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Zum frühen Tod von Ed Miller, Cimdata

In meinen Beiträgen habe ich ihn gerne als den amerikanischen PLM-Papst bezeichnet, was er sicher weit von sich gewiesen hätte, denn er war trotz seines selbstbewussten Auftretens ein bescheidener Mensch. Am 6. Juni 2010 starb Eddy D. Miller, der Vorstandsvorsitzende von Cimdata, nach kurzer Krankheit im Alter von nur 61 Jahren. Kennen und schätzen gelernt habe ich Ed Miller in meiner Zeit als Redakteur bei der Zeitschrift CAD-CAM-Report. Er brachte Anfang der 90er Jahre seine Vision von einem umfassenden, den gesamten Produktlebenszyklus umspannenden Management der Engineering- beziehungsweise Produktdaten mit nach Europa, wo man damals mit den Begriffen EDM oder PDM noch nicht viel anzufangen wusste. Eds Anregungen und seine überzeugende Darlegung des Nutzen- und Marktpotentials dieser Technologie, die heute niemand mehr in Frage stellt, haben dazu beigetragen, dass wir uns beim Dressler Verlag 1995 entschlossen, mit dem eDM-Report die erste deutsche Fachzeitschrift zu diesem Thema auf den Markt zu bringen. Sein Rat und seine Unterstützung als Autor und Ideengeber waren für mich als Chefredakteur der ersten Jahre eine große Hilfe, für die ich ihm Dank schulde.

Eddy D. Miller, Vorstandsvorsitzender von Cimdata, wurde oft als „Vater des PDM“ bezeichnet.

Beratung war Ed Millers Leben. In den 25 Jahren seiner Tätigkeit für Cimdata hat er Industrieunternehmen der unterschiedlichsten Branchen überall auf der Welt dabei unterstützt, ihre Anforderungen auf dem Gebiet des Product Lifecycle Managements (PLM) zu definieren, die für sie geeigneten Lösungen auszuwählen und im produktiven Einsatz den maximalen Nutzen aus der Technologie zu ziehen. Er hat aber auch den PLM-Anbietern geholfen, die Anforderungen der Industrieunternehmen zu verstehen und in noch bessere Lösungen umzusetzen. Neue technologische Trends aufzuspüren und herauszufinden, wie sie die PLM-Entwicklung beeinflussen, zählte zu seinen Stärken. Dadurch hat er sich die Anerkennung und den Respekt als einer besten Kenner des globalen PLM-Marktes erworben und war ein gefragter Redner auf unzähligen PLM-Veranstaltungen. Ed Miller konnte nicht nur fesselnd reden, sondern auch gut zuhören. Er hatte trotz seiner beruflichen Anspannung immer ein offenes Ohr für Fragen, die er bereitwillig und mit der ihm eigenen Sachkenntnis beantwortete. Was mich am Tod von Ed Miller besonders schmerzt, ist das geringe Echo, das sein Ableben in der deutschen PLM-Fachpresse bislang gefunden hat. Nichts, kein Sterbenswörtchen über einen Menschen, der die Themen, über die wir Journalisten heute täglich schreiben, durch sein Wirken maßgeblich beeinflusst hat. Das ist traurig, weil es deutlich macht, wie wenig unser berufliches Tun nachwirkt. Ed Miller hat unsere zugegebenermaßen noch junge PLM-Geschichte mitgeschrieben und verdient es deshalb, erinnert zu werden. Mit ihm, dem „Vater des PDM“, verliert die Branche einen ihrer wichtigsten Vordenker.

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Michael Wendenburg, Fachjournalist, Sevilla

Cimdata (Europa), Hoofddorp/Niederlande Tel. +31/23/5689 385, http://www.cimdata.com

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