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VDMA Ost: Der tiefe Fall ist gestoppt

Ein weiterer Absturz des ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbaus ist gebannt. Das ergab die aktuelle Konjunkturbefragung des VDMA-Landesverbandes Ost unter seinen 350 Mitgliedsfirmen in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. So stiegen im 4. Quartal 2009 die durchschnittliche Kapazitätsauslastung, die Reichweite der Aufträge sowie die Stimmung der Unternehmer.

Bereits im Herbst war der VDMA Ost davon ausgegangen, dass die Talsohle im ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau erreicht sei. Die jetzigen Ergebnisse bestätigen die Entwicklung. "Das bedeutet jedoch keineswegs eine Trendwende oder gar Erholung. Nach wie vor bewegt sich der Auftragseingang im Vergleich zu den Vorjahren auf einem äußerst niedrigen Niveau", warnt Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost, vor überhöhtem Optimismus.


Die Auslastung der Kapazitäten ist im 4. Quartal 2009 im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten wieder gestiegen. Im Durchschnitt lag sie bei knapp 74 Prozent und damit etwa auf dem Niveau vom 2. Quartal 2009. Ebenfalls gegenüber dem 3. Quartal 2009 leicht geklettert ist das Auftragspolster. Im Schnitt reichten die Aufträge der Unternehmen 3,8 Monate. "Innerhalb der Branche verzeichnen wir jedoch sehr große Unterschiede. Während einige Unternehmen voll ausgelastet sind, ein Auftragspolster von mindestens sechs Monaten aufweisen und Mitarbeiter einstellen wollen, kämpfen andere mit einer Auslastung von deutlich unter 50 Prozent und wenigen Wochen Auftragsvorlauf um ihre Existenz", so Pätz.

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Probleme reichen von ruinösem Preiswettbewerb bis zu mangelnder Kreditvergabe
Das zögerliche Investitionsverhalten der Kunden, ein extrem starker Preisverfall, Engpässe bei der Materialbeschaffung und die Liquiditätssicherung bereiten den Unternehmen die größten Probleme. "Viele Mitglieder berichten von zahllosen Kundenanfragen - trotz des sichtbaren Bedarfes resultieren daraus aber häufig nur wenige und kleine Aufträge. Ein ruinöser Preiswettbewerb und eine schlechte Zahlungsmoral verschärfen die Situation zusätzlich", beklagt Pätz. Ebenso kritisieren die Verbandsmitglieder die unzureichende Unterstützung durch Hausbanken, den schwierigen Kreditzugang sowie Verzögerungen in der Kreditvergabe. "Besorgniserregend wird es, wenn das Eigenkapital der Unternehmen knapper wird, sich die Banken aber bei der Vorfinanzierung neuer Aufträge weiter beharrlich zurückhalten. So werden die Banken zum größten Risiko für den Aufschwung", befürchtet der Landesverbands-Geschäftsführer.


Ausdruck der seit mehr als einem Jahr anhaltenden schwachen Auftragslage ist auch die Zahl der Kurzarbeiter, die sich zum Jahresende 2009 wieder etwas erhöht hat. Die Unternehmen versuchen auf diese Weise, vor allem ihre Fachkräfte zu halten. "Auf Dauer kann aber niemand eine wirtschaftliche Schieflage mit Kurzarbeit überbrücken. Daher rechnen wir in 2010 mit einem weiteren Personalabbau, auch wenn dies vor allem für die ostdeutschen Unternehmen sehr schmerzlich sein wird", erklärt Pätz.

Mut mache jedoch, dass derzeit deutlich weniger Firmen Einschnitte beim Personal planen als noch im 3. Quartal 2009. Hierin spiegelt sich der mehrheitliche Optimismus beim Blick in die nahe Zukunft wider. Mehr als jedes vierte Unternehmen erwartet in den ersten drei Monaten in 2010 bessere Geschäfte als bisher - über die Hälfte geht von gleichbleibenden Geschäftsaussichten aus. Ein ähnliches Bild zeigt die prognostizierte Ertragslage: 80 Prozent schätzen diese als gleichbleibend oder besser ein.

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