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VDMA: Ohne Umbau der Netzinfrastruktur kein Umbau der Stromerzeugungsstruktur

VDMA Power Systems hat den veröffentlichten Abschlussbericht der dena Netzstudie II abgenommen. In der Studie wird die Integration der erneuerbaren Energien in ein modernes Versorgungssystem in Deutschland analysiert. "Mit den Flexibilisierungsoptionen für das Stromnetz, wie z.B. Freileiter-Monitoring und Hochtemperaturleiterseilen, Nachfragemanagement und Speichertechnologien, wurde in der Studie ein Baukasten zur Bewertung von technischen Übertragungsvarianten entwickelt, der bei tatsächlichen Stromtrassenplanungen zur Anwendung kommen kann", erklärt Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems. Umbau Stromerzeugungsstruktur erfordert zusätzlichen Netzausbau und Investitionen Die dena II-Studie berechnet den Zubaubedarf neuer Stromtrassen je nach Übertragungsvariante auf 1.700 bis 3.600 km. Damit wird ganz klar: Der Umbau der Stromerzeugungsstruktur erfordert zusätzlichen Netzausbau und Investitionen. "Allerdings beläuft sich der notwendige Netzausbau auf maximal 10 Prozent des gesamten deutschen Stromnetzes, das derzeit rund 36.000 km umfasst. Im Sinne der Akzeptanz muss der Bevölkerung klar gemacht werden, dass neue Stromnetze entstehen werden. Gleichzeitig darf aber angesichts des Ausbaus von bis zu 10 Prozent die Thematik nicht dramatisiert werden", erklärt Herdan. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien, der Ersatz konventioneller Kraftwerke, die Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken und die Intensivierung des europäischen Stromhandels erfordern mehr Flexibilitäten sowie einen abgestimmten Umbau der Stromversorgung und der Netzinfrastruktur im Übertragungsnetz wie im Verteilnetz. "Eine Versteifung auf eine Übertragungsvariante oder eine einseitige Begründung mit einer Erzeugungsart würde der Anforderung an den Umbau der Stromversorgung nicht gerecht werden und der Akzeptanz notwendiger Projekte im Netz und im Kraftwerkspark schaden", so Herdan. Baukasten dena II entwickelt optimale Trassenlösungen Mit modernen Übertragungsvarianten, etwa mit Gleichstrom oder mit Erdkabeln, lassen sich große Entfernungen und/ oder Akzeptanzprobleme überwinden. "Durch eine intelligente Kombination von Übertragungsvarianten und Fexibilisierungsoptionen lassen sich bei konkreten Projekten auf Basis des Baukastens dena II optimale Trassenlösungen entwickeln. Die Ergebnisse müssen in der netztechnischen und genehmigungstechnischen Praxis nun zügig eingesetzt werden, damit der Netzumbau dem Umbau der Stromerzeugungsstruktur nicht immer weiter nachhängt", verlangt Herdan. Grundannahmen der Studie wurden bereits in den Jahren 2007 und 2008 festgelegt und haben sich mit dem Energiekonzept der Bundesregierung und dem nationalen Aktionsplan erneuerbare Energien teilweise sehr deutlich verändert. Das gilt sowohl für die Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke als auch für den starken Zubau von Photovoltaikanlagen und den verlangsamten Ausbau der Offshore Windenergie. Dies führt zu wesentlichen Veränderungen im Strommix, die im Rahmen von dena II noch nicht angemessen berücksichtigt werden konnten. Dies relativiert die Ergebnisse in Bezug auf die zeitlichen Komponenten und den konkreten Netzzubaubedarf nicht aber in Bezug auf den Bedarf. Pauschale Aussagen zu Auswirkungen von Veränderungen im Kraftwerksmix, etwa der Laufzeitverlängerungen auf das Versorgungssystem und das Übertragungsnetz, sind auf Basis von dena II nicht zulässig. "Die Verkürzung der Ergebnisse von dena II auf die Aussage des Eckwertes zum Netzausbau von 3600 km mit konventioneller Wechselstromtechnologie wäre fahrlässig. Schon aus Akzeptanzgründen ist dieser Netzausbau bis 2020 kaum realisierbar", unterstreicht Herdan. Flexibilitäten im System und im Netz wie Nachfragemanagement und Speicherzubau sowie Übertragungsvarianten sind im Einzelfall abzuwägen. Obwohl die dena II Studie eine hervorragende Basis für die Realisierung des notwendigen Netzausbaus ist, sind für die konkrete Netzplanung noch weitere Aspekte zu berücksichtigen. Die Studie ist auf den kostenoptimalen Kraftwerkseinsatz und Netzausbau ausgelegt. Akzeptanzfragen wurden dabei unzureichend berücksichtigt. Auch die Chancen und Herausforderungen eines Nordseenetzes mit Einbeziehung der Wasserkraft-Potenziale in Skandinavien wurden noch nicht ausreichend untersucht. Zudem sind neue Anforderungen an den Regelenergiemarkt, insbesondere zur besseren Nutzung der Potentiale der Biomasse und des Nachfragemanagements bei positiver Regelleistung, aber auch der Windenergie bei negativer Regelleistung zu entwickeln. lg

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