Vereinzeler für Chips-Tabletten

Automatisierung, die im Bauch landet

In einer Tablettieranlage von Korsch, auf der Tabletten mit integrierten Mikrochips gefertigt werden, sind neun elektrische Vereinzeler von Zimmer im Einsatz. Sie arbeiten energieeffizient und unterstützen eine prozesssichere Produktion unter Einhaltung höchster Hygienestandards.

Elektrische Vereinzeler von Zimmer

Korsch in Berlin hat sich auf die Entwicklung und Produktion von Tablettenpressen spezialisiert, die in der pharmazeutischen Industrie, der Reinigungsmittelindustrie und in der Nahrungsmittelbranche eingesetzt werden. Zur Produktlinie des Unternehmens, führend in der Tablettiertechnik, gehören zum Beispiel Spezialpressen für Forschung und Entwicklung, Rundlaufpressen für den Scale-Up-Betrieb und die Produktion mittelgroßer Chargen sowie Hochleistungspressen für den 24-Stunden-Betrieb.

Auch besonders innovative Tablettenformen fertigt Korsch – jüngstes Beispiel dafür ist eine Anlage, auf der Tabletten mit integriertem Mikrochip entstehen. Solche „Smart Pills“ können beispielsweise Funkchips enthalten, die im Verdauungstrakt aktiviert werden und dann Daten an einen Empfänger senden – so lassen sich Informationen über Körperparameter erfassen, um beispielsweise die Wirkung von Medikamenten einschätzen zu können.

Vereinzeler betätigt Stopper

Solche Funkchips in Tabletten einzusetzen ist eine technische Herausforderung. Auf der Tablettieranlage, von der Korsch schon mehrere Exemplare an einen US-amerikanischen Pharmahersteller ausgeliefert hat, werden die im Durchmesser 3,5 Millimeter großen Chips zunächst auf einer Vereinzelungs- und Beschickungseinheit einzeln in kleine Carrier eingelegt. Hier ist zum einen ihre Position mit hoher Genauigkeit definiert, zum anderen sind sie in den Carriern vor Luftstößen gut geschützt und können sicher zur eigentlichen Tablettenpresse transportiert werden. Auf einem kreisförmig rund um die Anlage laufenden Transportband mit zwei Spuren kommen die leeren Carrier in einem kontinuierlichen Strom an der Beschickungseinheit an und werden hier von einem Stoppmechanismus aufgehalten. Dieser Mechanismus wird von einem elektrisch angetriebenen Vereinzeler des Typs VEE1000 von Sommer automatic betätigt.

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Sauggreifer nehmen die Chips in eigener Zuführeinheit auf

Überwacht von einem Zählmechanismus, werden jeweils zehn der Carrier in die Beschickungsstation eingelassen und dabei von einem zweiten Stoppmechanismus, der ebenfalls von einem VEE1000 betätigt wird, am Weitertransport gehindert.

Mit einer Reihe von insgesamt zehn Sauggreifern, die an einer Pick&Place-Einheit montiert sind, wird nun in einem Arbeitsgang in jeden der zehn Carrier ein Mikrochip eingelegt. Die Chips werden in einer eigenen Zuführeinheit von Sauggreifern aufgenommen, über den Carriern platziert und mit einem kleinen Luftstoß gezielt in die Carrier eingebracht. Nach der Beschickung der Carrier öffnet sich der Stoppmechanismus der Beschickungseinheit, und die zehn mit Mikrochips befüllten Carrier werden auf dem Transportband weiter zur Tablettenpresse befördert, um dort mit Tablettenmaterial umhüllt zu werden. Während die Carrier auf der ersten Spur aus der Station auslaufen, wiederholt sich zeitlich versetzt auf der zweiten Spur des Transportbandes der gleiche Prozess. Damit wird eine maximale Auslastung der Anlage ermöglicht, die auf diese Weise rund 20.000 mikrochipbestückte Tabletten pro Stunde produzieren kann.

Die Mikrochips sind so leicht, dass schon ein kleiner Luftstoß genügt, um sie fortzuwehen.

Die Entwicklungsingenieure hatten Gründe, beim Stoppmechanismus auf die elektrisch angetriebenen Vereinzeler von Sommer automatic zu setzen. Die Mikrochips sind so leicht, dass schon ein kleiner Luftstoß genügt, um sie fortzuwehen. Da in der Pharmaindustrie höchste Hygieneanforderungen zu berücksichtigen sind und Staubaufwirbelungen unbedingt vermieden werden müssen, sollte die Beschickungseinheit mit Komponenten ohne Druckluft betrieben werden können.

Die elektrisch angetriebenen Vereinzeler der Baureihe VEE1000 von Sommer automatic aus Ettlingen entsprechen diesen Anforderungen: Sie arbeiten mit einem elektrischen Impulsantrieb. Die Tauchspulenmotoren werden lediglich in der Arbeitsphase für rund 20 Millisekunden mit kurzen Impulsen bestromt, in der Ruhephase sind sie stromlos und verbrauchen keine Energie. pb/ee

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