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PressentechnikProduktions-Know-How in der Pressenlücke

Mit dem Pressen eines Werkstücks alleine ist es nicht getan. Herkömmliche Feedertechniken oder Roboter beherrschten bisher den Markt des Teiletransportes, erreichen aber nur schwerlich die Anforderungen der Industrie an Flexibilität und Geschwindigkeit in der Fertigung. Vor allem die Automobilindustrie und ihre Zulieferer werden getrieben von immer kürzeren Modellzyklen, größerer Vielfalt, neuen Materialanforderungen und schneller wechselnden Designs. Das Syntec-Konzept von Müller Weingarten gibt den Herstellern die Möglichkeit, in kürzester Zeit nicht nur die Werkzeuge, sondern auch das Tooling zu wechseln.

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Maschinenelemente (ME): Produktions-Know-How in der Pressenlücke

Kern des Syntec-Konzeptes sind drei neue Mechanisierungskonzepte, der Swingarm, der Speedbar und der Swivelarm. Der Swingarm findet seinen Einsatz vor allem in Kompakt-Saugertransferpressen, der Speedbar ist für Kompakt-Pressenstraßen konzipiert und der Swivelarm als Nachrüstmodul. Alle drei Systeme verfügen über einen Crossbar, an dem das eigentliche zupackende Werkzeug – das Tooling – befestigt wird. Der Clou aller drei Systeme ist die freie elektronische Programmierbarkeit des Bewegungsablaufes und der vollautomatisierte Toolingwechsel. Zusammen mit dem Presswerkzeug kann zugleich das Tooling ausgetauscht und der Bewegungsablauf automatisch aus der Datenbank aufgerufen werden. Die frei programmierbare Bewegung der Syntec-Module ermöglicht es, jedes Teil über ein individuelles Bewegungsprofil direkt von einer Umformstufe in die andere zu legen. Der Teiletransport verläuft nicht mehr im Gleichtakt wie bei herkömmlichen Transfer-Pressen, sondern in einer schnelleren Wellenbewegung phasenversetzt durch die Anlage. Mit der früher üblichen Orientierungsstation entfallen die Kosten und der Zeitverlust für einen zweiten Arm und ein zweites Tooling. Obendrein können die Pressen kompakter gebaut werden, da kein Platz mehr für eine Teileablage eingeplant werden muss.

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Neben Daimler-Chrysler in Sindelfingen zählen auch drei Fabriken in China zu den Kunden, die bereits erfolgreich mit dem neuen Konzept arbeiten. Eine weitere Presse für China ist derzeit im Bau. In der Kompaktsaugerpresse, die seit November 2004 in Sindelfingen eingesetzt wird, arbeitet die Swingarm-Transfertechnik. Dieses System überbrückt 17 Mal in der Minute Abstände bis zu 3,80 Meter zwischen den Pressen. Damit hat Daimler-Chrysler den Ausstoß um 30 Prozent erhöht. Die neue Anlage gilt daher weltweit als produktivste ihrer Art. Nicht umsonst hat der in der Branche hoch geachtete Harbour Report Europe 2004 die neue Presse mit dem ersten Platz für Anlagen-Produktivität ausgezeichnet und zum weltweiten Benchmark erklärt. Müller Weingarten baut damit seine Position als Technologieführer am Markt weiter aus. Nutzt der Kunde den automatischen Wechsel des Toolings, legt der Swingarm beim Werkzeugwechsel das Sauger-Tool selbständig am Schiebetisch der Presse ab und wird mit diesem zusammen ausgetauscht. Das reduziert die Werkzeugwechselzeiten auf unter 15 Minuten. Für jeden Werkzeugsatz sind die Bewegungsabläufe für den Swingarm im Computer hinterlegt und werden einfach nur in die Anlage eingespeist.

In den Pressenstraßen für die chinesische Automobilproduktion kommt die Speedbar-Technik zum Einsatz. Sie überbrückt größere Abstände zwischen den Pressen bis zu 6,80 Meter und leistet über diese Distanz bis zu 13 Teilewechsel in der Minute.

Der Swivelarm ist im Rahmen des Press-Tunings als Nachrüstsatz für bestehende Pressenstraßen konzipiert. Anders als Swingarm und Speedbar greift dieses System den Saugerbalken mittig und kann das Teil horizontal drehen. Der Swivelarm überbrückt die bei älteren Pressenstraßen üblichen Abstände von bis zu acht Metern in gut einer Sekunde.

Als neuestes Produkt soll die Syntec-Linie in den kommenden Monaten durch den Single-Arm ergänzt werden. Diese Weiterentwicklung aus dem Swingarm ist ebenfalls ein Nachrüstmodul, das nun in Verbindung mit einem Kompakt-Singlearm auch eine Wendefunktion bietet.

Alle Produkte des Syntec-Konzeptes kommen nicht nur zwischen den Umformstufen zum Einsatz, sondern auch bei der Zuführung der Bleche und bei der Ablage der fertigen Werkstücke am Ende der Presse. Mit der so genannten Front und End of Line- Funktionalität kann Müller Weingarten ein einheitliches Transport-System für die ganze Anlage liefern.

Die Industrie hat gute Gründe für den Einsatz flexibler Technologien. Einerseits erlaubt die frei programmierbare Transfertechnik eine schnelle Umstellung der Produktion auf andere Modelle und die sofortige Reaktion auf überraschende Anforderungen des Marktes. In Zeiten ständig wechselnder Kundenansprüche verschafft diese Technik den Herstellern einen entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb.

Zudem erlaubt Syntec einen fließenden Übergang der Fertigung an einen Zulieferer. In der Vorserienfertigung und im Auslauf einer Serie können die Werkzeuge und Toolings reibungslos von einem Zulieferer übernommen oder an ihn übergeben werden. Die hocheffizienten Großanlagen zur Großserienfertigung stehen damit für neue Volumen-Produkte zur Verfügung und dennoch kann das bisherige Produkt in der gewohnten Qualität über einen Zulieferer angeboten werden. Dieser vereinfachte Produktionsaustausch ist für beide Seiten von Vorteil.

Das Syntec-Konzept entspricht damit dem Trend zur konsequenten Trennung von Presse und Materialtransport und verbessert die Wertschöpfung über die Prozesse zwischen den Pressen.Christian Thalheimer Müller-Weingarten/hs

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