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Lager- und Logistiksysteme von SSI Schäfer

Interview"Spannend sind insbesondere die Sonderprojekte"

Ralf Mangold von Osbra-Formteile GmbH

Eine hohe Qualität der Produkte bei einer gleichzeitigen kurzen Umsetzungszeit, ist nur eine der Herausforderungen, denen sich Produzenten von PUR-Bauteilen stellen müssen. Neben deren Entwicklung und Produktion spielt auch der sichere Transport eine entscheidende Rolle. Herr Ralf Mangold von Osbra-Formteile GmbH gibt einen Einblick, wie diese Herausforderungen bewältigt werden können.

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Lager- und LogistiksystemeIn Hochform gebracht

Kemper hat am Standort Olpe rund 20 Millionen Euro in ein neues Armaturenwerk mit integriertem Logistikzentrum investiert. SSI Schäfer lieferte als Generalunternehmer die komplette Intralogistik inklusive Lagerverwaltungssystem. Das Herzstück der Anlage ist ein über 21 Meter hohes automatisches Behälterlager mit 35.500 Stellplätzen inklusive zu- und abführender Fördertechnik.

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6-gassiges automatisches Kleinteilelager (AKL) SSI Schäfer

In der Sanitärbranche genießen Armaturen von Kemper einen herausragenden Ruf. Die in Olpe produzierten Rotguss- und Edelstahl-Armaturen für die Trinkwasserinstallation sowie -verteilung in Gebäuden sind sowohl robust als auch langlebig und erfüllen höchste Hygieneanforderungen. Außerdem fertigt das bereits 1864 in Olpe gegründete Unternehmen mit heute 780 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 267 Millionen Euro verschiedene Roh- und Fertigteile in Gusstechnik sowie Walzprodukte für die Elektroindustrie. Der Erfolg und das kontinuierliche Wachstum der Kemper-Geschäftsbereiche Gebäudetechnik und Gusstechnik führten dazu, dass die bisherige Armaturenfertigung im 1976 errichteten Werk I an ihre Kapazitätsgrenzen stieß. „Die Lagerwirtschaft war in manuellen Lagern nach dem Prinzip „Person zur Ware“ organisiert. Dies führte zu unzähligen Transporten mit Flurförderzeugen sowie einem hohen Flächenbedarf, so dass Teile des Fertigwaren- und Zentrallagers bereits in externe Lager umziehen mussten. Das zog einen großen Aufwand in der Logistik und Verwaltung nach sich“, blickt Frank Leistritz, Werkleiter Werk I bei der Gebr. Kemper, heute zurück. Aufgrund des Platzmangels und der weiter steigenden Nachfrage beschloss Kemper den Neubau eines größeren Armaturenwerks mit integriertem Logistikzentrum auf einem direkt angrenzenden Areal. Hier sollten alle Lager des Geschäftsbereichs Gebäudetechnik zentralisiert werden. Dazu gehörten nicht nur die Waren aus den externen Lagerstandorten, sondern auch ein Fertigwaren- und Versandlager, ein Kanban-Montagelager sowie ein Lager für Einzelteile und Baugruppen.

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Auftragsbehälter

Der Standort von Kemper im Biggetal bietet schon rein topologisch nur eingeschränkte Ausbreitungsmöglichkeiten, deshalb sollte das neue Logistikzentrum eine große Lagerkapazität auf kleinster Fläche bieten. Ein weiteres Ziel war die Umsetzung des Prinzips „Ware zur Person“, um innerbetriebliche Transporte mit Flurförderfahrzeugen auf ein Minimum zu reduzieren. Mit der Realisierung des Projekts beauftragte Kemper aufgrund der räumlichen Nähe, des Preis-Leistungs-Verhältnisses und der bereits bestehenden Geschäftsbeziehung den Systemanbieter SSI Schäfer. Mit der Kompetenz, alles aus einer Hand liefern zu können, bietet SSI Schäfer das gesamte intralogistische Produkt- und Leistungsspektrum von der Planung und Beratung über die Montage sowie Implementierung bis zur Inbetriebnahme und den After-Sales-Service.

Wamas-Dialog

Nach der Auftragsvergabe im Februar 2014 und einer Simulation der Anlage auf der Basis von vergangenheitsbezogenen Echtdaten begann SSI Schäfer im Januar 2015 mit der Installation der Anlage. Die realisierte Lösung besteht aus einem 6-gassigen automatischen Kleinteilelager (AKL) für rund 35.500 Behälter in zwei Größen mit einer Regalhöhe von etwa 21,5 Metern sowie einem 3-gassigen manuellen Schmalganglager für Paletten und Gitterboxen mit 1.290 Stellplätzen. Darüber hinaus werden Sonderformate im Blocklager aufbewahrt. Der Warenein- und -ausgang, die Arbeitsplätze in der Kommissionierung, Verpackung und Versand als auch die Montage sind über eine automatische Behälterfördertechnik, die größtenteils platzsparend unter der Hallendecke montiert ist, mit dem AKL verbunden. Für die Lagerverwaltung und die Steuerung sämtlicher Materialfluss-, Kommissionier- und Transportprozesse im Lager hat SSI Schäfer das Lagerverwaltungssystem (LVS) Wamas implementiert. Die integrierbare Softwarelösung wurde an das vorhandene ERP-System von Kemper angebunden und steigert die Effizienz dank Schnittstellenminimierung.

