Armin Stolzer

„Drastisch sparen“

In der Intralogistik lässt sich durch energieeffiziente Lösungen viel Geld sparen. Wie – das erfragt SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz bei Armin Stolzer, Geschäftsführender Gesellschafter Kasto.

Armin Stolzer

SCOPE: Kasto hat die Energieeffizienz bei Regalbediengeräten und Lagersystemen erheblich verbessert. Wie funktioniert das?

Armin Stolzer: Wir statten alle unsere Lagersysteme auf Wunsch mit einem integrierten Energiespeicher aus. Dabei wird die überschüssige und zurückgewonnene Energie, die beispielsweise beim Abbremsen des RBG oder beim Senken des Hubwerks entsteht, in Doppelschichtkondensatoren zwischengespeichert und damit flexibel nutzbar gemacht. Das Lagersys-tem versorgt sich praktisch selbst mit Energie. Da ein Großteil des Energie- und Leistungsbedarfs aus den Speichern stammt, müssen aus dem Stromnetz lediglich die Verluste für Reibung, Energieumwandlung etc. entnommen werden. Das verringert nicht nur die Stromkosten drastisch, es verschafft dem Anwender auch mehr Unabhängigkeit vom Stromnetz und vermeidet Lastspitzen, was weitere Kosten einspart.

Die Energierückspeisung bieten wir schon länger für unsere Lagersysteme optional an. Dabei werden die Stromkreise der Antriebsachsen des Regalbediengeräts über eine Zwischenkreiskopplung miteinander verbunden. Überschüssige Bewegungs- und Lageenergie lässt sich damit in Strom umwandeln und in das Netz zurückspeisen. So kann der Anwender diese Energie effektiv nutzen – entweder innerhalb des Lagers oder für weitere Verbraucher. Mit dem integrierten Energiespeicher haben wir dieses System nun noch einmal deutlich effizienter gemacht.

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SCOPE: Wie hoch sind die Einsparungen?

Stolzer: Allein durch die Energierückspeisung lässt sich der Stromverbrauch der Lagertechnik im Vergleich zu konventionellen Antriebssystemen um bis zu 40 Prozent reduzieren. Noch größer sind die Einsparungen mit einem integrierten Speicher: Durch einen nahezu konstanten Leistungsbezug aus dem Stromnetz kann die Netzperipherie im Nennlastbetrieb arbeiten. Das Lagersystem versorgt sich praktisch selbst mit Energie. Der Anwender muss lediglich die Verluste für Faktoren wie Reibung und Energieumwandlung über das Stromnetz ausgleichen. Er kann so die Anschlussleistung des Regalbediengerätes zusätzlich um mehr als 50 Prozent reduzieren. Bei einem mittelgroßen Lager mit 3.000 Plätzen und jeweils fünf Tonnen Nutzlast lassen sich im Jahr mehr als 50 Megawattstunden an Energie einsparen. Dies entspricht in etwa dem jährlichen Energiebedarf von zehn Einfamilienhäusern.

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