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VDE-Studie: Deutschland bleibt Innovationsführer

Deutschland ist im internationalen Vergleich Innovationsführer bei wichtigen Schlüssel- und Querschnittstechnologien der Elektro- und Informationstechnik und kann seine Spitzenpositionen bis 2020 mit leichten Verlusten verteidigen. Das zeigt der neue VDE-Trendreport Elektro- und Informationstechnik 2012, der auf einer Umfrage unter den 1.300 VDE-Mitgliedsunternehmen und Hochschulen basiert.

Nach Meinung von 88 Prozent der Befragten verfügt Deutschland über die größte Innovationskraft in der Produktions- und Automationstechnik. 80 Prozent sehen Deutschland in der Elektrotechnik und 74 Prozent im Bereich E-Energy/Smart Grid an der Weltspitze. Auf Platz 1 des Innovations-Rankings liegt die Bundesrepublik für 57 Prozent auch in der Medizintechnik, für 52 Prozent in der Mikrosystemtechnik und für 45 Prozent im Bereich Smart Home/Smart Building.

Deutschland schwächelt in der Elektromobilität, Mikroelektronik und IT

In der Nanotechnik und bei altersgerechten Assistenzsystemen (Ambient Assisted Living - AAL) liefern sich Deutschland und die USA ein Kopf-an-Kopf-Rennen, mit einem leichten Vorsprung für die USA in der Nanotechnik und für Deutschland im Bereich Altersgerechte Assistenzsysteme. Schwächer schneidet die Bundesrepublik im Bereich Mikroelektronik, IT und IKT-Infrastruktur (Soft- und Hardware) ab. Hier traut die Mehrheit den USA die größte Innovationskraft zu. Auch bei der Elektromobilität, bei der momentan noch Japan an der Spitze liegt, besteht noch Aufholbedarf. Doch immerhin fast jeder Dritte sieht hier die Bundesrepublik in Front.

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E-Efficiency und Smart Grid Hauptimpulsgeber für den Standort

Gefragt nach den Hauptimpulsgebern für den Standort, nannten neun von zehn VDE-Mitgliedsunternehmen und Hochschulen den Bereich Energieeffizienz und acht von zehn den Bereich Smart Grid/Intelligente Energieversorgung. Auf Platz 3 und 4 des Impulsgeber-Rankings folgen Elektromobilität/Elektroauto und Embedded Systems. Von den Bereichen Verkehrssteuerung, Smart Home / Intelligentes Wohnen und Breitband-Infrastruktur erwartet etwa jeder Vierte wichtige Impulse.

2020: Deutschland behauptet Innovationsführerschaft mit leichten Verlusten

Gefragt nach den Zukunftsaussichten kann Deutschland bis 2020 alle Spitzenpositionen mit leichten Verlusten halten. An der Spitze der Paradedisziplinen stehen weiterhin die Produktions- und Automationstechnik, E-Energy / Smart Grid und Elektrotechnik, gefolgt von der Medizintechnik und Smart Home / Smart Building. Im Bereich Ambient Assisted Living, kann Deutschland den Zweikampf mit den USA für sich entscheiden, Japan schiebt sich auf Platz zwei. In der Mikrosystemtechnik bahnt sich ein neuer Wettlauf um die Innovationsführerschaft ab. Deutschland und China liefern sich hier ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

China auf der Überholspur bei der Elektromobilität

Das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Deutschland in der Nanotechnik können die USA nach Meinung von 40 Prozent der Befragten bis 2020 für sich entscheiden. Jeder Dritte glaubt dagegen, dass Deutschland an der Spitze liegen wird. In der Informationstechnik können die USA in den Augen von 37 Prozent die Innovationsführerschaft vor den stärker werdenden Schwellenländern Indien und China verteidigen, die bereits von 26 bzw. 24 Prozent in Front gesehen werden. Spitzenspositionen übernimmt China für 41 Prozent der Befragten in der Mikroelektronik und für 33 Prozent bei der IKT-Infrastruktur (Soft- and Hardware). In der Elektromobilität müsste sich Deutschland laut Umfrage abermals mit dem zweiten Platz begnügen - mit einem Wert von 27 Prozent zwar vor Japan (22 Prozent), aber hinter dem neuen Spitzenreiter China (39 Prozent).

