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VDMA Thermoprozesstechnik erwartet Umsatzzuwächse

"Die Auftragslage in der Thermoprozesstechnikbranche hat sich im Jahr 2011 überdurchschnittlich entwickelt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Auftragswert im Branchendurchschnitt um 32 Prozent gesteigert. Die Umsätze des gleichen Zeitraums allerdings lagen um durchschnittlich 8 Prozent unterhalb des Wertes aus dem Jahr 2010", berichtete Dr. Timo Würz, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Thermoprozesstechnik am Freitag in Frankfurt. Nach Schätzungen des Fachverbandes liegt die Gesamtproduktion des Jahres 2011 mit über 2,4 Milliarden Euro um mehr als 18 Prozent über dem Vorjahreswert und damit über dem bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2008 (2,2 Mrd. Euro).

Die Auftragsdynamik aus dem letzten Jahr werde der Umsatzentwicklung im laufenden Jahr zu Gute kommen. Der Dreimonatsdurchschnitt von Dezember 2011 bis Februar 2012 deute mit plus 5 Prozent bereits den Aufwärtstrend bei den Umsätzen an. Die an der aktuellen Konjunkturumfrage teilnehmenden Unternehmen rechnen für 2012 insgesamt mit Umsatzzuwächsen im einstelligen Bereich. Der Durchschnitt der Melder liegt bei plus 6 Prozent. Die aktuellen Auftragseingänge zum Jahresbeginn zeigten hingegen mit minus 2 Prozent im Februar einen abflachenden Trend.

Seit langen Jahren behaupten sich die deutschen Thermoprozesstechnik-Hersteller an der Weltmarktspitze. Die deutschen Exporte wuchsen 2011 mit knapp 9 Prozent auf einen Wert von über 1,9 Milliarden Euro. Die Ausfuhren nach China stiegen auf hohem Niveau um weitere 5 Prozent auf 296 Millionen Euro, Lieferungen in die Republik Korea nahmen um fast 85 Prozent zu und beliefen sich auf 157 Millionen Euro. Auch die Exporte nach Russland und in die USA verzeichneten hohe Steigerungsraten von 38 bzw. 44 Prozent. Die mittelständisch geprägte Thermoprozesstechnik-Branche ist als Hersteller einer Schlüsseltechnologie für die produzierende Industrie an die konjunkturellen Zyklen vielfältiger Anwenderbranchen gebunden, so zum Beispiel der Automobil- und Automobilzulieferindustrie, der Stahl- und Eisenindustrie, der Glas-, Keramik- und Zementindustrie sowie der Chemie und Petrochemie. Die Rahmenbedingungen für das Wachstum der einzelnen Segmente sind sehr unterschiedlich - genau wie die Wettbewerbsbedingungen auf den jeweiligen Schlüsselmärkten. Vielfach haben sich neue Marktteilnehmer zu ernst zu nehmenden Konkurrenten entwickelt. Die Republik Korea zum Beispiel gehörte bereits 2010 zu den zehn größten Produzenten und hat im Jahr 2011 ihren Exportumsatz auf 226 Millionen Euro und damit um 39 Prozent gesteigert. Mit Italien (plus 18 Prozent), den USA (nahezu plus 13 Prozent) und Japan (plus 22 Prozent) haben auch andere führende Exportnationen Marktanteile gewinnen können.

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Das Stimmungsbild der Branche, wie es sich im ifo-Index an den "Erwartungen hinsichtlich der Geschäftslage in den nächsten sechs Monaten" niederschlägt, ist etwas weniger optimistisch als noch im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Beurteilung der "Nachfragesituation gegenüber dem Vormonat" wies hingegen im März einen positiven Trend aus. Ebenso die Beurteilung der Wettbewerbsposition im In- und Ausland, die sich damit von einem Stimmungstief zum Jahreswechsel zu erholen scheint. Der Auftragsbestand liegt zurzeit bei knapp 6 Monaten.

"Die aktuellen Statistiken und die Umfrageergebnisse des Fachverbandes belegen, dass sich der Kosten- und Wettbewerbsdruck in der Breite verschärft. Die deutschen Hersteller punkten allerdings mit ihrem Know-How innovativer Technologien und nachhaltiger Prozesse. Sie helfen damit in einem Bereich, der weltweit zu den energetischen Großverbrauchern gehört, Weichen für eine effizientere Zukunft zu stellen", resümierte Würz. kf

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