Bearbeitungssysteme

Eine starke Kombi

Seit Ende 2003 leitet Markus Schnyder die Machining Technology Division der Mikron-Gruppe, seit Juni 2008 in alleiniger Verantwortung. SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz hat mit ihm über die Strategie des Werkzeug- und Werkzeugmaschinenbereiches gesprochen.

SCOPE: Herr Schnyder, für welche Anwendungsfälle sind Mikron-Maschinen besonders geeignet?

Schnyder: Das Produktportfolio von Mikron Machining Technology ist außerordentlich breit.

Die Spannweite unserer Bearbeitungssysteme reicht von größter Flexibilität bis zur höchsten Produktivität. Mikron-Maschinen bearbeiten Werkstücke mit einem Durchmesser von 0,4 bis zu 250 Millimetern, die Losgrößen gehen von wenigen hundert Stücken bis zu einigen Millionen.

Und die Taktzeit unserer Systeme kann drei Minuten pro Stück als auch 520 Stück pro Minute betragen. Geeignet sind die automatisierten Mikron-Bearbeitungssysteme vor allem für eine Werkstückfertigung, bei der hohe Präzision und Wertschöpfung oder eine große Produktivität gefordert ist. Was hauptsächlich in der Automobilindustrie, der Medizinaltechnik, der Writing-Industrie, der Elektroindustrie (Steckverbinder) und der Uhrenindustrie der Fall ist. Eine Exklusivität von Mikron und damit ein enormer Vorteil für den Kunden ist auch die erfolgreiche Symbiose von Transfermaschinen und Schneidwerkzeugen (Mikron Tool). Diese Kombination aus Maschinen und Werkzeugen garantiert eine perfekte Prozesssicherheit.

Anzeige

SCOPE: Wie teilen sich die Bereiche Maschinen und Tools umsatzseitig auf? Und welche Potenziale sehen Sie jeweils in diesen Bereichen?

Schnyder: Das Verhältnis beträgt ca. 80 Prozent Maschinen zu 20 Prozent Tools.

Ein Schwerpunkt bei den Maschinen ist, die „Abhängigkeit“ von der Automobilindustrie zu verringern. Hier sehen wir große Chancen in den für uns relativ neuen Marktsegmenten der Medizinaltechnik und Uhrenindustrie.

Im Tool-Bereich haben wir ein großes Wachstumspotenzial. Dank den Mikron Tool-Produkten (z.B. Crazy-Drill) öffnet sich uns ein weites Spektrum an potenziellen Kunden.

SCOPE: Welchen Anteil hat der deutsche Markt für Mikron und welche Rolle spielt der Standort Rottweil?

Schnyder: Der Standort Deutschland ist von größter Wichtigkeit, denn Deutschland ist Weltführer hinsichtlich Innovationen und spanabhebender Bearbeitung.

Für Mikron als Anbieter von kundenspezifischen Lösungen sind Markt- und Kundennähe ein Muss. Rottweil ist dabei ein idealer Stützpunkt, diese Anforderungen zu erfüllen.

SCOPE: Wo produziert Mikron die Maschinen und die Werkzeuge?

Schnyder: Unsere Maschinen und Werkzeuge werden einmal in Agno (Schweiz) und in Rottweil (Deutschland) produziert.

SCOPE: Welche Rolle spielt für Ihren Kundenkreis die Automatisierung der Prozesse und welche Automatisierungslösungen bieten Sie an?

Schnyder: In Europa herrscht eine große Nachfrage nach Automatisierungsprozessen, in den asiatischen Ländern liegt der Schwerpunkt auf anderen Prioritäten, wie Qualität oder Prozesssicherheit.

Ein großer Teil unserer Systemlösungen basiert auf einem Prozess, der vom Rohteil (Stange, Draht: Schüttgut, Einzelteile) bis zum fertigen Werkstück reicht.

SCOPE: Wie werden die Tools vertrieben? Online? Über Händler, oder über Katalogpartner?

