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Zollern gewinnt den European Aluminium Award

Zum nunmehr achten Mal wurde im Oktober im Rahmen der Fachmesse Aluminium 2012 in Düsseldorf der European Aluminium Award vergeben. In der Kategorie "Consumer products - innovation" gewann in diesem Jahr Zollern. Das Unternehmen hatte sich mit einer Motorradhinterradschwinge aus Aluminiumfeinguss für BMW-Rennmotorräder um die prestigeträchtige Auszeichnung beworben.

Preisverleihung an Georg Borgschulte, Vertriebsleiter Zollern Feinguss Soest (2.v.r.).

Der Preis wird an Produkte oder Projekte verliehen, die den Werkstoff Aluminium in einer besonders innovativen Weise zum Einsatz bringen. Er gilt in Europa als höchste Auszeichnung auf diesem Gebiet. In diesem Jahr gab es 63 Bewerbungen aus 12 Ländern, die von einer unabhängigen internationalen Jury, unter Leitung von Prof. Laurens Katgerman, der Technischen Universität Delft, bewertet wurden. Ihre Entscheidung für Zollern begründete die Jury folgeendermaßen: "Im Wettbewerbssport ist, obwohl in der Regel sehr teuer, die Forderung nach höchster Zuverlässigkeit und schnellster Entwicklung von größter Bedeutung. Diese Lösung ist für die Jury der Beweis dafür, dass sich durch den Einsatz von Aluminium als Leichtbaumaterial Gewichts- und Kostenreduzierung mit der notwendigen Zuverlässigkeit und der Erfüllung der geforderten Leistungsparameter verbinden lassen. Dies ist eine erfolgreiche Kombination von Prozess und Material."

Die ausgezeichnete Hinterradschwinge wird von BMW seit 2011 für die Rennboliden der Superbike-Weltmeisterschaft eingesetzt. Die Hinterradschwinge, die im Zollern-Werk in Soest hergestellt wurde, ersetzte die vorangegangene gefräste Konstruktion und bringt den Fahrern eine Gewichtsersparnis von bis zu 20 Prozent. Die dementsprechende Reduzierung der ungedämpften Masse am Motorrad führt zu einer Verbesserung der Fahreigenschaften. Die Entwicklung der neuen Schwinge wurde in Zusammenarbeit von BMW Motorrad Motorsport, der alpha Racing GmbH & Co. KG, EDAG und Zollern realisiert. Ergebnis war ein Aluminiumbauteil des Werkstoffes A 357, einer Größe von 650 x 260 x 350 mm und einem Gewicht von weniger als 6 kg. Zum ersten Kontakt mit Zollern kam es im Januar 2010, und die ersten drei Teile standen bereits im April für Test zur Verfügung. Die ursprüngliche Fräskonstruktion wurde danach in ein reines Gussteil überführt und nach einigen Test- und Optimierungszyklen im Oktober 2010 serienreif freigegeben. Pete Goddard, Ex Superbike-Rennfahrer und jetzt Entwicklungsingenieur bei alpha Racing: "Zollern hat sich als exzellenter Partner erwiesen. Kompetenz und Zuverlässigkeit suchen ihres Gleichen und die Ergebnisse des eingesetzte Fertigungsverfahren sind absolut beeindruckend."

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Hightech aus der Luftfahrt im Motorrad

Zur Fertigung des hochbeanspruchten Bauteils setzte Zollern das geschützte Sophia - Verfahren ein, dass prädestiniert für derartige Bauteile ist und vom Unternehmen insbesondere für Teile der Luftfahrt und Wehrtechnik eingesetzt wird. Das Verfahren dient der gezielten Beeinflussung der Gefügestrukturen von Bauteilen durch einen gesteuerten Abkühlvorgang nach dem Gießen. Dabei erstarrt die Schmelze schneller und gleichmäßiger als beim konventionellen Feinguss. Durch gezieltes Steuern des Abkühlvorganges können dick- und dünnwandige Bereiche gleichmäßig schnell abgekühlt werden. Dadurch erhält man ein feinkörniges, dichtes Gussgefüge mit außergewöhnlich guten statischen und dynamischen Festigkeitseigenschaften. Es ermöglicht dünnwandige Gussstücke mit großen Flächen sowie extremen Wanddickensprüngen mit kleinsten Toleranzabweichungen und höchster Oberflächen- und Materialgüte. Bei der BMW-Schwinge konnten die Wandstärken dadurch auf unter 2 mm reduziert werden. Markus Schmidt, der als Entwicklungsingenieur bei alpha Racing für die Schwinge verantwortlich ist, betont: "Neben dem extremen Leichtbau konnten Designänderungen ohne zusätzliche Werkzeugkosten, kurzfristig direkt aus dem Konstruktionsdatensatz umgesetzt werden. Damit waren wir in der Lage, das Feedback unserer Fahrer direkt im Bauteil umzusetzen." kf

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