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VDMA gegen Produktpiraterie

Der durch Produktpiraterie entstandene weltweite Schaden wird in einer aktuellen OECD-Studie (November 2009) auf rund 250 Milliarden US-Dollar geschätzt. Berücksichtigt man auch immaterielle Güter und die wirtschaftlichen Folgen für Verbraucher und Gesellschaft, werden noch höhere Beträge erreicht: Auf 750 Milliarden US-Dollar bezifferte die ICC (International Chamber of Commerce) diesen Schaden auf ihrer Tagung »Fifth Global Congress on Combating Counterfeiting and Piracy« Anfang Dezember im mexikanischen Cancun.
Der Schaden, der dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau jährlich durch Produktpiraterie entsteht, beläuft sich auf mehrere Milliarden Euro Umsatzverluste - mit steigender Tendenz. Produktpiraterie ist zu einer erheblichen Bedrohung für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Investitionsgüterindustrie geworden. Laut einer VDMA-Umfrage aus dem Jahr 2008 sind bereits zwei Drittel der über 3.000 Mitgliedsunternehmen von Produktpiraterie betroffen. Dies ist der Grund für den VDMA und seine Mitgliedsunternehmen, die Arbeitsgemeinschaft »Produkt- und Know-how-Schutz« (AG Protect) zu gründen.
Diese Arbeitsgemeinschaft soll die Interessen der Anbieter von Technologien und Dienstleistungen zum Produkt- und Know-how-Schutz bündeln. Dabei stehen verschiedene Produktbereiche im Fokus, unter anderem Produktkennzeichnung und Produktschutz, Detection (Erkennung) und Authentifizierung geschützter Produkte, Tracking- und Tracingsysteme zur Produktverfolgung, Embedded Security in industriellen Produkten und Systemen, technischer Schutz vor unerwünschtem Know-how-Transfer und Engineering sowie Beratung zum Produkt- und Know-how-Schutz.
Die inhaltlichen Schwerpunkte werden zunächst die Aufklärung betroffener industrieller Branchen, wie Maschinen- und Anlagenbau, Automobilbau und Automation, die transparente Darstellung der von den Mitgliedern angebotenen Produkte und Dienstleistungen sowie die Interessensvertretung hinsichtlich Forschung und Normung sein.
Der VDMA reagiert seit längerem mit einer breit angelegten Strategie und unterschiedlichen Maßnahmen gegen Produktpiraterie. 2007 wurde die Kampagne »Pro-Original« gestartet, die potenziellen Kunden die Vorteile von Originalprodukten vermittelt. Und auf Anregung des VDMA startete 2008 die vom BMBF geförderte Forschungsoffensive »Innovationen gegen Produktpiraterie«.
Die AG Protect wird Anfang 2010 ihren operativen Betrieb aufnehmen und bereits auf der Hannover Messe 2010 mit verschiedenen Aktivitäten präsent sein. Fragen dazu beantwortet Ihnen gerne Rainer Glatz, VDMA Informatik, Telefon: 069 6603-16 27, E-Mail: rainer.glatz@vdma.org.

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Bild: Zollrundgang auf der ISH-Messe (Quelle: VDMA).

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