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Schiffbau-Fachforum: Prostep zeigte Lösungen für Know-how-Schutz bei Fertigung im Ausland auf

Mit nahezu 100 Teilnehmern feierte das fünfte Schiffbau-Fachforum der Prostep AG einen neuen Besucherrekord. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung standen die Herausforderungen für die maritime Zulieferindustrie Deutschlands, ein Industriesektor mit zirka 400 Unternehmen und 72.000 Beschäftigten, der im Jahr 2009 knapp 12 Milliarden Umsatz erwirtschaftete und trotz eines Umsatzrückgangs von 7,7 Prozent seine Führungsposition als weltweit größter Exporteur vor Japan, Korea und China behaupten konnte. Die maritimen Zulieferer hätten die Krise gut abgefedert, müssten sich aber trotz wachsender Auftragseingänge auch 2011/12 noch auf eine schmerzhafte Durststrecke einstellen, prognostizierte Hauke Schlegel, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie des VDMA. Angesichts fehlender Neubauaufträge im traditionellen Schiffbau und des zunehmenden Wettbewerbs aus China und anderen asiatischen Ländern empfiehlt der VDMA die Erschließung neuer Märkte in der Offshore-Industrie, insbesondere der Öl- und Gasproduktion, in Tiefseebergbau, den erneuerbaren Meeresenergien und der schwimmenden Infrastruktur. Interessante Wachstumsmärkte sind laut Schlegel außerdem die umweltfreundliche Schiffstechnik sowie alternative Antriebssysteme, aber auch Sicherheitssysteme und Nachrüstungen.

An die Eleganz von alten Frachtern wie der Cap San Diego im Hamburger Hafen kommen moderne Container-Schiffe selten heran. Um in der Branche heute zu bestehen, wird aber der Know-how-Schutz immer wichtiger. (Bild: Prostep)

Neben der Ausrichtung auf neue Märkte und umweltfreundliche Technologien ist die Ausdehnung der globalen Zusammenarbeit durch die zunehmende Verlagerung von Entwicklung und Fertigung ein weiterer Trend, mit dem sich die Unternehmen in der Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie auseinander setzen müssen, wie Dr. Matthias Grau von der Prostep AG zum Auftakt der Veranstaltung sagte. Dem trug die Agenda des diesjährigen Fachforums mit einer ganzen Reihe von Vorträgen über die verteilte Produktentwicklung, über sichere Prozesse und gesicherten Datenaustausch sowie den Schutz des intellektuellen Know-hows Rechnung. Die verteilte Produktentwicklung stellt hohe Anforderungen an das Rechte-Management in den PDM-Systemen, um sicherzustellen, dass die richtigen Daten in den richtigen Formaten in die richtigen Hände gelangen. Wichtiger als neue Software-Werkzeuge seien aber organisatorische Maßnahmen, um das Bewusstsein der Mitarbeiter für die schützenswerten Informationen zu schärfen, wie Dr. Emanuel Slaby von der Hella KGaA Hueck & Co. in seinem Vortrag betonte. Der Automobilzulieferer für Lichttechnik, der eine Schiffbau-Tochter unterhält, hat ein beispielhaftes Konzept für den Know-how-Schutz implementiert, das unter anderem eine gezielte Verschleierung von schützenswerten Details in den CAD-Modellen und eine Trennung von CAD- und KBE-Anwendungen (Knowledge Based Engineering) vorsieht.

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Vertreter der Prostep AG präsentierten in Hamburg verschiedene Lösungen und Dienstleistungen aus ihrem Produktportfolio, die die Datenkommunikation in global verteilten Entwicklungsprozessen effizienter und sicherer machen. Auf großes Interesse stieß bei den Zuhörern der Vortrag über die 3D-PDF-Technologie, die bei der Blohm & Voss Naval GmbH in einem Forschungsprojekt genutzt wird, um 3D-Modelle des Rumpfes zusammen mit PDM-Metadaten für die zeichnungslose Fertigungsdokumentation aufzubereiten. Einen detaillierten Hintergrundbericht veröffentlicht der CAD-CAM REPORT in seiner Mai-Ausgabe.-mc-

Prostep AG, Darmstadt
Tel. 06151/9287-454, www.prostep.com

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