Hannover Messe 2019

Andrea Gillhuber,

VDMA senkt Produktionsprognose

Der VDMA senkt seine Produktionsprognose von 2 auf 1 Prozent herab. Gründe hierfür sind unter anderem in den weltpolitischen und -wirtschafltichen Unsicherheiten zu suchen. Gleichzeitig fordert der Verband, den Mittelstand zu entlasten.

Der VDMA senkt seine Produktionsprognose für das Jahr 2019. © wir_sind_klein / Pixabay

Handelsstreitigkeiten zwischen den großen Wirtschaftsmächten der Welt, Strafzölle und andere Handelshemmnisse sorgen weiterhin für Unsicherheiten. Hinzu kommt die Unklarheit des Brexit. All dies sorgt dafür, dass die Konjunkturdynamik in In- und Ausland abebbt. Gleichzeitig sinkt die Investitionsfreude. Dies hat nun auch Auswirkungen auf den Maschinenbau in Deutschland. Im Moment puffert laut VDMA die vorhandene Auftragsreichweite von durchschnittlich 8,5 Monaten die Produktion in den ersten Monaten des laufenden Jahres noch ab, dennoch senkt der Verband anlässlich seiner Pressekonferenz auf der Hannover Messe 2019 seine Wachstumsprognose aus dem September 2018 von real +2 auf +1 Prozent herab.

Carl Martin Welcker, VDMA-Präsident © VDMA

Für den Maschinenbau in Deutschland sei der Export und freie Marktzugänge von großer Bedeutung. Im Jahr 2018 erreichte die Branche eine Exportquote von fast 79 Prozent; die Ausfuhren legten im gleichen Zeitraum um real 4 Prozent auf rund 178 Milliarden Euro im Vergleich zu 2017 zu. Der Gesamtumsatz im Maschinenbau legte um 1,3 Prozent auf 232,5 Milliarden Euro zu, die Produktion wuchs um real 2,1 Prozent. VDMA-Präsident Carl Martin Welcker über die Entwicklungen: „Wir hatten ursprünglich ein Produktionsplus von 5 Prozent für 2018 prognostiziert, aber Materialknappheit und Engpässe im Personal verhinderten ein solches Wachstum. Zudem haben sich viele Unternehmen aufgrund der wachsenden Unsicherheiten und Risiken zurückgehalten, die für eine höhere Produktion nötigen Kapazitäten aufzubauen.“

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VDMA fordert schlankes Freihandelsabkommen mit den USA

Ein Dorn im Auge des Verbands sind die Handelsstreitigkeiten zwischen den größten Einzelmärkten USA und China. „Wir hoffen auf eine baldige De-Eskalation der Lage“, so Welcker. Gleiches gelte auch für die noch schwelenden Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und der Europäischen Union. Europa müsse strategische Antworten auf den Versuch des US-Präsidenten finden, amerikanisches Recht mithilfe von extra-territorialen Sanktionen überall auf der Welt durchzusetzen. Im Rahmen der Pressekonferenz forderte der VDMA nachdrücklich von der EU, Verhandlungsmandate für ein schlankes Freihandelsabkommen mit den USA zu erteilen und damit nicht bis nach den Europawahlen zu warten.

Positiv auf europäischer und deutscher Ebene bewertet der Verband, dass wieder über Industriepolitik und die notwendige Flankierung der Industrie im globalen Wettbewerb diskutiert werde. Insbesondere die digitale Transformation wurde in Brüssel und Berlin lange wenig Beachtung geschenkt. Kritik gibt es allerdings für politische Überlegungen, die Industrie stärker zu regulieren und lenken zu wollen und dabei bestimmte Technologien zu bevorzugen. Welcker mahnte: „Wir benötigen marktwirtschaftliche Prinzipien und eine Technologieoffenheit. Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer oder Ingenieur.“

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