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Stets in gutem Kontakt

Nicht nur Kontaktfedern kann das Unternehmen Johann Vitz heute mit der CAD/CAM-Lösung Visi schneller herstellen. Einer der Gründe: Mögliche Kollisionen lassen sich bereits in der Konzeptphase der Werkzeugent- wicklung erkennen und vermeiden. Darüber hinaus überzeugte das Unternehmen die leichte Bedienbarkeit der Software, die Mecadat in Deutschland vertreibt.
Aufgrund der einfachen Bedienung und der im Vergleich zu anderen Mitbewerbern gut funktionierenden Blechabwicklung zieht Vitz-Geschäftsführer Michael Vitz (rechts) ein positives Fazit des Visi-Einsatzes. Neben ihm: Vitz-Konstruktionsleiter Thomas Prätorius (links) und Mecadat-Mitarbeiter Ansgar Claes.

Zeigt eine charakteristische Tonfolge beim Einlegen eines Mobilteils an, dass das Telefon Kontakt zur Ladeschale hat, steckt dahinter vielleicht eine Kontaktfeder der Johann Vitz GmbH & Co. KG in Velbert. Das Unternehmen zeigt, dass sich auch in wirtschaftlich schweren Zeiten mit Innovationen und breitem Produktspektrum durchaus gute Umsätze erzielen lassen. Um weiter innovativ sein zu können, setzt Vitz deshalb vor allem auf den Nachwuchs. Ziel ist es, bei aktuell 230 Beschäftigten immer zehn Prozent der Belegschaft auszubilden.

Vitz fertigt alle Werkzeuge für das weite Produktspektrum selbst. Einerseits, um das entsprechende Know-how zu erlangen und zu erhalten, andererseits, um schnell auf Kundenwünsche reagieren zu können. Ein wichtiger Schritt war deshalb der Umstieg von 2D auf 3D. Aufgrund zunehmender Fertigungsanfragen von Kunden mit 3D-Daten und dem Einzug des Hochgeschwindigkeitsfräsens in der Produktionshalle entschloss sich das Unternehmen zur Einführung der CAD/CAM-Lösung Visi von Vero, in Deutschland vertrieben von Mecadat in Langenbach. „Visi ist seit Anfang 2009 bei uns im Einsatz und hat sich absolut bewährt“, sagt Thomas Prätorius, Konstruktionsleiter bei Vitz. „Die 2D-Ableitung erfolgt automatisch und vor allem lassen sich Kollisionen in 3D zusammenfassend erkennen.“ Neben der Fehlerreduktion messe man aus diesem Grund eine deutliche Zeitersparnis. „Dadurch, dass Kollisionen besser erkannt werden, ist unser Werkzeugbau schneller geworden.“

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Das CAD/CAM-System ist speziell für die Bedürfnisse des Werkzeug- und Formenbaus entwickelt worden. Die Software umfasst Module für die Konstruktion, die NC-Programmierung sowie spezielle Anwendungen des Werkzeug- und Formenbaus. „Die einzelnen Module lassen sich je nach Bedarf zusammenstellen und jederzeit durch weitere Elemente ausbauen; außerdem bietet Visi Schnittstellen zu allen wichtigen Datenformaten, seien es solche aus Catia, NX oder Pro/Engineer oder Step und SAT, die ebenfalls als einzelne Module erhältlich sind“, ergänzt Mecadat-Vertriebsmitarbeiter Ansgar Claes.

Schickt heute ein Kunde eine Zeichnungsanfrage mit Stückzahl, ist häufig schon ein Datensatz dabei. Bereits in der Angebotsphase kommt deshalb Visi Progress zum Einsatz, mit dessen Hilfe sich aus den CAD-Daten des Kunden ein Streifenbild ermitteln lässt. Die Konstruktion der Werkzeuge erfolgt dann durchgängig in 3D mit Visi Modelling, dem auf dem Parasolid-Kern basierenden Flächen- und Volumenmodellierer der Software. Bei der Abwicklung des Bauteils und der Erzeugung des Streifenlayouts wird unter anderem die Finite-Elemente-Methode eingesetzt, wodurch auch nichtlineare Biegungen abgewickelt werden können – der Komplexität der 3D-Modelle ist damit keine Grenze gesetzt.

Rückfederung ist kein Problem

Ein erheblicher Konstruktionsaufwand entsteht beispielsweise dann, wenn es darum geht, die Rückfederung von Blechbauteilen zu berücksichtigen. Dafür eignet sich das neue Deformationstool in Visi 18. Geometrische Änderungen, wie sie bei Überbiegungen nötig sind, können auf diese Weise ohne konstruktiven Aufwand vorgenommen werden. Das System erzeugt ein Finite-Elemente-Netz über das zu biegende Bauteil. Der Anwender kann die Biegung bestimmen und Einfluss auf Randbedingungen wie Tangentialitäten- und Kurvenstetigkeiten nehmen. Mit diesen Informationen berechnet das System automatisch die neue Flächengeometrie. Für die Zuschnitts-Kalkulationen der Platinen setzen die Konstrukteure dann Visi Blank ein, das ebenfalls die Materialdehnung in beliebig gekrümmten Flächen nahezu auf Knopfdruck berechnen kann.

Neben fünf Visi-Arbeitsplätzen hat Vitz in der Produktionshalle zusätzlich vier Viewer eingerichtet, an denen sich die Werkzeugmacher die Informationen zum Werkzeug suchen können. „Diese Mitarbeiter wurden nicht speziell geschult, denn Visi ist logisch aufgebaut – so dass mit wenig Aufwand auch ungeschultes Personal damit arbeiten kann“, fährt Konstruktionsleiter Prätorius fort. Nicht nur auf diese Weise unterstützt die Software das klar definierte Ziel von Vitz, nicht über die Abwanderung in Billiglohnländer zu bestehen, sondern weiter in Deutschland zu produzieren. „Denn dies bedeutet nicht nur, dass man komplizierte Teile fertigen kann, sondern dass man auch einfache Teile mit guter Technologie in Deutschland herstellen kann“, erläutert Michael Vitz, technischer Geschäftsführer von Vitz. „Für uns ist der Werkzeugbau das Herz des Unternehmens – ohne guten Werkzeugbau kann man auch mit den besten Stanzautomaten keine Qualität erreichen.“

Um die Software aktuell zu halten und den technischen Support jederzeit sicherzustellen, hat Vitz eine Wartungsvereinbarung mit Mecadat abgeschlossen. „Die Wartungsbedingungen sind sehr fair“, so der Vitz-Chef weiter. „Darüber hinaus klappt die ganze Zusammenarbeit mit Mecadat auf einer sachlichen, produktiven Basis, auf der man gemeinsam zum Ziel kommt.“ So war Vitz etwa an der Entwicklung von Visi Multi-Slides beteiligt. Diese Erweiterung von Visi Progress wurde für die Konstruktion und Fertigung von Kurvenscheiben in Stanz-Biegeautomaten entwickelt. -co-

Mecadat CAD/CAM Computersysteme GmbH, Langenbach Tel. 08761/7620-0, http://www.mecadat.de

Johann Vitz GmbH & Co. KG, Velbert, Tel. 02051/6085-0, http://www.vitz.de

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