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Steuerungsentwicklung: Simulierter Operationstisch liefert Testmöglichkeiten

Mit einem Hardware-in-the-Loop-System (HiL) des Echtzeit-Spezialisten Cosateq verfügt der Medizintechnik-Hersteller Maquet nun über bessere Testmöglichkeiten für die Steuerungssoftware seiner OP-Tischsysteme - vor allem können diese Tests an simulierten OP-Tischsystemen beginnen, lange bevor ein Prototyp zur Verfügung steht. Ein moderner OP-Tisch ist ein sehr variables kinematisches System mit hoher Komplexität. Für die verschiedenen Untersuchungen und Eingriffe ermöglicht es eine Vielzahl von Patientenlagerungen. Bei dem OP-Tischsystem Magnus von Maquet besteht die Lagerfläche aus einer Vielzahl gepolsterter Platten, deren räumliche Ausrichtung der Operator in weiten Grenzen per Bediengerät einstellen kann. Insgesamt verfügt das Gesamtsystem über neun Freiheitsgrade - drei mehr als die meist in industriellen Anwendungen genutzten Knickarmroboter.

OP-Tische müssen höchste Sicherheit für den Patienten mit dem größtmöglichen Komfort für das medizinische Personal verbinden. Mit dem HiL-System von Cosateq lässt sich die Softwareentwicklung für die OP-Tisch-Steuerungen früher starten und damit beschleunigen. (Bilder: Maquet/Cosateq)

Die Entwickler der OP-Tischsystem-Elektronik stehen dabei vor der Herausforderung, dass sie bereits mit der Arbeit beginnen sollen, bevor der Prototyp des OP-Tisches fertig ist. Mit Simulationsmodellen lassen sich zwar alle geometrischen und kinematischen Verhältnisse exakt abbilden, doch ohne einen flexiblen und gleichzeitig hochperformanten Hardware-in-the-Loop-Simulator kann das Verhalten des OP-Tischsystems nicht in Echtzeit getestet werden. Cosateq bekam deshalb den Zuschlag für sein flexibles HiL-System, das alle Sensoren und Aktuatoren des OP-Tischsystems simuliert und als Echtzeitsimulations-Umgebung Scale-RT nutzt. Insgesamt simuliert das System die neun Antriebe - davon befinden sich vier in der Säule und fünf in der Lagerfläche. Auf diese Weise kann Maquet schon in einer frühen Projektphase anfangen, die Software zur OP-Tisch-Steuerung zu entwickeln und schrittweise zu testen. Von Vorteil ist auch die Untersuchung des Verhaltens der Sensoren, die im realen Tisch schlecht zugänglich sind. Ebenso ist die gefahrlose Durchführung von Testläufen möglich, die den realen Tisch beschädigen könnten.-co-

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Cosateq GmbH & Co. KG, Wangen
Tel. 07522/9749-0, www.cosateq.de

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