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Interview"Spannend sind insbesondere die Sonderprojekte"

Ralf Mangold von Osbra-Formteile GmbH

Eine hohe Qualität der Produkte bei einer gleichzeitigen kurzen Umsetzungszeit, ist nur eine der Herausforderungen, denen sich Produzenten von PUR-Bauteilen stellen müssen. Neben deren Entwicklung und Produktion spielt auch der sichere Transport eine entscheidende Rolle. Herr Ralf Mangold von Osbra-Formteile GmbH gibt einen Einblick, wie diese Herausforderungen bewältigt werden können.

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PositioniersystemeLagermodernisierung steigert Durchsatz

Generell sollte jedes Unternehmen heute acht bis zehn Jahre nach der Errichtung eines Lagers beziehungsweise dessen letzter Sanierung eine Lagermodernisierung in Erwägung ziehen. Zum einen nimmt durch den natürlichen Verschleiß der Geräte nach diesem Zeitraum die Produktivität des Lagers überproportional ab. Zum anderen ist nach zehn Jahren im Störungsfall die Verfügbarkeit von Ersatzteilen meist nicht mehr gewährleistet. Unabhängig von diesen Überlegungen ist die Lagermodernisierung für jedes Unternehmen ein Muss, wenn man die Produktivität steigern und den Durchsatz erhöhen möchte. So betont auch Prof. Dr. Michael ten Hompel vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik: „Die Möglichkeiten und der Bedarf an technischer Innovation in der Logistik sind groß“ (Technische Innovation in der Logistik, Marktbild Lager 2003, S.12). An anderer Stelle im selben Aufsatz bekräftigt ten Hompel nochmals: „Die Potenziale dieser zentralen Bereiche der Logistik sind im wahrsten Sinne des Wortes mit Händen zu greifen...“.

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Schnellere Positionierung

Verpackungstechnik (VP),,: Lagermodernisierung steigert Durchsatz

Die Durchsatzsteigerung in Automatiklagern hängt maßgeblich von Geschwindigkeit und Genauigkeit der Positionierung der Regalbediengeräte ab. Diese Faktoren können zum Beispiel durch das Positioniersystem vom Typ ICS 5000L von Trimble um bis zu 30 Prozent optimiert werden. Das System ist in sämtliche bestehenden Steuerungen einsetzbar. Steuerung, Motor und Umrichter – also der komplette Antrieb – können in der bestehenden Form erhalten werden. Lediglich die Programmierung muss angepasst werden. Außerdem ermöglicht das Positioniersystem extrem schnelle Umbauzeiten. Die Regalbediengeräte müssen während der offiziellen Betriebszeiten des Lagers nicht stillgelegt werden, da wenige Testläufe – zum Beispiel an einem Wochenende – zur Inbetriebnahme ausreichen.

Es handelt sich hierbei um ein optisches Positioniersystem, das alle linearen Bewegungsabläufe regeln kann. Es besteht aus einem elektronisch-optischen Entfernungsmesser und einem intelligenten I/O-Positioniercontroller. Das Messgerät ist mit dem Controller verbunden und misst die Entfernung zu dem gesteuerten beziehungsweise zu dem zu überwachenden Objekt per Infrarotlicht. Alle Abstandsangaben werden absolut gemessen, die Abweichungen liegen bei drei parts per million (ppm) pro Kilometer. Dies entspricht bei einer Entfernung von 300 Metern einer Wiederholgenauigkeit von zwei Millimetern. Das Positioniersystem liest und misst nicht nur die Eigenschaften des zu positionierenden Objekts, es stellt sich auch auf mögliche Einflüsse von Gewicht, Pendelbewegung und Reibung des jeweiligen Transportgeräts ein. Diese Faktoren eignet sich das System bei einer „Lernfahrt“ vor der eigentlichen Inbetriebnahme an – ein Vorgang, der im Normalfall nicht länger als 25 Minuten dauert.

