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Wilo Gruppe: Auf Wachstumskurs

Die Wilo Gruppe ist in wirtschaftlich spannenden Zeiten weiter auf Wachstumskurs. EuropäischerStaatsschuldenkrise und nachlassender Dynamik der Weltwirtschaft zum Trotz blickt der Dortmunder Pumpenspezialist auf ein positives Geschäftsjahr zurück. Bei der Bilanzpressekonferenz am 25. April 2012 in Düsseldorf stellte Oliver Hermes, Vorstandsvorsitzende der WILO SE, den Jahresabschluss 2011 vor. Sein Ausblick auf die Geschäftsaktivitäten des laufenden Jahres 2012 ist optimistisch.

Die Wilo SE mit Hauptsitz in Dortmund ist einer der weltweit führenden Hersteller von Pumpen und Pumpensystemen für die Heizungs-, Kälte- und Klimatechnik sowie die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.

Der weltweit agierenden Wilo Gruppe ist es nach 2010 erneut gelungen, beim Umsatz die Milliarden-Grenze zu überschreiten und den Rekord des Vorjahres zu übertreffen. Die Umsatzerlöse in 2011 betrugen 1,07 Milliarden Euro. "Die im Berichtsjahr um 4,8 Prozent gestiegenen Umsatzerlöse haben eine besondere Qualität, weil wir im Krisenjahr 2009 nur geringe Einbußen zu verzeichnen und 2010 dann ein Rekordumsatzwachstum in Höhe von 10,3 Prozent realisiert hatten", hob Hermes hervor. Das EBIT in Höhe von 97,6 Millionen Euro bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau.

Das Geschäftsjahr 2011 war von der Staatsschuldenkrise vor allem in Südeuropa, von steigenden Rohstoffpreisen und in Deutschland von der Abschaffung der KfW-Pumpenprämie geprägt. Zudem wird immer deutlicher, wie sich die globalen wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse in einem hoch dynamischen Prozess verschieben: weg von der Dominanz der Industrieländer hin vor allem zu den Schwellenländern, von den atlantischen zu den pazifischen Regionen. Auf diesen Trend hat sich die Wilo Gruppe eingestellt, indem die Unternehmensstruktur und die strategischen Investitionen proaktiv und frühzeitig ausgerichtet wurden. "So konnten wir in den Wachstumsregionen noch flexibler und zielgerichteter agieren", führte Hermes aus. Der 41-Jährige sieht sich mit Blick auf die regionale Verteilung der Umsatzentwicklung des Dortmunder Pumpenspezialisten bestätigt.

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So wurde das größte absolute Wachstum im Berichtsjahr 2011 in der Region EMEA (East, Middle-East und Africa) erzielt, angetrieben besonders durch die sehr positive Entwicklung in Russland und in der Türkei. In Asien hat die Geschäftsentwicklung in China und Südkorea maßgeblich zum deutlich positiven Wachstum beigetragen. Auch in Europa konnte ein moderates Wachstum erzielt werden. Innerhalb dieser Region sei aber eine differenzierte Betrachtung notwendig. "Der zweitwichtigste Einzelmarkt Frankreich ist wie auch die osteuropäischen EU-Staaten gewachsen", führte der Vorstandsvorsitzende aus, "während weitere zum Teil deutliche Umsatzeinbußen in den südeuropäischen Staaten hinzunehmen waren." Im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland konnten die Marktanteile nicht nur verteidigt, sondern leicht ausgebaut werden. Angesichts der Abschaffung der KfW-Pumpenprämie, dieunter anderem dazu geführt habe, dass der gesamte Heizungspumpenmarkt im Berichtsjahr geschrumpft ist, sei dies eine bemerkenswerte Leistung.

Sehr zufrieden zeigte sich der Vorstandsvorsitzende auch mit der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns. Das Eigenkapital der Wilo Gruppe erhöhte sich bei einem positiven Konzernergebnis in Höhe von 53,4 Millionen Euro um 5,3 Prozent auf 410,0 Millionen Euro. Das Eigenkapital beläuft sich auf 46,2 Prozent der Bilanzsumme. Hermes: "Unser Bestand an liquiden Mitteln konnte gegenüber dem Vorjahr erneut gesteigert werden, und zwar von 152,8 auf 166,0 Millionen Euro. Diese positive Liquiditätssituation ist in Zeiten der Verunsicherung an den Finanz- und Kapitalmärkten für uns besonders wichtig, da wir uns für die Zukunft viel vorgenommen haben und kräftig investieren wollen."

