Fraunhofer Enterprise Lab gegründet

Zuverlässigkeit der weltweiten Lieferkette bei BMW verbessern

Seit September 2015 arbeitet das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML mit der BMW Group im neuen "BMW Enterprise Lab for Flexible Logistics" zusammen. Leitthema des gemeinsamen Labs ist es, Supply-Chain-übergreifende Enabler-Technologien zu erproben und auszuarbeiten. Das Ziel: die optimale Flexibilisierung von Informations- und Materialfluss.

Dabei entstehen intelligente Lösungen, die Kooperationsbarrieren zwischen den Partnern der Supply Chain beseitigen. Erste Ergebnisse sollen bereits auf der Logimat 2016, vom 8. bis 10. März in Stuttgart, vorgestellt werden – am Stand des Fraunhofer IML (Halle 1 Stand 1K61) sowie im Forum "Neue Transportroboter – flink, stark, vielseitig" (Dienstag, 08.03.2016, 14:30 - 16:00 Uhr, Forum A Halle 1).

Projektteam des BMW Enterprise Lab for Flexible Logistics bei der Arbeit

Handelsbeschränkungen, wie Zölle oder Vorschriften zum Local Sourcing, Veränderungen der Rahmenbedingungen, Sanktionen oder lokale Krisen stellen weltweite Supply Chains vor immer größere Herausforderungen. Flexibilität wird zu dem Schlüsselfaktor für Produktionsnetzwerke. Die Auslandsversorgung der BMW Group arbeitet permanent an der Optimierung der internen und externen Abläufe entlang des gesamten Produktionsnetzwerkes. Daraus ist die Zielsetzung entstanden, Material- und Informationsflüsse so transparent wie möglich zu gestalten sowie mithilfe flexibler Prozesse und innovativer Technologien optimal auf die Volatilität der Lieferkette reagieren zu können.

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Ähnliche Ziele verfolgt das Fraunhofer IML bereits seit einigen Jahren mit Projekten wie "Hub2Move", rund um wandelbare und umzugsfähige Logistikstandorte, oder "SmartFace", das den Informationsfluss dank eingebetteter Systeme mit dem realen Materialfluss verknüpft. Auch die Simulations- und Planungstools des Instituts für komplexe Lieferketten – speziell in der Automobilindustrie – unterstützen diese Vision. Im neuen "BMW Enterprise Lab for Flexible Logistics" bringen die beiden Partner diese Innovationsfelder nun zusammen. "Unsere Vorstellung vom Flex-Hub und die Projekte des Fraunhofer IML ergänzen sich hervorragend und wir versprechen uns von der Zusammenarbeit eine wesentliche Steigerung der Zuverlässigkeit unserer weltweiten Lieferketten trotz vielfacher unvorhersehbarer äußerer Einflüsse", erläuterte Dr. Dirk Dreher, Vice President Foreign Supply bei der BMW Group, der die Kooperation seitens der BMW Group leitet.

Projektlaufzeit: drei Jahre

Gemeinsam werden die Partner in den kommenden drei Jahren an Technologien arbeiten – von physikalischen wie etwa der Handhabung, der Förder- und der Transporttechnik bis hin zu Informationstechnologien. Spezielle Planungstools und Algorithmen vervollständigen das Forschungsspektrum, um die Flexibilisierung sowie eine bessere Planbarkeit internationaler Supply Chains zu verwirklichen. "Unsere innovativen Technologien rund um Industrie 4.0 und die Ideen, die die BMW Group in das Lab einbringt, bilden den Nährboden für zukunftsfähige Automation und Software. Die Kooperation in einem gemeinsamen Lab ist die logische Konsequenz und wir freuen uns sehr darüber, mit der BMW Group die Flexibilisierung der Logistik umzusetzen", betont Prof. Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML.

Im Rahmen des Lab werden Wissenschaftler des Fraunhofer IML in Dortmund zusammen mit Mitarbeitern der BMW Group vor Ort an wandlungsfähigen Technologien und Prognosemodellen für die Supply Chain arbeiten. Zusätzlich werden politische und makroökonomische Modelle sowie dafür weiterentwickelte Simulationstools zum Einsatz kommen. "Der modellbasierte Ansatz der Simulation ermöglicht es in den komplexen Netzwerken der Automobilindustrie, Daten für die Supply Chain zu integrieren und mittels der zukunftsorientierten und ereignisdiskreten Bewertung Transparenz auch über Wandlungsbedarfe zu schaffen. Schnell planvoll zu agieren statt zu reagieren muss der Anspruch modernen Supply Chain Managements sein", ergänzt sein Institutsleiter-Kollege Prof. Dr. Michael Henke.

Forschung von Wissenschaft und Industrie

Die "Fraunhofer Enterprise Labs" haben sich mittlerweile als Erfolgsmodell bewährt: Die BMW Group ist neben der DB Mobility Logistics AG, der Sick AG und der Würth-Gruppe bereits das vierte Unternehmen, das sich für die gemeinsame Forschung von Wissenschaft und Industrie entschieden hat. Im Rahmen der Zusammenarbeit erhält das Unternehmen auch Zugang zum "Enterprise Lab Center" mit den angeschlossenen Werkstätten des Fraunhofer IML. Das soll die Entwicklung von Prototypen beschleunigen und ermöglichen, diese in der Praxis zu erproben.

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