VDMA Ost

Andrea Gillhuber,

Ostdeutscher Maschinenbau weiter im Aufwind

Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau freut sich weiterhin über gut gefüllte Auftragsbücher. Einzig die wirtschaftspolitischen Entwicklungen könnten die gute Stimmung trüben.

Der VDMA-Landesverband Ost meldet auch für das 2. Quartal 2018 eine gute Stimmung bei den 350 Mitgliedsunternehmen in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau lässt sich von den zunehmenden politischen und wirtschaftspolitischen Spannungen im In- und Ausland nicht beeinflussen und meldet auch für das 2. Quartal 2018 positive Ergebnisse. Die meisten blicken zudem zuversichtlich in die Zukunft. Das ergab eine Umfrage unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Demnach bewerten 91 Prozent der Unternehmen ihre wirtschaftliche Situation als sehr gut oder gut. „Die Geschäftslage der ostdeutschen Maschinenbauer hat sich in den zurückliegenden zwei Jahren kontinuierlich verbessert. Dass sich diese Dynamik nun so nachdrücklich fortsetzt, hatten wir aufgrund der wachsenden Handelshemmnisse nicht erwartet“, erläutert Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost.

Produktion ausgelastet, Auftragspolster vorhanden

Im Durchschnitt haben die Unternehmen ihre vorhandenen Produktionskapazitäten zu knapp 93 Prozent ausgelastet; eine ähnlich gute Auftragslage war zuletzt in den Jahren 2007 und 2008. Von der guten Auftragslage profitierten weite Teile der Branche: 74 von 100 Unternehmen erreichten eine Auslastung von mindestens 90 Prozent. Nur vereinzelt lag diese unter 80 Prozent.

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Zudem freuen sich die Unternehmen über einen guten Auftragseingang: Im Durchschnitt können die Betriebe für knapp sechs Produktionsmonate planen. 85 Prozent der Firmen registrierten im Vergleich zum Vorquartal mehr oder gleich viele Aufträge.

Fachkräfte fehlen

Die gute Auftragslage spiegelt sich auch in den Personalplanungen wider. Fast 57 Prozent der Unternehmen möchten in den kommenden sechs Monaten die Mitarbeiterzahl stabil halten, zusätzlich planen rund 38 Prozent der Betriebe neue Mitarbeiter einzustellen. Einzig die Fachkräfte fehlen: Im Moment haben vier von fünf Unternehmen Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Dazu trage die demografische Entwicklung bei, außerdem seien manche Regionen aufgrund einer vergleichsweise unattraktiven Infrastruktur benachteiligt, erläutert Verbandsgeschäftsführer Pätz. „Die Unternehmen beklagen aber auch unzureichende Qualifikationen sowie fehlende Motivation und Reisebereitschaft der Bewerber“, so Pätz weiter.

Kein Einfluss durch Handelsstreitigkeiten

Der Handelsstreit, die geopolitischen Spannungen, der ungewisse Ausgang der Brexit-Verhandlungen oder die deutsche Bundespolitik hat bisher wenig Einfluss auf die Entwicklung im ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau. Allerdings könnten diese Entwicklungen weitere Wachstumsimpulse dämpfen und den Erfolg der Unternehmen spürbar abbremsen. Trotzdem ist die Stimmung in der Region gut: Etwa 15 Prozent der Betriebe gehen in den kommenden drei Monaten von einem anhaltenden Aufwärtstrend aus. Weitere 78 Prozent der Firmen erwarten gleichbleibende Geschäfte. „Diese Zuversicht wird von vollen Auftragsbüchern getragen. Auch scheint die Hoffnung mitzuschwingen, dass in den Konflikten letztlich die politische Vernunft die Oberhand gewinnt“, so Geschäftsführer Pätz.

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