Werkzeuglösungen

"Gesunder Wettbewerb"

Mit erheblichen Investitionen in Forschung und Entwicklung schafft Sandvik Coromant gemeinsam mit seinen Kunden Innovationen. SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz unterhielt sich mit Damian Göppert, Geschäftsführer von Sandvik Cormant Deutschland, über das Engagement des Werkzeugherstellers bei den Maschinenherstellern.

Damian Göppert, Geschäftsführer von Sandvik Cormant Deutschland, spricht über das Engagement des Werkzeugherstellers bei den Maschinenherstellern und gibt einen Ausblick auf die EMO.

SCOPE: Herr Göppert, Sie sind seit März 2012 Geschäftsführer von Sandvik Coromant in Deutschland - was haben Sie in den vergangenen 18 Monaten verändert, welche weiteren Umwandlungen im Unternehmen planen Sie?

Göppert: Als ein zentrales Projekt fokussieren und forcieren wir seit geraumer Zeit unsere Value Chain Offer. Dieser ganzheitliche Ansatz bündelt eine ganze Reihe von Leistungen, sprich neben erstklassigen Werkzeugen herausragende Services und innovative Prozesslösungen. So optimieren wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden deren Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette und bieten ihnen einen echten Mehrwert: Wir helfen ihnen, ihre Profitabilität im weltweiten Wettbewerb zu steigern. Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen wir auch mit der immer engeren Synchronisation und der weiteren Optimierung der Zusammenarbeit mit unseren Vertragspartnern. Davon versprechen wir uns mittelfristig eine flächendeckende und effizientere Marktbearbeitung. Darüber hinaus bauen wir aber auch unsere eigene strukturelle Organisation und unser Serviceangebot konsequent weiter aus. Auf diese Weise optimieren wir die Wettbewerbsfähigkeit und leisten einen substanziellen Beitrag, um unsere Marktführerschaft weiter auszubauen. Und schließlich haben wir uns das Ziel gesetzt, unsere Sales Efficiency jährlich um fünf Prozent zu steigern. Wir wollen unsere Kosten im Griff behalten und unsere Wettbewerbsfähigkeit auf lange Sicht sicherstellen.

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SCOPE: Gibt es Branchen, die Sie zukünftig stärker fokussieren?

Göppert: Energie, Luft- und Raumfahrt sowie der Bereich Gear Milling sind für uns nach wie vor Schlüsselbereiche. Und natürlich die Automobilindustrie, in der wir uns in den nächsten Jahren noch stärker engagieren wollen. Für Deutschland ist das eine Schlüsselbranche. Und auch international ist die deutsche Automobilindustrie nach wie vor führend. Potenzial sehen wir hier vor allem für die Bohr- und Fräsbearbeitungen bei der Fertigung von Motorblöcken und Zylinderköpfen. Aber auch für die Herstellung von Getriebebauteilen, einschließlich der Hartdrehbearbeitung, und anderen Komponenten bieten wir umfassende Lösungen und Services.

SCOPE: Mit Sandvik Coromant, Walter und Seco Tools versammeln Sie drei Werkzeughersteller unter dem Sandvik-Dach - bleibt das so?

Göppert: Ein gesunder Wettbewerb, auch intern, entspricht schon immer unserer Firmenphilosophie - und die Ergebnisse der Vergangenheit geben uns in diesem Punkt absolut Recht. Aus diesem Grund werden in Zukunft die drei Premium-Marken Coromant, Walter und Seco mit Sicherheit allesamt erhalten bleiben.

SCOPE: Entwicklungsseitig arbeiten Sie eng mit Maschinenherstellern wie Gleason, Heller, Klingelnberg oder Mori Seiki zusammen. Welche Vorteile hat das für Kunden, die nicht die Maschinen dieser Hersteller nutzen?

Göppert: Eine enge Kooperation mit Maschinenherstellern bringt immer einen enormen Zugewinn an Know-how und Kompetenz, den wir dann auch in anderen Bereichen nutzen können. Und davon profitieren selbstverständlich all unsere Kunden.

SCOPE: Planen Sie weitere Partnerschaften? Etwa mit Gildemeister?

Göppert: Wenn es für beide Seiten Sinn ergibt, sind wir für weitere Kooperationen grundsätzlich offen. Mit Gildemeister verbindet uns schon heute eine sehr gut funktionierende Partnerschaft und wir arbeiten auf vielen Ebenen ausgezeichnet zusammen. Das Projekt "Ecocut", dessen Ergebnisse auf der EMO präsentiert werden, ist nur ein Beispiel dafür. Hier geht es um die Energiebilanz der Werkzeugmaschine und dabei spielt der Kühlschmierstoff mit seinen Pumpen und Zuführsystemen eine entscheidende Rolle.

SCOPE: Auf der AMB im vergangenen Jahr haben Sie das Verzahnungsfräsen und Ihr Serviceangebot Value Chain Offer besonders in den Vordergrund gestellt. Welche Schwerpunkte setzen Sie in diesem Jahr zur EMO?

Göppert: Unser diesjähriges Messe-Highlight ist die Einführung einer innovativen Schneidstofftechnologie, mit der Sandvik Coromant neue Performance-Maßstäbe in der Metallzerspanung setzt. Daneben sind unsere Kernthemen Werkzeuglösungen für die Luftfahrt- und Automobilindustrie sowie weiterhin das Verzahnungsfräsen. Und wir zeigen unsere fortschrittlichen Lösungen aus den Bereichen Stechsysteme, Werkzeugspannung, Hochdruckkühlung, Silent Tools und vieles andere mehr.

SCOPE: Mapal hat angekündigt, seine Entwicklungsaktivitäten im Bereich Trockenbearbeitung erheblich zu verstärken - sehen Sie das ebenfalls als großen Wachstumsmarkt?

Göppert: Die Trockenbearbeitung hat ihre Berechtigung da, wo sie Sinn macht. Auf der anderen Seite erreichen wir mit unseren neuen Werkzeugen für Hochdruckkühlung eine enorme Produktivität und Profitabilität. Grundsätzlich sollten nur so viel Kühlschmierstoffe eingesetzt werden wie nötig. Genau in diese Richtung zielt übrigens das bereits erwähnte Projekt "Energieeffizienz".

SCOPE: Wie beurteilen Sie die Umsatzentwicklung in den ersten Monaten 2013 in Deutschland? Welche Erwartungen haben Sie für das EMO-Jahr insgesamt?

Göppert: Die weltweite Konjunktur hat in der ersten Jahreshälfte wieder etwas angezogen, sodass die Umsatzentwicklung bei uns zwar noch keine Begeisterungsstürme hervorgerufen hat, aber insgesamt stabil verläuft. In der zweiten Jahreshälfte erwarten wir eine leichte Verbesserung und gehen davon aus, dass wir im Endeffekt leicht über dem Vorjahr liegen werden. Und mit unseren innovativen Lösungen und Services und unserer klaren Branchenfokussierung sehen wir uns für die Zukunft sehr gut aufgestellt.

Welche Produktivitätssteigerungen Maschinenhersteller mit den Werkzeugen von Sandvik Coromant erzielen können, erfahren Sie in diesem Video.

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