Regalsysteme

Lager neu strukturiert - Materialfluss optimiert

Das kreative Zusammenspiel ausgewählter Regalkomponenten von SSI Schäfer sorgt im neuen Lager der Schunk Dienstleistungsgesellschaft für kürzere Wege, einen optimierten Materialfluss und mehr Ergonomie. Vor allem durch den Einsatz von schienenlosen Verschiebe-, Fachboden- und Schubladenregalen wurde das Lager neu strukturiert und in zwei Teile gegliedert. Trotz reduzierter Gesamtfläche bietet die neue Lösung jetzt deutlich mehr Effizienz.

Im Selbstbedienerbereich kann sich jeder Mitarbeiter in einer Verschieberegalanlage mit Teilen für seine Arbeit ausrüsten.

Autos, Schiffe, Elektrogeräte, Windkraftanlagen, Spaceshuttles, Medizintechnik, Solarindustrie oder LEDs – in Millionen von Motoren, Verfahren und Anlagen sind Komponenten von Schunk zu finden. Seit 1913 ist das heute weltweit agierende Unternehmen in vielen Schlüsselindustrien mit maßgeschneiderten Hightech-Produkten und Anlagen vertreten – so etwa in Kohlenstofftechnik und Keramik, in der Umweltsimulation und Klimatechnik, in der Sintermetalltechnik und dem Ultraschallschweißen. Dabei zählt die Unternehmensgruppe (Umsatz 940 Mio. Euro/ 2014) zu den Technologieführern in ihren Märkten. Mit rund 8.150 Mitarbeitern und mehr als 60 operativen Gesellschaften ist sie in 29 Ländern mit eigenen Niederlassungen und Vertriebspartnern vertreten.

Großen Wert legt das Unternehmen sowohl auf die Entwicklung und Qualität seiner Produkte als auch auf optimale innerbetriebliche Strukturen. Das gilt auch für die Lagertechnik. Um dem wachsenden Produktionsportfolio gerecht zu werden, hat sich Schunk deshalb Ende 2012 dafür entschieden, drei Läger auf dem Heuchelheimer Firmengelände zu bündeln und die Lagerstrukturen zu optimieren. Dabei handelte es sich um die Lager für Elektroinstallationen und Wasser, das Gas- sowie Elektrolager. „Das alte Lager war mehr oder weniger strukturlos, sodass hier im Hinblick auf den Materialfluss ein deutlicher Optimierungsbedarf bestand. Die Ware lagerte in Schränken, in Paletten- und Fassregalen. Die Laufwege waren lang und auch die Ergonomie ließ zu wünschen übrig. Das sollte sich ändern“, erklärt Thomas Stipp, der verantwortliche Leiter des Zentralbereichs Logistik bei der Schunk Kohlenstofftechnik GmbH.

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Die Vorgaben waren also klar: Schnelle, klar strukturierte Prozesse, mehr Ergonomie und eine verbesserte Raumnutzung. Da durch die Bündelung der Läger deutlich weniger Platz zur Verfügung stehen würde als zuvor, war ein erfahrener Umsetzungspartner gefragt. Denn trotz Platzreduzierung mussten am neuen Standort ausreichend Kapazitäten für die Artikel der drei Läger vorhanden sein. Darüber hinaus sollte das neue Lager in einen offenen und einen geschlossenen Bereich gegliedert werden. Durch diese Aufteilung sollten Fehlkommissionierungen bei komplexen Anforderungen vermieden und die Ordnung im Lager aufrechterhalten werden. „Bereits eine scheinbar kaum wahrnehmbare Verwechslung der Bauteile kann verheerende Folgen haben. Dies möchten wir verhindern“, so Stipp.

Geschultes Lagerpersonal ist für den geschlossenen Teil des Lagers zuständig. Das System hat SSI Schäfer mit Schubladenregalen samt Einteilungsmaterial und einer Ausgabetheke kombiniert.

