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Solar Fuel: erhält Hauptpreis der deutschen Gaswirtschaft

Der rasante Ausbau von Windkraft und Photovoltaik erfordert in den nächsten Jahren Stromspeicher in großem Maßstab. Eine neue Technik der Solar Fuel GmbH aus Stuttgart macht das nun möglich: Sie konvertiert den Ökostrom in erneuerbares Erdgas. Erdgas lässt sich einfach in die Energieinfrastruktur einbinden, die Speicherkapazität ist immens. Erdgasautos, Heizungen und effiziente Gaskraftwerke können das Gas nutzen. SolarFuel ist für diese Entwicklung jetzt mit dem Hauptpreis der deutschen Gaswirtschaft für Innovation und Klimaschutz 2010 ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand am 29. September in Berlin statt. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Die Grundlagen für das Verfahren wurden vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES entwickelt. Die beiden Forschungsinstitute wurden ebenfalls ausgezeichnet.

Die Preisverleihung fand in der Landesvertretung von Rheinland-Pfalz südlich des Brandenburger Tors statt. Die Festrede hielt Professor Klaus Töpfer, seit 2009 Exekutivdirektor des Klimaforschungsinstituts IASS. Aus 70 Bewerbungen wurden vier Preisträger ausgewählt. Den Hauptpreis gewann Solar Fuel mit seinen Forschungspartnern. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch ASUE, dem Allgemeinen Deutschen Automobilclub ADAC, dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW und der Deutschen Energie-Agentur dena vergeben.

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Gregor Waldstein von Solar Fuel freute sich mit seinen Partnern über die Auszeichnung: "Unser Ziel ist es, mehr erneuerbaren Strom in das Energiesystem zu integrieren. Erneuerbares Erdgas kann ihn langfristig und jederzeit abrufbar speichern. Dass wir dafür nun auch bundesweite Anerkennung erhalten, motiviert uns für unsere nächsten Vorhaben."

Die Jury aus unabhängigen Experten der Bereiche Wissenschaft, Wirtschaft und Politik begründete ihr Votum mit dem gelungenen Beitrag von SolarFuel, ZSW und Fraunhofer IWES, erneuerbaren Strom in der vorhandenen Infrastruktur zu speichern. Die clevere Methode mache das Speichermedium direkt nutzbar, da das synthetisch erzeugte Erdgas kompatibel zu Bio-Erdgas und konventionellem Erdgas sei. Ein weiterer Vorteil seien die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten: Das saubere Erdgas stehe den Strom-, Wärme- und Mobilitätsmärkten zur Verfügung.

Im Sommer 2010 hat die in Salzburg gegründete Firma ihren Sitz nach Stuttgart verlegt. Besonders die deutsche Energiewirtschaft kämpft mit dem Problem großer Überschussmengen aus Windkraft und Photovoltaik. Knapp 20 Prozent des Stroms in Deutschland stammen derzeit aus erneuerbaren Energien. 2020 werden es bereits 45 bis 50 Prozent sein. An starken Windtagen können die Stromnetze schon heute den erneuerbaren Strom nicht mehr vollständig aufnehmen - der Strom geht dann zum Teil verloren. In den nächsten Jahren wird das Problem noch deutlicher zutage treten. Die neue Technik könnte den Überschussstrom dann künftig als Ökoerdgas speichern.

Die Solar Fuel GmbH entwickelt Anlagen zur Speicherung von erneuerbarem Strom. Der Strom wird dabei zu erneuerbarem Erdgas konvertiert, das in Gaskraftwerken, Gebäuden, Autos und der Industrie genutzt werden kann. Solar Fuel hat seinen Sitz in Stuttgart. Gegründet wurde die Firma 2007 in Salzburg. Gründer und Geschäftsführer ist Gregor Waldstein. lg

 

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