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VDMA Intralogistik rechnet auch 2010 mit Umsatz-Rückgang

Der Umsatz der deutschen Intralogistik-Anbieter ist 2009 gegenüber dem Branchen-Rekordjahr 2008 um 21 Prozent von 21,7 auf 17,1 Milliarden Euro zurückgegangen. "Die weltweite Wirtschaftskrise hat auf die Intralogistik voll durchgeschlagen", sagte Christoph Hahn-Woernle, Sprecher des Forum Intralogistik und Geschäftsführender Gesellschafter von Viastore Systems, auf der Jahrespressekonferenz des Forum Intralogistik am heutigen Mittwoch in Frankfurt. "Auch für das laufende Jahr müssen wir von einem Rückgang um weitere 17 Prozent ausgehen", erklärte Hahn-Woernle weiter. Experten der Intralogistik-Branche prognostizieren somit einen Umsatz von 14,2 Milliarden Euro für die deutsche Intralogistik-Branche im Jahr 2010. Bis 2005 seien die Auftragseingangs- und Umsatzzyklen normal verlaufen. "Von Januar 2005 bis Juni 2007 gab es einen Auftragseingangsschub von rund 50 Prozent", erläuterte der Sprecher des Forum Intralogistik. Dieser Überhitzung folgte ein Wegbrechen der Aufträge um annähernd 50 Prozent. Die Folge sei der erneute Umsatzrückgang in diesem Jahr. Auch die größten Abnehmerländer deutscher Intralogistik-Erzeugnisse haben deutlich weniger bestellt. Beispielsweise sind die Exporte nach Russland um 50 Prozent eingebrochen. Der nach wie vor größte Markt für deutsche Intralogistik-Hersteller, die EU, schrumpfte um etwa ein Drittel. Nach Angaben von Hahn-Woernle hat die Krise am stärksten auf dem europäischen Kontinent zugeschlagen. Eine bemerkenswerte Entwicklung habe dagegen China gemacht. Als einziger der BRIC-Staaten verzeichnet die Volksrepublik einen Zuwachs bei den Intralogistik-Importen aus Deutschland, und zwar umfünf Prozent. "Die dramatischen Entwicklungen in Auftragseingang und Umsatz haben auch Auswirkungen auf die Beschäftigung", hob Hahn-Woernle hervor. Nachdem die Branche ein Mitarbeiterzuwachs von 20 Prozent über die vergangenen drei Jahre verzeichnet hatte, zählte die Intralogistik 2009 rund 103.400 Beschäftigte. "Nach dem massiven Abbau von Leih- und Zeitarbeitskräften im vergangenen Jahr ist davon auszugehen, dass in diesem Jahr die Zahl der Kernbeschäftigten in der Intralogistik unter die Marke von 100.000 rutschen wird", sagte Hahn-Woernle. pb

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