Handhabungstechik

Aus dem Vollen greifen

Sommer-Automatic ist Teil der Zimmer Group. Geschäftsführer Günther Zimmer, der 1980 das Unternehmen mit seinem Bruder Martin gemeinsam gründete, gibt Chefredakteur Hajo Stotz Einblick in das Unternehmen und den Automatisierungsbereich.

SCOPE: Herr Zimmer, die Zimmer Group deckt mit Sommer den Automatisierungsbereich ab. In welchen anderen Gebieten ist die Gruppe noch aktiv?

Zimmer: Neben den Automatisierungslösungen umfasst das Angebot der Gruppe den Bereich Klemm- und Bremselemente für die unterschiedlichsten Linearführungen der einzelnen Hersteller. In dieser Produktsparte sind wir Marktführer. Zudem bieten wir Industriestoßdämpfer für den hohen Leistungsbereich sowie Dämpfungssysteme und Stossdämpfer für die Möbelindustrie an. Dieser Bereich wurde 2004 gegründet und hat sich ebenfalls sehr gut entwickelt. Seit letztem Jahr gehört auch die Benz GmbH Werkzeugsysteme in Haslach zur Zimmer Gruppe.

SCOPE: Und Sommer vertreibt die Automatisierungslösungen der Gruppe?

Zimmer: Zimmer und Sommer haben 1982 gemeinsam als erste Unternehmen in Deutschland standardisierte Greifer auf den Markt gebracht. 1999 haben wir Sommer übernommen. Entwickelt und produziert wird bei Zimmer in Rheinau, Sommer in Ettlingen ist für Marketing und Vertrieb zuständig.

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SCOPE: Die standardisierten Greifern waren folglich die Grundlage für den Erfolg von Sommer?

Zimmer: Genau. Die Idee bestand darin, als Alternative zu den selbst gebauten Vorrichtungen der Roboterhersteller und Anlagenbauer komplette Module anschlussfertig zu liefern – und das über die Bestellung per Katalog. Die Konstrukteure fanden schnell heraus, dass sie so viel Zeit und Geld sparen. Das Angebot an unsere Kunden, sämtliche Produkte unverbindlich und kostenlos zehn Tage zu testen, erntete Kopfschütteln beim Wettbewerb, kam aber bei den Kunden hervorragend an. Heute ist das ganz normal.

SCOPE: Ihr Marktbegleiter Schunk hat einen Bildverarbeitungshersteller übernommen und entwickelt sich zum Komplettsystemanbieter. Wird Bildverarbeitung bei Sommer auch zum Normalfall?

Zimmer: Unsere Kunden wollen möglichst praktikable und zuverlässige Lösungen, die schnell zu einem Erfolg führen. Den Weg zum Anbieter von Bildverarbeitungs-Lösungen werden wir nicht gehen. Unsere Stärke sind innovative, qualitativ hochwertige und preislich attraktive Komponenten. Dabei steht die Kunden orientierte Entwicklung bei uns an erster Stelle. Wir arbeiten bei der Entwicklung mit Roboterherstellern, Integratoren und Endanwendern zusammen, und so entstehen Branchen orientierte Produkte, die genau auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten sind.

SCOPE: Wie hoch ist denn der Anteil an individuellen Lösungen und Standard-Produkten?

Zimmer: Der Anteil an kundenindividuellen Lösungen wächst ständig, aber die Standard-Produkte haben nach wie vor mit über 70 Prozent den größten Anteil.

SCOPE: Sind Serienproduktion und kundenindividuelle Lösungen nicht völlig unterschiedliche Anforderungen?

Zimmer: Nein, überhaupt nicht. Unser Produktprogramm ist wie ein Baukasten. Unsere Konstrukteure schöpfen aus einem Programm von über 600 Produkten: Das Resultat sind schnelle, kostengünstige und erprobte Systemlösungen für individuelle Automatisierungsaufgaben. Andererseits wiederum profitieren unsere Standardprodukte aus diesem riesigen Erfahrungspool der Anwender. Dies führt dann eben zu solchen Produkten, die der Markt auch tatsächlich braucht und die der Kunde bei uns erwartet.

SCOPE: Die auch in Deutschland gefertigt werden?

Zimmer: Selbstverständlich, bei den Qualitäts- und Innovationsanforderungen an unser Produktprogramm ist das auch nicht anders denkbar. Eine weitgehend automatisierte Produktion mit modernsten Maschinen, sowie gut ausgebildete und engagierte Mitarbeiter, schaffen die nötige Vorrausetzungen trotz hoher Fertigungstiefe an unserem Produktionsstandort Rheinau wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem sind allein 15 Prozent unserer Beschäftigten in Entwicklung und Konstruktion tätig. Das sorgt für zahlreiche innovative Produkte und gibt uns den notwendigen Vorsprung.

SCOPE: Und welche neuen Innovationen stellen Sie auf der diesjährigen Motek vor?

Zimmer: Ein Highlight sind sicher die neuen Flachschwenk- einheiten der Serie SF, die Robustheit und kompakte Außenabmessungen vereinen. In den neuen Ausführungen sind Nuten zur Anbringung von Magnetfeldsensoren zur Positionsabfrage bereits integriert. Außerdem bietet eine neue Gerätevariante einen variabel einstellbaren Schwenkwinkel im Bereich von 0° bis 180°. Basis der Flachschwenkeinheiten sind zwei doppelt wirkende Pneumatikzylinder, die für den Antrieb in beide Richtungen bei einem Drehmoment von bis zu 130 Newtonmeter sorgen. Durch die Kraftübertragung über Zahnstange und Zahnrad wird die Antriebskraft in ein Drehmoment umgelenkt. Die Geschwindigkeit lässt sich über eine integrierte Drosselverschraubung regulieren. Die in sechs Baugrößen erhältlichen Flachschwenkeinheiten arbeiten mit hoher Wiederholgenauigkeit bei gleich bleibendem Dämpfungsverhalten. Dabei sind die integrierten, hydraulischen Stoßdämpfer mit Wendelnuttechnologie ein Novum. Sie sorgen für ein verschleißarmes Anfahren der Endlagenposition. Durch die Einschraubtiefe der Stoßdämpfer lässt sich die Dämpfungscharakteristik individuell einstellen. Die Stoßdämpfer sind im Druckraum eingebaut und werden durch permanenten Luftstrom gekühlt. Ein Wärmeproblem entsteht bei dieser Bauart also nicht.

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