Interview mit Winfried Schmuck

„Automatisierung ist nicht der einzige Weg“

Bito-Lagertechnik Bittmann ist auf Lager- und Betriebseinrichtungen sowie auf Kommissioniertechnik spezialisiert. Was im ersten Moment recht statisch klingt, kann sich dennoch in der dynamischen „Industrie 4.0“-Welt behaupten. Welche Rolle dabei die Unternehmensform, das Regaltuning und die richtige Box spielt, erklärt Bito-Geschäftsführer Winfried Schmuck SCOPE-Redakteurin Caterina Schröder.

Winfried Schmuck, Geschäftsführer BITO-Lagertechnik Bittmann

SCOPE: Der Geschäftsführer von La Provençale Georges Eischen nannte als ein Entscheidungskriterium für Bito die Tatsache, dass Sie ein Familienunternehmen sind. Welche Vorteile haben familiengeführte Unternehmen gegenüber einer AG?

Winfried Schmuck: Familiengeführte Unternehmen sind eher an langfristigen Kundenbeziehungen und nicht an kurzfristigen Gewinnen interessiert. Die Verantwortung, die wir übernehmen, geht über unsere Verpflichtung hinaus. Wir sind fest davon überzeugt, dass dauerhaft nur gute Partnerschaften erfolgbringend sind. Und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Das ist mit sehr viel Arbeit verbunden.

Für uns heißt das natürlich auch, dass wir uns erst dann zufriedengeben, wenn es auch die Anwender sind. Wir verbessern deshalb unsere Produkt- und Prozessentwicklung permanent weiter. Dabei haben wir immer das Ziel, ihnen einen beweisbaren Mehrwert zu bieten, damit sie ihren Wettbewerbern stets einen Schritt voraus sind.

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SCOPE: Ist die Automatisierung der Lagerlogistik der einzige Weg, um die Effizienz im Lager zu steigern?

Schmuck: Der Automatisierungsgrad nimmt zwar zu, aber um ein Lager effizienter zu gestalten, muss dieses nicht vollautomatisiert sein. Oft genügen schon Teilautomatisierungen von einzelnen Prozessen wie der Transport von Behältern. Hier bietet ein fahrloses Transportsystem wie unser Leo Locative sehr gute Möglichkeiten. Mit dieser Neuentwicklung präsentieren wir einen effizienten Behältertransport, der sich vielseitig einsetzen und vor allem kinderleicht bedienen lässt. Im Vergleich zu anderen selbstfahrenden Transportsystemen sind keine Steuerung und keine aufwendige Installation erforderlich.

Aber Automatisierung ist nicht der einzige Weg, um Lager effizienter zu gestalten. Haben Distributionszentren etwa klassische statische Regalsysteme im Einsatz, können wir diese mit unserem Baukastensystem zu leistungsfähigeren dynamischen Lösungen umrüsten. Mit einem einfachen Regaltuning modernisieren wir die Lager ohne viel Aufwand. Und der Betreiber muss deutlich weniger investieren. Um die Lagerkapazität zu steigern, installieren wir bei Anwendern zum Beispiel mehrgeschossige oder verfahrbare Anlagen. Alle Modernisierungsmaßnahmen können wir auch im laufenden Betrieb übernehmen – damit entstehen keine Ausfallzeiten.

SCOPE: Welche der auf der Logimat ausgerufenen Megatrends (Industrie 4.0, Internet of Things und E-Commerce) stellt die größte Herausforderung für Bito dar?

Schmuck: Wir beobachten die Veränderungen, die mit Industrie 4.0 einhergehen, sehr genau und untersuchen, welchen Beitrag Regal- und Behältersysteme hier zukünftig leisten werden. Zusätzliche Behälterfunktionen wie RFID scheinen sehr vielversprechend zu sein. Wir sind überzeugt, dass diese Vision große Chancen bietet – wie beispielsweise eine höhere Wettbewerbsstärke, eine flexiblere Fertigung oder eine individuellere Produktion.

Mit dem Trend E-Commerce müssen sich die Händler auf immer kürzere Lieferzeiten, kleinere Losgrößen, bedarfsgerechte Kommissionierung und höhere Sendungsaufkommen einstellen. Um dabei auch auf kurzfristige Bestellungen schnell reagieren zu können, sind Materialflüsse einfach, flexibel, fehlerarm und schnell zu gestalten. Auch dieses Thema sehen wir nicht als Herausforderung, sondern als Chance. Aktuell entwickeln wir einen speziell auf den E-Commerce angepassten Behälter sowie effiziente Regallösungen, mit denen sich Retouren noch besser organisieren lassen.

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