7. VDMA-Blitzumfrage

Andrea Gillhuber,

Umsatzwachstum für 2021 erwartet

Bereits 2021 soll es wieder zu nominalen Umsatzsteigerungen kommen, ist sich die Mehrheit der Maschinenbauer laut der 7. VDMA-Blitzumfrage sicher. Doch der Optimismus sei laut VDMA mit Vorsicht zu genießen.

VDMA-Blitzumfrage zur Corona-Pandemie: Die Hälfte der Unternehmen ist optimistisch. © Pixabay / CC0

640 Mitgliedsunternehmen nahmen an der 7. Blitzumfrage des VDMA teil. Das Ergebnis: 60 Prozent rechnen mit nominalen Umsatzsteigerungen im Jahr 2021. „Diejenigen Unternehmen, die für 2020 nur geringe Umsatzeinbußen oder sogar Umsatzsteigerungen erwarten, sind auch für 2021 optimistischer“, analysiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers die Auswertung.

Bis das Umsatzniveau von 2019 wieder erreicht sein wird, sei es aber noch ein langer Weg. „Zwar gibt es bei zahlreichen Frühindikatoren erste Anzeichen für eine Aufhellung. Doch dieser Optimismus ist erwartungsgetrieben und daher sehr fragil“, warnt Wiechers. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass über die Hälfte der Unternehmen für 2020 Umsatzeinbußen von 10 bis 30 Prozent erwartet. Die Basis für ein Wachstum im Folgejahr ist daher entsprechend niedrig.

Anhaltende Auftragsflaute

Die aktuelle Geschäftslage wird von den meisten Entscheidungsträgern in den Unternehmen weiterhin als „schlecht” beurteilt. Einen wesentlichen Grund dafür sieht der VDMA in der anhaltenden Auftragsflaute sein. „Nachfrageseitig gibt es wenig Grund für eine Entwarnung: 45 Prozent der Unternehmen melden merkliche Auftragseinbußen, weitere 34 Prozent sogar gravierende. Damit bestätigt sich das düstere Bild der letzten Wochen“, so Wiechers. Besonders stark betroffen sind die Fachzweige des Maschinenbaus mit vielen Kunden aus der Automobilindustrie.

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Einen Silberstreif gibt es aber laut VDMA – wenn auch einen kleinen: Rund ein Viertel der befragten Unternehmen sehen eine nachfrageseitige Entspannung in den nächsten drei Monaten auf sich zukommen. Mitte Juni lag dieser Wert erst bei gut 20 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, der eine Verschärfung der Auftragslage erwartet, hat hingegen abgenommen und liegt nun nur noch bei 16 Prozent liegt (Mitte Juni: 21 Prozent).

Lieferketten entspannen sich

Ebenfalls fortgesetzt hat sich Entspannung entlang der Lieferketten. Inzwischen werden nur noch gut 10 Prozent der Unternehmen durch Störungen in den Lieferketten beeinträchtigt. Bei den sonstigen Beeinträchtigungen ist ebenfalls eine leichte Entspannung ersichtlich. „Dennoch dürfen wir nicht ignorieren, dass weiterhin Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen für viele Länder sowie Gesundheits- und Hygieneauflagen bestehen, die Vertriebs-, Montage- und vor allem Serviceaktivitäten nach wie vor deutlich spürbar behindern“, sagt Wiechers.

Die Kapazitätsanpassungen sind weiterhin in vollem Gang: 68 Prozent der Betriebe nutzen Kurzarbeit, 62 Prozent haben einen Einstellungsstopp verhängt und 17 Prozent haben einen Personalabbau – auch von Teilen der Stammbelegschaft – in die Wege geleitet.

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