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Sartorius: Bilanz für das Geschäftsjahr 2008

Sartorius ist im Jahr 2008 trotz eines schwierigen Marktumfelds in beiden Konzernsparten leicht gewachsen und hat einen robusten Gewinn erwirtschaftet. "Angesichts der unerwartet ungünstigen Rahmenbedingungen haben wir uns gut behauptet. Zwar konnten wir unsere ambitionierten Finanzziele für 2008 nicht erreichen, haben aber dennoch den immerhin drittbesten Profitabilitätswert der Unternehmensgeschichte erzielt", so Konzernchef Dr. Joachim Kreuzburg die Jahresergebnisse 2008 auf der Bilanzpressekonferenz in Göttingen.

Für das Jahr 2009 gab Kreuzburg mit Verweis auf die weiterhin außerordentlich unsicheren Rahmenbedingungen keine genaue Prognose der Finanzergebnisse ab: "Es ist absehbar, dass die globale Wirtschaftskrise unser Mechatronik-Geschäft im laufenden Jahr deutlich beeinträchtigen wird, so dass wir in dieser Sparte mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang rechnen", so Kreuzburg. Die Biotechnologie-Sparte als Zulieferer zur biopharmazeutischen Industrie sei hingegen vergleichsweise wenig abhängig von allgemeinen konjunkturellen Einflüssen. "Für die Biotechnologie-Sparte planen wir mit Umsatzwachstum und einer steigenden Profitabilität." Mittel- und langfristig seien die Geschäftsaussichten unverändert erstklassig, so Kreuzburg weiter.

Im Jahr 2008 erhöhte der Sartorius Konzern seinen Umsatz leicht umwechselkursbereinigt 0,9% und erlöste 611,6 Mio. Euro (aktuelle Wechselkurse: -1,8%). Der Auftragseingang lag mit einem Plus von wechselkursbereinigt 1,6% bei 609,8 Mio. Euro und damit ebenfalls etwas über dem Niveau des Vorjahres (aktuelle Wechselkurse: -1,1%). Der Gewinn des Konzerns ging aufgrund des insgesamt schwachen Marktumfelds sowie ungünstiger Währungseffekte gegenüber dem Vorjahr zurück, bewegte sich aber weiterhin auf solidem Niveau: Das operative Ergebnis (EBITA: Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisation) betrug nach zwölf Monaten 56,8 Mio. Euro (Vorjahr: 71,1 Mio. Euro); die entsprechende Ergebnis-Marge belief sich auf 9,3% (Vorjahr: 11,4%). Der Jahresüberschuss wurde u.a. durch Sonderaufwendungen für Währungssicherungsgeschäfte beeinflusst und lag exklusive der jeweils nicht zahlungswirksamen Aufwendungen für Amortisation und Zinsen für Kursgarantien bei 18,2 Mio. Euro nach 30,4 Mio. Euro im Vorjahr.

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Die Sparte Biotechnolgie hat sich 2008 in einem ungewöhnlich schwierigen Marktumfeld gut behauptet. Wie auch die Wettbewerber hatte die Sparte in Nordamerika einen vorübergehenden Nachfragerückgang bei einigen Großkunden infolge von Produktionseinschränkungen sowie Abbau von Lagerbeständen zu verkraften. Dies führte insbesondere im ersten Halbjahr zu deutlich weniger Bestellungen bei den Pharma-Zulieferern, während sich im vierten Quartal wieder eine Normalisierung der Lage abzuzeichnen begann. Insgesamt lag der Umsatz der Sparte mit 366,0 Mio. Euro in konstanten Währungen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (+0,2%; aktuelle Wechselkurse: -2,6%). In Europa war das Wachstum der Biotechnologie-Sparte insbesondere vom Geschäft mit Einwegprodukten für biopharmazeutische Anwendungen geprägt; stark nachgefragt wurden zum Beispiel innovative Einwegfermenter. In Asien verzeichnete die Sartorius Stedim Biotech eine insgesamt flache Umsatzentwicklung.

