Lösungen für automatisiertes Fahren

Siemens plant Übernahme von Tass International

Siemens plant die Übernahme von Tass International, einem weltweiten Anbieter von Simulationssoftware sowie Engineering- und Test-Services hauptsächlich für die Automobilindustrie. Das Unternehmen ist spezialisiert auf autonomes Fahren, integrierte Sicherheit, fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme sowie Reifenmodellierung. Es besitzt eine große Bandbreite an Lösungen, die das Angebot von Siemens im Bereich PLM-Software erweitern und die Position von Siemens als führendem Anbieter systemgetriebener Produktentwicklung für die internationale Automobilindustrie weiter ausbauen soll.

„Die Automobilindustrie ist eine Fokusbranche von Siemens. Die Übernahme von Tass International ist ein weiterer Beleg für unser Ziel, unseren Kunden ein vollständiges Portfolio an Lösungen zur Realisierung ihres digitalen Unternehmens anzubieten. Damit unterstützen wir Autohersteller, den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten und alle Chancen der Digitalisierung zu nutzen“, erläutert Dr. Jan Mrosik, CEO der Siemens-Division Digital Factory. „Tass International ist ein etabliertes und führendes Unternehmen im Markt für integrierte Sicherheit ebenso wie für autonomes Fahren – zwei Bereiche, die in der Branche eine zunehmend bedeutende Rolle spielen. Mit unserem kombinierten Angebot sind wir zukünftig noch besser in der Lage, auf die aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie zu reagieren.“

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Aktive Sicherheits- sowie fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme zählen in zunehmendem Maße zur Standardausstattung modernder Autos. Der Trend zu vernetztem, autonomem Fahren stellt neue Anforderungen an die virtuelle und physikalische Validierung und Verifizierung von Fahrzeugen.

“Das PLM-Software-Portfolio von Siemens bietet enorme Chancen für Tass International und unsere Kunden, die Entwicklung sicherheitskritischer Anwendungen für automatisiertes und vernetztes Fahren signifikant zu beschleunigen. Dank der internationalen Präsenz von Siemens können wir mit unseren Engineering- und Test-Services eine deutlich größere Anzahl von Kunden erreichen“, kommentierte Jan van den Oetelaar, CEO von Tass. „Durch die Einbindung von Tass International in den Siemens-Konzern erwarten wir ein langfristig stabiles Geschäftsumfeld und erhalten Zugriff auf umfangreiches Know-how. So können wir eine integrierte Software-Kette für die Verifizierung und Validierung komplexer Automobilfunktionen einrichten – zum Vorteil von Autoindustrie und behördlichen Organisationen weltweit.“

Die Schwerpunkte des Unternehmens mit Hauptsitz in Helmond/Niederlande sind unter anderem Lösungen für automatisiertes Fahren und integrierte (aktive wie passive) Sicherheit, die in erster Linie für die Autoindustrie bestimmt sind. Die PreScan-Software bietet Autoherstellern, Zulieferern und Behörden gleichermaßen die Möglichkeit, komplexe Verkehrsszenarien zu simulieren und Lösungen für automatisiertes Fahren sowie fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme virtuell zu validieren. Mit Madymo, seiner marktführenden Modeling-Software für Insassensicherheit, lassen sich die Auswirkungen von Autounfällen auf den menschlichen Körper simulieren. Die Software Delft-Tyre ermöglicht hochpräzise Reifenmodelle zur Simulation von Fahrzeugdynamik und Fahrsituationen.

Die Simulationssoftware soll mit dem Simcenter-Simulations-Portfolio von Siemens und den Electronic Design Automation (EDA)-Lösungen von Mentor Graphics kombiniert werden, das seit kurzem ebenfalls zum Siemens-Konzern gehört. Durch die einzigartige, vollintegrierte Lösung für die frühzeitige Verifizierung und Validierung von modernen Fahrerassistenzsystemen (Advanced Driver Assistant Systems, ADAS) und autonomen Fahrsystemen verfügt Siemens künftig über das weltweit umfassendste Angebot für eine systemgetriebene Produktentwicklung von Fahrzeugen.

Siemens wird 100 Prozent des Stammkapitals von Tass erwerben und dessen Geschäft in die Business Unit Siemens PLM Software einbinden, die der Division Digital Factory zugeordnet ist. Tass International beschäftigt etwa 200 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von ca. 27 Millionen Euro. Geplantes Closing ist Anfang September 2017. Beide Unternehmen vereinbarten Stillschweigen über finanzielle Details der Transaktion. kp

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