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Folgeprojekt für TraditionsbrauereiSSI Schäfer realisiert Distributionszentrum für Budweiser

SSI Schäfer errichtet für Budweiser Budvar ein neues Distributionszentrum.

SSI Schäfer realisiert als Generalunternehmer die Erstellung und Einrichtung eines neuen Distributionszentrums für die tschechische Traditionsbrauerei Budweiser.

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Konstruktionssoftware, Markiersystem, Sondermaschinenbau, Profilsystem, MaterialflussGravierendes aus dem Baukasten

Die Automatisierung der Produktion hat für Unternehmen höchste Priorität, um effiziente Abläufe zu ermöglichen und wettbewerbsfähig zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen setzt ein Hersteller im Bereich Kennzeichnungstechnik zur Konstruktion von Maschinen und automatisierten Anlagen auf Komponenten eines Baukastensystems für die Linear-, Förder- und Montagetechnik.

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Konstruktionssoftware: Gravierendes  aus dem Baukasten

Im Maschinenbau sind heute nicht nur anspruchsvolle Lösungen gefragt, auch der Kosten- und Zeitrahmen ist eng gesteckt. Vor allem in der Konstruktion und Entwicklung soll es schnell gehen. Hier muss alles auf Anhieb sitzen, muss alles perfekt ineinander spielen. Insbesondere bei der Konstruktion von Gestellen, Halterungen, Unterbauten aus Profilen, Linearachsen und Portalen. Sie tragen das eigentliche Know-how, bringen Teile schnell und zuverlässig an den richtigen Ort. Jeder Zeitverlust geht zu Lasten der wertschöpfenden Teile der Maschine. Der Konstrukteur muss sich deshalb nicht nur auf ein Profilsystem verlassen können, das ihm alle Möglichkeiten bietet.

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Genauso wichtig sind ergänzende Komponenten wie Linearachsen, Führungen oder auch Antriebe, die perfekt aufeinander abgestimmt sein sollten. Dies alles – ergänzt um eine Konstruktionssoftware und einen elektronischen Katalog für alle Bauteile – bietet der Maschinenbauer Minitec aus einer Hand. Welche Vorteile sich daraus ergeben, zeigen zahlreiche Projekte des Minitec-Kunden Joachim Richter Systeme und Maschinen. Neben der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb von Markiermaschinen für die Automation sind die Pfälzer auch im Sondermaschinenbau aktiv. Das Konzept bringt der Unternehmensgründer und Geschäftsführer Joachim Richter schnell auf den Punkt: „Wir haben uns für die Entwicklung und Produktion von innovativen, hochwertigen Maschinen und Systemen entschieden, die unseren Kunden wirklichen Erfolg bringen.“ Um dies zu gewährleisten, fertigt Richter ein Portfolio von Markiergeräten, die fast alle denkbaren industriellen Einsatzbereiche abdecken oder kombiniert diese auch mit Maschinen oder ganzen Anlagen. Auf Kundenwunsch gehört auch die Integration in die Produktionsabläufe sowie die Firmen-IT dazu. Dazu kommt alles aus einer Hand, denn am Firmensitz im pfälzischen Konken befindet sich eine eigene CNC-Fertigung, eine modern ausgestattete Konstruktionsabteilung, eine Elektroplanung und sogar eine eigene Elekronikfertigung mit SMD Bestückungsautomaten. In viele Projekte fließt auch das vorhandene Know-how der Techniker ein, die SPS-Programme erstellen, Datenbankprogrammierungen durchführen oder ERP-Anbindungen realisieren. Wie gut das Minitec-Baukastensystem als Basis für den Bau von Maschinen dient, zeigt das Beispiel einer vollautomatischen Beschriftungsanlage von Richter. Vom Auftraggeber, einem Hersteller von Ventilen, kamen knifflige Vorgaben: Sicherheitsventile für gasförmige Medien sollten individuell beschriftet werden. Bis zu 15 Ventilvarianten unterschiedlicher Formen und Größen mussten der Maschine zugeführt werden. In maximal neun Sekunden sollte ein Ventil komplett beschriftet werden und die Anlage verlassen. Bis zu drei Zeilen mit bis zu 26 Zeichen plus CE-Logo könne die Beschriftung umfassen, verlangte der Auftraggeber. Auch für den Teiletransport und die Logistik musste eine anspruchsvolle Lösung gefunden werden, denn die empfindlichen Sicherheitsventile dürfen nicht beschädigt werden und die Rückverfolgbarkeit muss gewährleistet sein. Auch die Anbindung an das ERP-System von SAP sowie die spätere Integration in den Produktionsablauf sollte realisiert werden. Auch die Steuerung sollte von Richter kommen. Mit Hilfe des Minitec-Profilsystems und der CAD-Software Inventor wurde eine Maschine mit zehnspuriger Teilezuführung und jeweils einer Greif- und Drehstation entwickelt. Zur zuverlässigen und dauerhaften Beschriftung der Ventile kam ein „Klassiker“ aus dem Richter-Programm zum Einsatz: Das Kennzeichnungssystem Unigrav Servo wurde von den Pfälzern speziell zur Integration in vollautomatische Prozesse entwickelt und erlaubt die stufenlos einstellbare Beschriftungstiefe und Prägefrequenz wobei mit einer Geschwindigkeit von bis zu zwölf Zeichen pro Sekunde beschriftet werden kann. Für diesen speziellen Fall sollte die Beschriftungsmaschine über zehn Spuren verfahrbar sein.