Die Sparte erhielt im Jahresverlauf 2008 Aufträge im Wert von 367,1 Mio. Euro, ein Plus von wechselkursbereinigt 3,0% (aktuelle Kurse: 0,0%). Während aus Europa und Asien Wachstumsimpulse kamen, waren die Bestellungen in Nordamerika aufgrund der Marktsituation rückläufig, allerdings mit einem positiven Trend im vierten Quartal. Die Sparte Biotechnologie erzielte im Geschäftsjahr 2008 ein operatives Ergebnis (EBITA) von 39,7 Mio. Euro (Vorjahr: 49,7 Mio. Euro). Dabei lieferte das Geschäft mit Einwegprodukten den mit Abstand größten Ergebnisbeitrag. Mit einer Ergebnis-Marge von 10,9% bewegte sich die Profitabilität der Sartorius Stedim Biotech weiterhin auf sehr solidem Niveau (Vorjahr: 13,2%). Die im Vergleich zum Vorjahr schwächere Marge resultierte im Wesentlichen aus dem Umsatzrückgang in Nordamerika sowie aus negativen Währungseinflüssen.

Sartorius Mechatronics verzeichnete sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz in den ersten drei Quartalen des Jahres 2008 erfreuliche Zuwächse von wechselkursbereinigt mehr als 5% und zeigte sich damit zunächst unbeeinflusst von der sich abzeichnenden Wirtschaftskrise. Im November und Dezember 2008 erhielt die Sparte jedoch infolge des weltweiten Konjunktureinbruchs signifikant weniger Aufträge für Laborinstrumente und industrielle Wäge- und Kontrolltechnik, was sich bereits zum Jahresende in teilweise rückläufigen Umsätzen niederschlug. Während des gesamten Geschäftsjahres positiv entwickelte sich hingegen das Servicegeschäft. Im Gesamtjahr lag der Auftragseingang 2008 mit 242,7 Mio. Euro wechselkursbereinigt um 0,5% unter dem Vorjahreswert (aktuelle Kurse: -2,8%). Der Umsatz erhöhte sich wechselkursbereinigt um 1,8% und lag bei 245,6 Mio. Euro (aktuelle Kurse: -0,5%). In der regionalen Betrachtung erreichte der Konjunkturabschwung Nordamerika als erstes, so dass der Umsatz mit Mechatronik-Produkten hier auch auf Gesamtjahresbasis rückläufig war. Aufgrund der guten ersten drei Quartale verzeichnete die Sparte in Europa hingegen leichte und in Asien deutliche Zuwächse.

Das operative Ergebnis (EBITA) der Sparte verringerte sich von 21,3 Mio. Euro auf 17,1 Mio. Euro; die entsprechende EBITA-Marge lag zum Jahresende bei 7,0% nach 8,6% im Vorjahr. Maßgeblich für den Ergebnisrückgang waren neben dem Konjunktureinbruch und negativen Währungseinflüssen zudem die plangemäß höheren Aufwendungen für Forschung & Entwicklung.

Wesentliche Bilanz- und Finanzkennzahlen des Konzerns lagen mit einer Eigenkapitalquote von 38,5% (31.12.2007: 42,6%) und einem dynamischen Verschuldungsgrad von 2,7 auf einem guten Niveau. Durch das im September 2008 abgeschlossene Finanzierungspaket über ein Volumen von insgesamt 400 Mio. Euro steht die Finanzierung des Unternehmens auf einer breiten und langfristigen Basis.

Im Geschäftsjahr 2008 hat Sartorius seine F&E-Aktivitäten weiter intensiviert und seine Aufwendungen für Forschung & Entwicklung plangemäß um 10,0% auf 43,9 Mio. Euro (Vorjahr: 39,9 Millionen Euro) erhöht. Der Anstieg der Aufwendungen ist im Wesentlichen auf den Aufbau von zusätzlichem wissenschaftlichen Personal zurückzuführen. Die F&E-Quote erhöhte sich entsprechend und lag bei 7,2% nach 6,4% im Vorjahr.

Zum 31.12.2008 waren im Sartorius Konzern 4.660 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, 142 Personen bzw. 3,1% mehr als im Vorjahr. Die Beschäftigtenzahl in Europa erhöhte sich um 5,4% auf 3.151 Mitarbeiter, davon waren 2.339 in Deutschland insgesamt und 1.829 am Stammsitz in Göttingen tätig. In der Region Asien | Pazifik stieg die Anzahl der Mitarbeiter um 8,7% auf 898 Personen, während sie in der Region Nordamerika aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen im Equipment-Geschäft um 11,8% auf 540 Beschäftigte zurückging.

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