Regalbediengerät

Da die Lieferfähigkeit von Kemper zu keinem Zeitpunkt gefährdet sein durfte, fand der Umzug von insgesamt circa 700 Tonnen Material aus den verschiedenen Lagern schrittweise von August 2015 bis Mitte März 2016 statt. Parallel dazu lief die Inbetriebnahme und Hochlaufphase der gesamten Intralogistikanlage sowie der Armaturenmontage. „Wir haben den Umzug erst einmal mit der Hälfte der Bestände vollzogen. Solange haben wir noch in dem alten Werk produziert und von dort ausgeliefert. An einem Wochenende im März 2016 haben wir dann die Produktion und die Auslieferung mit den noch verbliebenen Beständen ins neue Lager nachgeholt“, erinnert sich Frank Leistritz. Allein für das AKL mussten in Summe circa 9.000 kleine Behälter (300 x 400 x 220 mm für max. 25 kg Ware) und 12.700 große Behälter (600 x 400 x 270 mm für max. 50 kg Ware) in der alten Fabrik umgepackt werden.

Reibungslos und ergonomisch

„Gemessen an dem Umfang und dem damit einhergehenden Fortschritt lief die Inbetriebnahme des neuen Lagers nahezu reibungslos. SSI Schäfer hat auch erweiterte und optimierte Forderungen von Kemper stets zeitnah wie effizient umgesetzt“, lobt Leistritz. Besonderes Augenmerk wurde auf die ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze gelegt. So wird zum Beispiel auf Palette angelieferte Ware im Wareneingang auf Scherenhubtischen platziert, um beim Umpacken in Behälter stets eine optimale Greifhöhe zu gewährleisten. Integrierte Waagen unterstützen die Mitarbeiter bei der Erfassung der Artikel und sorgen für eine hohe Logistik-Qualität. Leerbehälter werden dem Mitarbeiter über den Fördertechnik-Loop automatisch zugeführt, während volle Behälter direkt vom Arbeitstisch auf die Fördertechnik abgeschoben werden können. In der Kommissionierung werden dem Mitarbeiter bis zu vier Auftragsbehälter bereitgestellt, die er mit Waren aus dem AKL auftragsbezogen befüllt. So ist ein zeitgleiches Kommissionieren von Aufträgen für alle Zielbereiche (Montage, verlängerte Werkbänke, Versand) möglich. Ist der Kommissionierauftrag abgeschlossen, wird der Auftragsbehälter von der Fördertechnik automatisch in den vorgesehenen Bereich transportiert oder im AKL zwischengelagert, um später zusammen mit anderen Behältern eines Auftrags sequenziert direkt zum Versand transportiert zu werden.

Zukunftsfähigkeit für weiteres Wachstum

„Die Einführung des neuen Logistiksystems mit dem hohen Grad der Automatisierung und der Schnittstelle zu unserem ERP-System ist für Kemper ein Quantensprung. Damit ist es uns gelungen, unterschiedlichste Anforderungen unserer Kunden umzusetzen“, betont Frank Leistritz mit Blick auf die Leistungsfähigkeit der Anlage, die erreichte Transparenz sowie die schnelle und hohe Warenverfügbarkeit. Die stichtagsbezogene Umstellung, der Umzug bei laufendem Betrieb sowie die erfolgreiche Schulung des Personals auf allen Ebenen und ein Notfallkonzept bei Gassenausfall seien Herausforderungen gewesen, die Kemper und SSI Schäfer gemeinsam gemeistert haben. „Im Augenblick fallen uns keine Wünsche mehr ein, die man jetzt noch realisieren müsste. 2016 war die Auftragslage in unserem Geschäftsbereich aufgrund des Baubooms sehr hoch. Dieses Wachstum konnten wir nach dem Umzug dank der neuen Technik ohne Probleme leisten“, resümiert Leistritz zufrieden. Und Projektleiter Klaus Eul, Gebietsleiter Fachvertrieb Automatisierte Gesamtsysteme bei SSI Schäfer, ergänzt: „Die Zusammenarbeit mit dem Hause Kemper ist absolut partnerschaftlich. Gemeinsam haben wir die gestellten Ziele erreicht.“ Zur Absicherung der sehr gut laufenden Anlage hat Kemper mit SSI Schäfer einen Wartungs- und Servicevertrag mit einer Reaktionszeit innerhalb von vier Stunden vereinbart, aber auch eine eigene Gruppe von Instandhaltungspersonal geschult. Langfristige Planungs- und Investitionssicherheit für Kemper sowie eine nachhaltige, stabile Partnerschaft sind somit sichergestellt.

Inzwischen hat das neue Lager bereits einen Füllgrad von etwa 70 Prozent erreicht. Die sechs Regalbediengeräte vom Typ SMC2 XL im AKL führen derzeit circa 3.000 Ein- und Auslagerungen am Tag mit einem Gewicht von etwa 45 Tonnen durch, während im Palettenlager rund 100 kommissionierte Auslagerungen am Tag mit einem Gewicht von circa sechs Tonnen erreicht werden. Im Versand werden derzeit täglich rund 500 AKL-Behälter und 50 Gitterboxen verpackt und versandfertig gemacht. Somit ist Kemper bestens für die Zukunft gerüstet: Bereits in dieser Ausbaustufe verfügt das Unternehmen über reichlich Kapazität für weiteres Wachstum. Darüber hinaus lässt sich das Paletten- oder das Blocklager sowie das Behälterlager um bis zu vier Gassen mit einer Kapazität von 23.712 Stellplätzen erweitern. Und auch die Armaturenmontage kann in einer zweiten Ebene ausgebaut werden. cs

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