Viel Zeit konnten die Pfälzer bereits in der Konstruktionsphase sparen, denn sämtliche Komponenten des Minitec-Baukastens stehen im 2D- und 3D-CAD-Datenformat für alle gängigen CAD-Systeme zur Verfügung. Der Konstrukteur kann diese direkt maßgerecht „verbauen“ und alle Daten stehen sofort auch für den Einkauf bereit. Innerhalb kürzester Zeit lassen sich so komplette Förderbänder oder Linearführungen mit Laufrollen, Kugelbüchsen oder Gleitführungen konstruieren.

Beim Bau der Beschriftungsanlage zeigte sich immer wieder, dass der Minitec-Slogan „Save Time“ seine Berechtigung hat. Denn die durchdachten Detaillösungen und das kompromisslose Baukastenprinzip bieten alle Freiheiten in der Konstruktion und der Montage. Mit lediglich 35 verschiedenen Profilquerschnitten wird das gesamte Spektrum in der Linear-, Förder- und Montage- sowie Maschinenbautechnik abgedeckt. Viel Zeit sparte beispielsweise der Einsatz kompletter Förderkomponenten inklusive der Antriebe von Minitec, die nur noch an die entsprechenden Maße angepasst werden mussten. Aber auch Detaillösungen erleichtern die Arbeit und beschleunigen die Montage: So gibt es beispielsweise nur eine Nutform für alle Profile und dementsprechend sind nur eine Schraubengröße und nur ein einziger Schlüssel für den Zusammenbau der Profile erforderlich. Ein weiteres Beispiel ist der patentierte Profilverbinder, der das Bohren und Gewindeschneiden von Profilen überflüssig macht. Innerhalb von nur fünf Wochen war die Maschine einsatzbereit und wurde von den Richter-Technikern auf Herz und Nieren geprüft. Der Arbeitsablauf funktionierte wie geplant: Die Maschine wartet im Stand-by Betrieb und wird mit Ventilen beliebiger Größe bestückt, Förderbänder bringen die Teile zum Verarbeitungsbereich. Aus dem ERP-System von SAP kommt ein Auftrag, der von einem ans Netzwerk angebundenen PC und der eigens von Richter entwickelten Software übernommen und der Steuerung, einer Siemens S7 mit Touchpanel, weitergeleitet wird. Die Unigrav-Beschriftungsmaschine fährt in Position, die Greifer bringen die Ventile in Position und beschriftet diese, die danach weitergeleitet werden. Danach wartet die Anlage auf weitere Aufträge. In umfangreichen Tests wurde die verlangte Maschinenverfügbarkeit von mindestens 98 Prozent im Praxisbetrieb erreicht.

Stefan Graf / graf@hoppenstedt.de

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