-Einschienenhubwerken des Typs EH 40-H ausgestattet, die sich getrennt oder zusammen über eine Steuerung bewegen lassen.

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Darüber hinaus verfügt der Kran über einen Profi-6-TI-H als Service-Hebezeug, um zusätzliche Hub- oder Serviceaufgaben auf der Bohrinsel erfüllen zu können. Das gesamte hydraulische Energieversorgungssystem wurde ebenfalls von J.D. Neuhaus konzipiert und realisiert. Vier Hydraulikmotoren sorgen für die Fahrbewegungen des Krans. Die Anlage operiert funkgesteuert. Die Ansteuerung erfolgt über einen elektro-hydraulischen Schaltkasten auf der Kranbrücke. Bei Problemen mit der Fernsteuerung greift ein zweites Steuerungssystem. Und bei Problemen mit der Stromversorgung, können die Männer den Kran auch manuell bedienen.

Extrem kalt

Bei der Entwicklung der Krananlage hatten die Wittener Ingenieure die harten Einsatzbedingungen auf der Bohrinsel stets im Blick. Dazu gehören unter anderem Temperaturen von bis zu –20° C. Der Kran ist für „Survival Conditions“ ausgelegt. Das heißt, der Kran arbeitet noch bei einer horizontalen Neigung der Bohrinsel von 3° mit Last und 27° ohne Last. Zusätzliche Sicherheit bietet eine Not-Senk-Einrichtung. Durch sie kann mit Hilfe einer Hydraulikpumpe mit separatem Fluidreservoir die Last bei einem Energieausfall kontrolliert abgesenkt werden.

„Gerade an diesem Beispiel zeigt sich, dass das Engineering für uns immer wichtiger wird, um unsere Position als Markt- und Technologieführer weiter auszubauen. Zur stetigen Verbesserung unserer Prozess-, Produkt- und Servicequalität trägt natürlich auch die japanische Arbeits- und Lebensphilosophie Kaizen bei, die wir ab 2004 bei JDN eingeführt haben“, erklärt Wilfried Neuhaus-Galladé, geschäftsführender Gesellschafter von J.D. Neuhaus.

Extrem beziehen die Hebespezialisten jedoch nicht nur auf die Temperaturen oder die materialfeindlichen Witterungen, sondern auch auf die Sauberkeit und Hygiene. Eben für diese Bereiche hat J.D. Neuhaus die Konzeptstudie eines Druckluft-Hebezeuges in Edelstahlausführung entwickelt. Mit dieser Studie, die auch die Verwendung lebensmittelechter Kunststoffe vorsieht, richtet sich das Familienunternehmen an die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, Chemie- und Pharmaunternehmen sowie die Medizin- und Raumfahrttechnik. Die Studie vereint die Vorteile des Antriebsmediums Druckluft, wie den EX-Schutz, mit den positiven Eigenschaften – speziell in puncto Hygiene – des Werkstoffes Edelstahl. So werden die Produkte korrosionsbeständig, unempfindlich gegenüber hoher Luftfeuchtigkeit, optimal zu reinigen und zu desinfizieren sein. Auch die Reinigung mittels Hochdruckreiniger soll möglich sein. Da die Abluft extern abgeführt wird und die Kette durch einen Faltenbalg geschützt werden kann, sind auch Einsätze in Reinräumen (Optik- und Halbleiterindustrie) möglich. Und dank des Antriebsmediums Druckluft werden die Hebezeuge EX-geschützt sein (ATEX), so dass sie auch in Bereichen eingesetzt werden können, in denen entzündliche organische Stäube auftreten. cs

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