Fachkräftemangel ist Innovationshemmnis Nummer 1

Das größte Innovationshemmnis in Deutschland ist die Verfügbarkeit qualifizierten Personals. 64 Prozent der Befragten sind dieser Ansicht. Fast ebenso viele (58 Prozent) meinen, Defizite bei gesetzlichen Rahmenbedingungen stellten das größte Innovationshemmnis dar. Eine unzureichende Förderung beklagt etwa ein Drittel, Probleme mit Kreditvergabe sowie hohe Steuern und Abgaben etwa ein Viertel der Befragten. Während die Qualität der Hochschulabschlüsse und hohe Lohnkosten für knapp jeden Fünften die größten Innovationshemmnisse darstellen, klagt nur etwa jeder Zehnte über schlechte Erträge und Absatzprobleme, die Infrastruktur und die allgemeine wirtschaftliche Situation.

Hohes Ausbildungsniveau stärkt Deutschlands Innovationspotenzial

Die Bedeutung des Faktors Wissen spiegelt sich auch im Hinblick auf deutsche Stärken wider. 76 Prozent der Befragten sehen die Innovationschancen in Deutschland am meisten durch das hohe Ausbildungsniveau gestärkt. Etwa jeder Zweite hält Netzwerke von Unternehmen und Hochschulen, die technische Infrastruktur, die führende Technologieposition und das effiziente Systemdenken für die wichtigsten innovationsfördernden Stärken. Die politischen Rahmenbedingungen stuft nur etwa jeder Zehnte als Stärke ein.

Elektro- und IT- Branche bleibt optimistisch und investitionsfreudig

Dass Deutschland seine wirtschaftliche Situation aufgrund seiner guten Technologieposition stärken kann, meinen 76 Prozent der Befragten. Erfreulich ist, dass 83 Prozent der Unternehmen der Elektro- und IT-Branche im Jahr 2012 mindestens so viel in den Bereich Forschung und Entwicklung investieren wollen wie 2011. Auch die Nachricht, dass sich die Verlagerung und Rückverlagerung von Unternehmenskapazitäten von bzw. nach Deutschland die Waage halten, ist positiv zu werten. 51 Prozent gaben an, dass Unternehmen in den nächsten zwei Jahren Kapazitäten ins Ausland verlagern werden, 43 Prozent erwarten Rückverlagerungen. Noch im vergangenen Jahr rechneten mehr Unternehmen mit Verlagerungen und erheblich weniger mit Rückverlagerungen.

Hohe Priorität für IT-Sicherheit im Bereich Smart Grid und Smart Meter

Auf die Frage, welche Bereiche im Hinblick auf IT-Sicherheit besonders gefährdet sind, nannten 49 Prozent "Smart Home" und jeweils etwas mehr als ein Drittel "Smart Grid" und "Smart Metering". Nahezu umgekehrt fallen die Gewichtungen bei der Frage aus, in welchen Bereichen das Thema IT-Sicherheit eine besonders hohe Priorität hat. Hierauf antworteten etwa zwei Drittel mit "Smart Metering" und "Smart Grid", während die Hälfte eine hohe Priorität im "Smart Home" sieht.

Über den VDE-Trendreport

An der Umfrage unter den 1.300 VDE-Mitgliedsunternehmen und Hochschulen nahmen insbesondere Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland (93 Prozent) teil, darunter vor allem mittlere bis größere Unternehmen mit 100 bis 4.999 Beschäftigten (53 Prozent) und einem Elektroingenieuranteil von bis zu 10 Prozent (62 Prozent). In dem weiten Branchenspektrum am stärksten vertreten waren Unternehmen der Energietechnik und Elektrotechnik mit einem Anteil von 22 bzw. 20 Prozent. Die Studie kann für 250 Euro im InfoCenter unter www.vde.com bestellt werden. Für VDE-Mitglieder ist sie kostenlos. kf

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