Der Pumpenspezialist, der seine Unternehmenszentrale in Dortmund hat, wolle auch die Zukunft als Innovations- und Technologieführer weiter prägen. Die Investitionen der Unternehmensgruppe wurden um fast 17,4 Prozent gesteigert. Auch die Aufwendungen im Bereich Forschung und Entwicklung haben sich um nahezu 9 Prozent erhöht. Der Gruppe gelangen wesentliche Fortschritte im Bereich der Antriebstechnik, insbesondere in der Motoren- und Elektronikentwicklung. Auf der Leitmesse ISH in Frankfurt am Main wurde der Öffentlichkeit beispielsweise der erste Hocheffizienzantrieb für Trockenläuferpumpen präsentiert, dessen Motorwirkungsgrade sogar über den Grenzwert der für die Zukunft vorgesehenen und dann besten Energieeffizienzklasse IE4 (gemäß IEC TS 60034-31 Ed. 1) hinaus gehen.

Die Hocheffizienz-Druckerhöhungsanlage Wilo-COR-Helix EXCEL erhielt den renommierten Designpreis "red dot award 2011", die Trockenläuferpumpe Wilo-Stratos GIGA den begehrten "iF product design award 2011". "Dies unterstreicht, wie konsequent die Gruppe auf ihre starke, offene Innovationskultur setzt", betonte Hermes. "Die Basis dafür sind Kreativität, Flexibilität und insbesondere das Vertrauen in unsere Mitarbeiter."

Die Zahl der Mitarbeiter ist weltweit auf rund 6.700 gestiegen. Zum vierten Mal in Folge wurde das Unternehmen als "Top-Arbeitgeber für Ingenieure" ausgezeichnet. Das zeige, dass es gelungen sei, sich im "Kampf um die klügsten Köpfe" als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Er sieht schon in naher Zukunft den Schlüssel, um Wettbewerbsvorteile zu generieren, darin, den wachsenden Fachkräftemangel zu bewältigen. In diesem Kontext sei es wichtig, sich als starke Unternehmensmarke zu präsentieren, stellte Hermes klar. "Mit dem Sportsponsoring-Engagement für die dreifachen Ruder-Weltmeister des Deutschland-Achters und den deutschen Fußball-Meister Borussia Dortmund ist es gelungen, den Bekanntheitsgrad des Unternehmens auch 2011 weiter zu steigern."

Zum Abschluss seines Vortrags ging der Vorstandsvorsitzende auf die Herausforderungen der Zukunft ein. Er erwartet, dass die spannende konjunkturelle Lage auch im Geschäftsjahr 2012 anhalten wird. "Unser Ziel lautet trotzdem auch in diesem Jahr: profitables Wachstum", betonte der 41-jährige, der das Unternehmen angesichts eines intelligenten Risikomanagements, der hervorragenden Ertragslage und Liquidität, der strategischen Investitionsaktivitäten sowie der offenen Innovationskultur gut gerüstet sieht.

In der strategischen Ausrichtung sei es besonders wichtig, globale Mega-Trends wie Wasserknappheit oder wachsende Urbanisierung richtig zu bewerten und einzuordnen. Das Gebäude-Segment ist nach Ansicht von Hermes aufgrund seiner enormen Einsparpotentiale in Deutschland und den reifen Ländern ein wichtiger Faktor, um weniger Energie zu verbrauchen und damit das Klima zu schützen. Das Unternehmen habe mit ihrem Produktprogramm schon jetzt die richtigen Lösungen, um die beschriebenen Einsparpotentiale zu heben. Sie setzt zudem auf Netzwerke wie die "Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz" kurz geea oder im Segment Water Management auf die Mitgliedschaft bei "German Water Partnership". Dort haben sich private und öffentliche Unternehmen, die Wissenschaft und Fachverbände zusammengeschlossen, um intelligente Lösungen für die drängenden Fragen von morgen zu finden.

Hermes hob hervor, dass es dem Konzern hervorragend gelänge, die globalen Mega-Trends in ihre Geschäftsmodelle einzubinden. Er kündigte an, weiter kräftig zu investieren, allein in Deutschland im zweistelligen Millionenbereich. Der Stammsitz Dortmund werde als High-Tech-Standort Nummer 1 weiter ausgebaut. Zurzeit prüfe der Pumpenspezialist konkrete Optionen für einen kompletten Neubau der dortigen Produktionsstätten. "Das heißt: wir werden am Standort Dortmund kräftig expandieren, zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und aus unseren Standorten in Deutschland heraus auch unser Wachstum in anderen Teilen der Welt bedienen", kündigte der Vorstandsvorsitzende an. Die Gruppe baut zusätzlich ihr weltweites Produktionsnetzwerk aus, um auf die spezifischen Anforderungen der lokalen Märkte flexibel einzugehen. So werde noch in diesem Jahr in Peking eine neue, hochmoderne Produktionsstätte eingeweiht. In Südkorea entstehe in Busan ein neues Werk, in das 24 Millionen Euro Investitionen fließen. "Investitionen, die sich auszahlen werden", so Hermes. kf

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