Schnyder: Das hängt vom jeweiligen Land ab. Entweder im Direktvertrieb oder mit einem Vertriebspartner. Bei der Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern erhalten diese selbstverständlich eine umfassende technische Unterstützung von unseren Standorten Agno und/oder Rottweil.

SCOPE: Wie kommt das Bearbeitungssystems Multistep XT-200, das Sie zur letzten Emo dem Markt vorgestellt haben, bei den Kunden an und was sind die besonderen Merkmale dieser Maschine?

Schnyder: Die Maschine stößt auf großes Interesse und die Kunden sind begeistert über ihre technischen Neuerungen.

Die Multistep XT-200 verbindet die Produktivität einer Transfermaschine mit der Flexibilität eines 5-Achsen-Bearbeitungszentrums.

Ihre besonderen Merkmale sind: Das Umrüsten erfolgt in nur zehn Minuten; der Werkzeugwechsel, also die Span-zu-Span-Zeit, beträgt weniger als eine Sekunde; mit ihr können Werkstückgrößen bis zu 200 Millimeter und in sehr variablen Losgrößen bearbeitet werden.

SCOPE: Wie hat sich das Jahr 2008 für Mikron entwickelt und welche Erwartungen haben Sie für 2009?

Schnyder: Nach einem sehr guten ersten Halbjahr 2008 bekamen wir die sich verschärfende allgemeine Wirtschaftskrise und besonders die Auswirkungen des Abschwungs in der Automobilindustrie deutlich zu spüren. Betroffen war neben dem Geschäft mit Neumaschinen auch das Geschäft mit Schneidwerkzeugen.

Für das Geschäftsjahr 2009 wird ein deutlich tieferes Gesamtvolumen erwartet. Entsprechend wurde an allen Standorten bereits eine Anpassung der Kapazitäten eingeleitet. Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten im wirtschaftlichen Umfeld sind Prognosen für das Jahr 2009 äußerst schwierig. Den sich ändernden Anforderungen des Marktes begegnet Mikron mit innovativen und unkonventionellen, aber vor allem kundennahen Lösungen und nutzt so die sich bietenden Chancen.

SCOPE: In der momentanen Krise sind bei Anwendern besonders Lösungen zur Kosteneinsparung gefragt – können Sie die Anwender dabei mit Prozessen oder Produkten unterstützen?

Schnyder: Mikron verkauft heute seine Bearbeitungssysteme an Kunden, die entweder ihre Produktqualität verbessern oder sich flexibler auf unterschiedliche Losgrößen einstellen wollen. Auch eine verbesserte Durchlaufzeit beziehungsweise eine höhere Effizienz sind wichtige Kriterien für unsere Kunden.

Dank Mikron Tool profitiert der Kunde von sehr gewinnbringenden Prozessoptimierungen, sei dies auf Mikron- oder auch auf anderen Bearbeitungssystemen.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Kleinbohrer

Verrückte Bohrer

beziehungsweise CrazyDrills nennt Mikron seinen millionenfach verkauften Kleinbohrer. Er ist mittlerweile in vier Varianten verfügbar, jeder mit einer an die Bedürfnisse angepassten Geometrie. Vom Pilot- bis Tieflochbohren, vom Bearbeiten von Stahl,...

mehr...

Transfersysteme

Spannen, spanen und sparen

Nicht nur eines, sondern gleich mehrere Serienteile in identischer Spannung zu bearbeiten, ist wirtschaftlich interessant: Zum einen sind die Hauptzeiten in der Fertigung ausgereizt. Auch High-Tech-Tools spanen mittlerweile am Limit.

mehr...
Anzeige

So einfach kann Automation sein

Die item item linear motion units® bieten Lineareinheit, Motor, Getriebe und Steuerung plus Software für Konfiguration & Inbetriebnahme. Jetzt im Factsheet informieren!

mehr...
Anzeige
Anzeige