Den Auftrag für die Planung und Realisierung des Projektes erhielt nach einer Ausschreibung SSI Schäfer. „Mit dem Intralogistik-spezialisten haben wir bereits sehr gute Erfahrungen gesammelt. Außerdem haben uns das Konzept und die Flexibilität des Unternehmens einfach überzeugt“, so Stipp. Gemeinsam mit Schunk machte man sich daran, eine Lösung zu erarbeiten, die dem Unternehmen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte möglichst optimale Materialflussprozesse ermöglichen sollte. Auf einer Fläche von rund 200 m² sollte nun unter Nutzung der Raumhöhe ein leistungsfähigeres Teilelager realisiert werden. Mit einer Kapazität von rund 5000 Produkten unterschiedlicher Form, Größe und Gewicht musste das System so ausgelegt werden, dass alle Komponenten kompakt und dennoch gut sichtbar gelagert werden können.

KURZE LAUFWEGE, LEICHTE ORIENTIERUNG

„Das war keine leichte Aufgabe; schließlich mussten wir die geringere Fläche des neuen Standorts berücksichtigen. Außerdem galt es, eine klare Struktur mit kurzen Laufwegen zu generieren und dafür die passenden Systeme zusammen zu stellen“, so Stephan Edeling, Projektleiter von SSI Schäfer. Weitere Herausforderungen waren die Umsetzung und der Umzug des Lagers. Die Umbaumaßnahmen der neuen Räumlichkeiten verbunden mit den zukünftigen Anforderungen waren noch in vollem Gange. Unebenheiten des Bodens waren auszugleichen und Brandschutzbestimmungen einzuhalten, ohne in Zeitverzug zu geraten. Außerdem musste Gefahrgut sicher gelagert werden. Obwohl der gesamte Umzug in nur zwei Wochen erfolgte, stellte der Intralogistikspezialist die gesamte Anlage innerhalb des geplanten Zeitrahmens fertig.

Inzwischen sind alle Artikel im neuen Lager untergebracht. Eine Zaunabschrankung dient der Abtrennung des geschützten Bereichs, der durch eine Tür in den frei zugänglichen Teil der Anlage führt. Dort werden weitere Fachbodenregale und Schubladenelemente für die Lagerung der Komponenten eingesetzt. Im Selbstbedienerbereich kann sich jeder Mitarbeiter in einer Art Handlager mit Teilen ausrüsten. Um dabei eine schnelle Versorgung sicher zu stellen, sind alle Komponenten an den Lagerorten von außen gekennzeichnet. So steht einer leichten Orientierung nichts im Wege. Dies gilt auch für den geschlossenen Teil des Lagers mit integriertem Wareneingangsbereich. Allerdings sind dort zwei geschulte Lagerfacharbeiter für Fragestellungen und Beratungen der Elektriker zuständig. Sie erledigen auch die Zusammenstellung der Komponenten, die Ein- und Auslagerung der Ware sowie die Disposition und Bestellung von Teilen. Das System hat SSI Schäfer mit Schubladenregalen samt Einteilungsmaterial und einer Ausgabetheke kombiniert.

Rund 5000 Produkte unterschiedlicher Form, Größe und Gewicht beheimatet diese Lagerlösung von SSI Schäfer für Schunk.

Je nach Gewicht und Abmessung befinden sich die Teile in Kartons, Schubladen oder Behältern. Um eine sichere Lagerung und schnelle Zugriffsmöglichkeiten zu gewährleisten, wurde im geschlossenen Bereich eine schienenlose Verschiebeanlage mit Aufbauten von R3000 Fachbodenregalen realisiert. „Aufgrund der effizienten technischen Konstruktionen ist das schienenlose Lagersystem ideal für den Einsatz bei Schunk geeignet, da es etwa 80 Prozent mehr Lagerraum gegenüber konventionell montierten Regalen auf gleicher Grundfläche bietet“, erklärt Stephan Edeling.

Um die Arbeit im Lager so effizient wie möglich zu gestalten, wurden die Laufwege innerhalb des Lagers so kurz und die Gestaltung so ergonomisch wie möglich umgesetzt. Alle Komponenten sind jetzt wegoptimiert platziert. Im vorderen Teil der Verschieberegalanlage sind die schneller drehenden und im hinteren Teil die langsam drehenden Artikel untergebracht. Darüber hinaus ist das neue Lager, genau wie sein Vorgänger, nicht bestandsgeführt, da der Aufwand schlichtweg zu groß wäre. Stattdessen erfolgt die Entnahme der Teile nach Sicht. ms

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