Märkte + Unternehmen

Vorstellung des Lehrstuhls für Virtuelle Produktentwicklung (VPE)

Die Parallelisierung und Vernetzung von Projekten, Produkten und Prozessen fängt bereits in sehr frühen Entwicklungsphasen an und erstreckt sich über den gesamten Produktlebenszyklus. Aus diesem Wandel leiten sich Anforderungen an Methoden, Prozesse, IT-Lösungen und Technologien zur Optimierung der Produktentwicklungsprozesse ab. Am Lehrstuhl für Virtuelle Produktentwicklung (VPE) werden diese Anforderungen adressiert und die internen Kompetenzen in Projekten mit Partnern aus Industrie und Forschung zur Verfügung gestellt.

Der Lehrstuhl für Virtuelle Produktentwicklung (VPE) ist aus dem im Jahr 1994 gegründeten Lehrstuhl für Rechneranwendung in der Konstruktion im Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik der Technischen Universität Kaiserslautern hervorgegangen. Der Lehrstuhl wird seit 2004 von Prof. Dr.-Ing. Martin Eigner geleitet und dort sind zurzeit zwölf wissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigt.

Die Forschungsarbeiten am Lehrstuhl lassen sich in die Gebiete »Integrierte mechatronische Produkt- und Prozessgestaltung«, »Erweiterte PLM Methoden« und »Informations- und Kommunikationstechnologie« untergliedern.

Die Entwicklung mechatronischer Produkte stellt besondere multidisziplinäre Anforderungen an den Produktentwicklungsprozess. In dem Forschungsbereich »Integrierte mechatronische Produkt- und Prozessgestaltung« werden bereits in der frühen Phase des Produktentwicklungsprozesses durch funktionsorientierte Produktstrukturen zum Beispiel Anforderungen mit der konstruktiven Produktstruktur verknüpft. Der Schwerpunkt liegt in der domänenunabhängigen Beschreibung und Konzeptabsicherung bei der Entwicklung mechatronischer Produkte und Produktionssysteme. Das Forschungsgebiet »Erweiterte PLM Methoden« fokussiert sich darauf, die Weiterentwicklung und Implementierung von PLM-Lösungen durch neue Methoden und Funktionen zu unterstützen. Bei Projekten zu Themen wie »Prozessorientierte Planung von PLM Lösungen«, »PLM-Future« und »Change Management (Human Factors)« werden in einem ganzheitlich orientierten Ansatz die Aspekte Technik, Mensch und Organisation gemeinsam berücksichtigt und zusammengeführt.

Anzeige

Am Lehrstuhl werden neue Technologien zur Verwaltung der in der Produktentwicklung anfallenden Informationen erforscht und in enger Zusammenarbeit mit der Industrie umgesetzt. Ziel der Arbeiten im Forschungsgebiet »Informations- und Kommunikationstechnologie« ist es, eine effektivere Kommunikation und Interpretation von im Unternehmen oder in der Zuliefererkette verteilten Produktdaten zu gewährleisten. Hierbei positioniert sich das Forschungsgebiet als Brücke zwischen den Gebieten »Produkt- und Prozessgestaltung« und »Erweiterte PLM Methoden«. Durch die Entwicklung eigener Methoden und Vorgehensmodelle unterstützt der Lehrstuhl Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen bei Planung, Implementierung, Review und Optimierung von PLM-Projekten. Durch eine Vielzahl von Projekten im Bereich der PLM-Einführung können Methoden- und Praxiswissen ständig erweitert und erfolgreich angewandt werden. Die Kompetenzen des Lehrstuhls auf dem Themengebiet PLM zeichnen sich durch Erfahrung in der Praxis und den Blick in Forschungsthemen der Zukunft aus.

Darüber hinaus untersucht und berät der Lehrstuhl im Rahmen diverser Aktivitäten das Anwendungspotenzial von JT (und von anderen leichtgewichtigen neutralen Datenformaten) in der Produktentwicklung, speziell in der CAx-Prozesskette. Gemeinsam mit dem Kunden werden Möglichkeiten und Anforderungen an Format, Prozesse und Organisation erarbeitet, um die Wertschöpfungskette (inklusive Zuliefereranbindung) zu optimieren. Sowohl das Know-how in Prozessen als auch die Integration des Lehrstuhls in die JT-Gemeinschaft haben starken Einfluss auf dieses Thema. Um den Kontakt mit der Industrie weiter zu intensivieren, organisiert der Lehrstuhl seit 2009 jeden Sommer die Veranstaltung »PLM Future«, an der mit Gästen aus Unternehmen des Maschinenbaus aktuelle Aspekte der Virtuellen Produktentwicklung und PLM diskutiert werden. Unter allen Tätigkeiten am Lehrstuhl VPE spielt die Lehre eine zentrale Rolle. Das Lehrangebot hat das Ziel, Studierenden in Diplom- und Bachelor-/Master-Studiengängen relevante Methoden, IT-Lösungen und -Technologien der Virtuellen Produktentwicklung und der zugehörigen Prozesse im Produktentwicklungsprozess zu vermitteln.

Prof. Dr. Ing. Martin Eigner wurde in einem von der Zeitschrift Unicum organisierten deutschlandweiten Wettbewerb der Titel »Professor des Jahres 2009« in der Kategorie »Ingenieurwissenschaften/Informatik« verliehen. Darüber hinaus beteiligt sich der Lehrstuhl VPE durch die in Kooperation mit mehreren anderen Lehrstühlen der TU Kaiserslautern umgesetzte Lehrveranstaltung »IDEE« an der TU-weiten Initiative »exzellente Lehre«. Ende 2009 wurde im Rahmen der Exzellenzinitiative dieses Angebot der TU Kaiserslautern prämiert. -fr-

Technische Universität Kaiserslautern Lehrstuhl für Virtuelle Produktentwicklung (VPE) http://vpe.mv.uni-kl.de

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige