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Schuler erhält Mega-Auftrag von BMW

Der Schuler-Konzern kann den größten Auftrag in der Unternehmensgeschichte vermelden. Der Technologieführer in der Umformtechnik erhielt im Laufe des Jahres 2011 von der BMW AG den Zuschlag für insgesamt sieben Pressenlinien mit ServoDirekt-Technologie. Drei Highspeed-Servo-Pressenlinien bestellte der bayerische Autobauer für die Presswerke in Leipzig, Regensburg und Shenyang, China. Gleichzeitig reservierte BMW weitere vier Pressenlinien gleicher Bauart für Standorte im Inland. Das Auftragsvolumen umfasst einen deutlich dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

"Servo-Pressen stellen einen technologischen Sprung in der Produktion von Blechteilen in Großserie dar. Mit über 20 Hüben pro Minute gehören die Anlagen zu den schnellsten der Welt", so Schuler-Vorstandschef Stefan Klebert. Er stuft den Auftrag als einen der wichtigsten in der über 170jährigen Unternehmensgeschichte ein. "Der Auftrag unterstreicht unsere Vorreiterrolle im Markt und spricht für die hervorragende Performance der Maschinen." In drei deutschen Werken setzt BMW baugleiche Pressenlinien bereits ein.

Die Servopressentechnik von Schuler gilt unter Fachleuten als ein äußerst leistungsfähiges Fertigungssystem. Pro Minute lassen sich mindestens 20 Prozent mehr Teile fertigen als mit konventionellen Anlagen. Denn bei Pressen mit ServoDirekt-Technologie erfolgt der Antrieb über elektronisch geregelte Drehmomentmotoren direkt auf das Pressengetriebe. Der wesentliche Vorteil: Die Bewegung des Stößels lässt sich für jedes Werkzeug individuell programmieren. Das heißt: Die Presse kann den Stößel während eines Hubs zusätzlich beschleunigen und abbremsen und somit den Umformprozess optimieren. Bei klassisch-mechanischen Pressen, also Schwungradmaschinen, ist dies nicht möglich. Hier bestimmt alleine die gleichmäßige Drehzahl des Pressengetriebes die Stößelbewegung.

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Auf den rund 85 Meter langen Pressenlinien sind je nach Ausführung fünf oder sechs solcher Schuler-Servopressen miteinander verbunden. Am Anfang des Umformprozesses führt ein Platinenlader der Anlage die einzelnen Blechtafeln zu. Automatisierungsroboter des Herstellers transportieren die Teile dann zur nächsten Pressenstufe. Die Pressenlinien verfügen über eine Gesamtpresskraft von rund 9.000 Tonnen. In bis zu sechs Arbeitsschritten ziehen, biegen und stanzen die Pressen das bis zu 2,5 Millimeter starke Stahlblech in die gewünschte Karosserieform. Die Pressen leisten einen Durchsatz von rund 600 Tonnen Stahl pro Tag. Eine vergleichbare Menge Stahl war für den Berliner Funkturm notwendig. lg

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