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Schnell zur Variante

Die TLT-Turbo GmbH mit Sitz in Zweibrücken beschäftigt sich bereits seit 175 Jahren mit dem Thema Lufttechnik und ist einer der Weltmarktführer für technologiegetriebene industrielle Ventilatoren. Das Grundprinzip ist dabei denkbar einfach: Luft oder andere Gase müssen von einem Ort zum anderen bewegt werden. Die Anwendungsgebiete und insbesondere die Detail-Anforderungen sind jedoch vielfältig. Daraus ergeben sich unzählige Variationsmöglichkeiten und ein immenser Konstruktionsaufwand, der heute mit der Variantensoftware customX automatisiert ist.

TLT entwickelt, produziert und vertreibt Hochleistungs-Radial- und Axialventilatoren für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche wie Kraftwerke, die Stahlindustrie oder die chemische Industrie. Die Variantenvielfalt ist dementsprechend groß – daher wird bei TLT ein Produktkonfigurator für die Auswahl der Ventilatoren eingesetzt, der vom internen Vertrieb, aber auch von zahlreichen Vertriebspartnern weltweit genutzt wird. Im Industriebereich, in dem nahezu jeder Ventilator anders ist, sind jedoch zusätzlich umfangreiche Berechnungen notwendig. Für die Auslegung der Ventilatoren suchte TLT daher nach einem Tool, dass eine automatische Zeichnungsgenerierung mit der mechanischen Berechnung vereint und fand mit customX bereits im Jahr 2003 eine prozessorientierte Lösung, die gleichzeitig die Möglichkeit ließ, einen vertrieblichen Konfigurator zu nutzen und customX im Hintergrund laufen zu lassen, so dass der Vertrieb immer in derselben Oberfläche arbeiten kann. Eingesetzt wird die Software im Bereich Industrie für die Radialventilatoren.

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Ein typisches Projekt beginnt bei TLT mit den Anforderungen des Kunden – er nennt das benötigte Volumen und die zu erreichende Druckerhöhung sowie weitere Randbedingungen wie Gastemperatur, Staubbelastung und Einsatzort. Diese Anforderungen können grundsätzlich zahlreiche Maschinen erfüllen – aufgrund der Komplexität kann jedoch die ideale Maschine nicht vorab berechnet werden. Der Vertrieb nimmt also die Daten auf und gibt sie in den Produktkonfigurator ein. Dort erfolgt die aerodynamische Auslegung, in der Kombinationen von Laufrad und Gehäuse bestimmt werden, die die Kundenanforderungen laut vorhandener Kennlinien erfüllen können. Aus diesen möglichen Maschinen wählt nun der Vertrieb einige Vorzugskonfigurationen aus.

Konstruktion automatisieren

Alle bisherigen Prozesse laufen in dem bereits länger eingeführten Produktkonfigurator ab. Nun aber ist customX gefordert: der Konfigurator übergibt etwa 120 Variablen an customX, das daraufhin sämtliche Komponenten der Maschine bestimmt. Dabei variiert die Software automatisch Entwurfsgrößen wie Werkstoffe, Schaufeln, Nabenscheibe, Deckscheibe, Blechdicken bis eine Maschine entsteht, die entsprechend der automatisch folgenden Prüfrechnung die Anforderungen erfüllt. Am Ende stehen Form und Dimension, die Werkstoffe der Maschine sowie eine erste Grobkalkulation fest. Ist diese zu teuer, wird der Prozess mit einer anderen der vorausgewählten Maschinen neu gestartet. In wenigen Minuten kann so der komplette Ventilator mit allen Komponenten bestimmt werden. Dann ist nur noch ein Knopfdruck nötig – und schon werden Fertigungszeichnungen der rotierenden Bauteile, Stücklisten, Berechnungsprotokolle für Laufrad und Lagerung, kritische Drehzahlen et cetera automatisch ausgegeben. customX läuft dabei komplett im Hintergrund, kommt ohne eigene Oberfläche aus und bietet gleichzeitig Schnittstellen zum Enterprise Ressource Planning-System (ERP) und auch zu zahlreichen Berechnungsprogrammen.

Aufgrund des umfangreichen Produktportfolios von TLT wird customX permanent erweitert. Durch die bald erfolgende Umstellung auf die neueste Version, die auf der modernen Entwicklungsumgebung Dot-Net von Microsoft basiert, wird laut Anbieter nun auch die Anbindung an 3D-CAD-Systeme ermöglicht.

Stefan Graf

customX GmbH, Limburg, Tel. 06431/4986-0, http://www.customx.de

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