Materialverschleiß ­minimieren

Durch diese schnellere und anlagenschonendere Positionierung wird der Materialverschleiß am Fahrzeug minimiert und gleichzeitig der Durchsatz erhöht. Darüber hinaus unterliegt das System keinerlei Wartungsintervallen. Eventuelle Störfaktoren im optischen Bereich wie zum Beispiel Verschmutzung und Temperatur können vernachlässigt werden. Die Verfügbarkeit des Systems liegt bei über 99,5 Prozent, die Meantime-between-Failure-Zeit bei durchschnittlich über zehn Jahren. Der Produktionsdurchsatz eines Lagers kann auf diese Weise über Jahre hinweg gesichert werden.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Lagermodernisierung der Brauerei Veltins, an der Trimble mit der Integration seines Positioniersystems beteiligt war. Automatisierungsexperten bestätigen, dass das modernisierte Lager von 1978 heute dem neueren Lager von 1997 technisch überlegen ist. Ausschlaggebend für die Wahl des neuen Positioniersystems war für ­Veltins, dass die bestehenden Antriebe nicht ausgewechselt werden mussten, und diese Lösung daher die kostengünstigere Alternative im Vergleich zu anderen war. Auch die Faktoren Zuverlässigkeit und Inbetriebnahmezeit spielten bei diesem Projekt eine wichtige Rolle. Innerhalb einer Woche wurde das Lagergebäude komplett saniert. Über acht Wochen hinweg wurden dann jeweils vier Regalbediengeräte pro Woche umgebaut und mit dem neuen Positioniersystem ausgestattet.

Die Positioniertechnik von Trimble kann jedoch nicht nur bei Transportgeräten, Regalbediengeräten und Verteilerwagen eingesetzt werden. Auch die Leistung von Brückenkranen kann mit dem System optimiert werden. Zum Beispiel wurde kürzlich ein Loader der Firma Kone ­Cranes für den chinesischen Markt damit ausgestattet. Bei diesem Loader werden alle drei Achsen über das Positioniersystem gesteuert. Die Positionier-Wiederholgenauigkeit lag dabei bei einer Abweichung von zwei Millimetern.

Ausgleich von Schräglauf

Bei bestehenden Lagern und Brückenkranen, deren Konstruktion sich im Laufe der Zeit um Millimeter oder gar Zentimeter verzogen hat, ist der garantierte Gleichlauf mit definierter Schräglaufregelung des Trimble-Systems eine kostengünstige Alternative zur kompletten Erneuerung des Lagers. Die Fahrt des Objekts wird hier den geänderten Bedingungen angepasst, so dass das Material optimal geschont und der Verschleiß deutlich minimiert wird.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine Modernisierung nicht immer die komplette Erneuerung eines Lagers bedeuten muss. Die weitaus kostengünstigere Aufrüstung der vorhandenen Technik, zum Beispiel durch ein fortschrittliches Positioniersystem, kann im Endeffekt die Produktivität des Lagers erhöhen – oftmals mehr als eine grundlegende Lagermodernisierung mit herkömmlicher Technik.Karl-Heinz-Förderer

Zum Thema

Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens jedes siebte Lager in Deutschland modernisiert werden müsste, damit die Wettbewerbsfähigkeit des jeweiligen Unternehmens zukünftig sichergestellt ist. Das Modernisieren von automatischen Lagern ist dabei ein brandheißes Thema – insbesondere hinsichtlich der Reduzierung von Personalkosten. Von zentraler Bedeutung ist hier der Faktor Durchsatzsteigerung, der maßgeblich von Geschwindigkeit und Genauigkeit der Positionierung der Regalbediengeräte abhängt.ms

Der Autor ((Bild 1 = ms100_1))

Karl-Heinz-Förderer

Segment Manager Factory Automation

Trimble GmbH

65479 Raunheim

Tel. 06142/2100166

Fax 06142/2100140

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