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VDMA: China auf dem Weg zur "Innovationsmaschine"

"China will seine Abhängigkeit von ausländischen Technologien weiter reduzieren und in einigen Bereichen Innovationsführer werden", erklärte VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner am Mittwoch in Frankfurt anlässlich der Vorstellung der Studie "Implications of the 12th Five-Year-Plan for German Machinery Manufactures" der Impuls-Stiftung des VDMA, die von der Droege Group China durchgeführt wurde.

Als der VDMA vor fünf Jahren eine Studie über Chinas Innovationsstrategien vorgestellt hatte, stand das Land noch auf Platz vier der Rangliste der weltgrößten Maschinenbauländer. "Inzwischen ist China mit einem Umsatz von 563 Milliarden Euro (2011) mit Abstand der weltweit größte Maschinenproduzent", so der VDMA Präsident.

"In den Jahren 2006 bis 2010 steigerte China das BIP um 115 Prozent. Treiber dieses Wachstums waren maßgeblich staatliche Infrastrukturmaßnahmen, nicht private Investitionen, nicht Innovationen und nicht Konsum. Dieses Verhalten hat weltweit zu spürbaren Überkapazitäten in Industrien, wie z. B. Stahl und Zement geführt", berichtet Jörg Nürnberg, Droege-Group-China, der die Studie im Auftrag der Impuls-Stiftung des VDMA durchführte. Ziel Chinas sei es, bis 2015 Maschinen nicht mehr nur im unteren Preissegment anzubieten, sondern auch "State of the art"-Technologie zu liefern. Das würde auch den deutschen Maschinenbau treffen. "Auf dem Weg zu diesem neuen Niveau wird China, wie in der Vergangenheit, Überkapazitäten und landesinternen Wettbewerb schaffen, welcher auf den Weltmärkten für starke Verzerrungen sorgen wird", betonte Nürnberg. "So ist China mittlerweile der größte Hersteller von Werkzeugmaschinen und hat deshalb seine Exportziele auf vier Milliarden US-Dollar für 2015 fixiert. Das ist acht Mal so viel wie im Jahr 2010."

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Im Zeitraum bis 2015 wird China seine F&E-Investitionen mehr als verdoppeln. Sieben strategische Bereiche sollen mit 1,2 Billionen Euro gefördert werden, um globale Technologieführerschaft zu erreichen: Umweltfreundliche Fahrzeuge, neue Energiequellen, High-End-Equipment, Energieeffizienz, neue Materialien, Bio-Technologie und neue IT. Diese Schlüsselindustrien sollen um jährlich 33 Prozent wachsen und so China zur weltweit tragenden Säule machen, heißt es in der Studie. Es sollen verstärkt nationale Forschungszentren aufgebaut werden und der Anteil der F&E-Aufwendungen am Bruttoinlandsprodukt in China soll von 1,5 auf zwei Prozent steigen. Das sind 2015 rund 215 Milliarden Euro, rund dreimal so viel wie Deutschland heute für Forschung und Entwicklung ausgibt. "Die Schlüsselindustrien sollen regional konzentriert werden, zum Beispiel High-End-Equipment in Hunan oder neue Energien in Sichuan", berichtete Lindner. Auch die Investitionen Chinas im Ausland sollen verstärkt werden, wobei Akquisitionen die bevorzugte Methode sind, so ein weiteres Ergebnis der Studie.

"Besonders die Förderung in den Bereichen Zulieferer für die Elektromobilität, Solar- und Windkraftindustrie, Luftfahrt, Hochgeschwindigkeitszüge und intelligente Ausrüstungen für die Produktionstechnik sind von großer Relevanz für den deutschen Maschinenbau", betonte VDMA Präsident Lindner. "Für Teilbranchen wie Hütten- und Walzwerkeinrichtungen, Thermoprozesstechnik, Gießereimaschinen, Verfahrenstechnik, Fluidtechnik, Präzisionswerkzeuge, Werkzeugmaschinen oder Formenbau ergeben sich neue Marktpotenziale. Aber es entstehen auch staatlich geförderte mächtige neue Wettbewerber."

Auf diese veränderten Bedingungen in China und auf dem Weltmarkt müssten sich die deutschen Maschinenbauer einstellen und die eigenen Strategien überprüfen und neu ausrichten. "Das kann sowohl verstärkte Produktion und Entwicklung in China heißen, Nachdenken über neue Kooperationen oder gesteigerte Innovationen, um den chinesischen Wettbewerb auf Distanz zu halten", sagte Lindner. Die Studie gebe den deutschen Maschinenbauern konkrete Hinweise, welche Geschäftsmöglichkeiten sich erschließen, aber auch in welchen Bereichen ausländische Unternehmen oder Importeure in China vor verschlossenen Türen stehen werden. Der VDMA Präsident erklärte, es müsse "fair" zugehen. Wettbewerbsgleichheit müsse gegeben sein. "So kann es nicht sein, dass einerseits die Zentralregierung Auslandsinvestitionen chinesischer Unternehmen massiv fördert, andererseits aber deutsche Unternehmen bei Engagements in China einschränkt", dies habe er kürzlich in einem Gespräch mit dem chinesischen Wissenschaftsminister Wan Gang bemängelt. "Wir sollten also die Aktivitäten unserer chinesischen Wettbewerber und der lenkenden Hand von Partei und Regierungsstellen noch genauer beobachten und analysieren, um böse Überraschungen zu vermeiden."

Die Studie ist erhältlich beim VDMA. kf

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