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Artikel und Hintergründe zum Thema

Rohstahl veredeln

Deutsche Edelstahlwerke weihen neue Sekundärmetallurgie ein

Beim Wittener Stahlproduzenten Deutsche Edelstahlwerke wurde Ende Juni die Einweihung der neuen Sekundärmetallurgie gefeiert. Rund 80 geladene Gäste durften sich ein Bild von den neuen Anlagen machen, die sich nachhaltig positiv auf den Standort und das gesamte Unternehmen auswirken sollen.

v.l.n.r.: Clemens Iller (CEO SCHMOL Z + BICKENBACH AG); Dr. Martin Löwendick (CEO Deutsche Edelstahlwerke GmbH) und der NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin vor den neuen Aggregaten des Sekundärmetallurgischen Zentrums in Witten.

"Investitionen wie diese sind es, die Nordrhein-Westfalen und den Industriestandort Deutschland nach vorne bringen." Mit diesen Worten kommentierte NRW Wirtschaftsminister Garrelt Duin die offizielle Einweihung am Standort Witten durch Dr. Martin Löwendick, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Edelstahlwerke, und Clemens Iller, CEO der Schmolz + Bickenbach Gruppe. Neben Duin waren auch Vertreter der Bezirksregierung, die Bürgermeisterin der Stadt Witten, der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, der Geschäftsführer der Edelstahlvereinigung, Vertreter der IG Metall sowie zahlreiche Kunden des Stahlproduzenten der Einladung ins Ruhrgebiet gefolgt.

Dr. Martin Löwendick, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Edelstahlwerke, freute sich über die große Resonanz: "Die Modernisierung der Sekundärmetallurgie ist für uns als ein führendes Unternehmen in der Produktion und Verarbeitung von Hightechlösungen aus Edelstahl die bedeutendste Investition der letzten Jahre. Der Standort Witten verfügt jetzt über eine der modernsten Sekundärmetallurgie der Welt. Daher sind wir bestens aufgestellt, um unsere Unternehmensziele in Sachen Qualität, Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umweltschutz weiterhin konsequent zu verfolgen."

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Eine Investition in die Zukunft

Bei einer Führung durch die neue Sekundärmetallurgie konnten sich die rund 80 Gäste der Deutschen Edelstahlwerke gestern selbst ein Bild von den neuen sekundärmetallurgischen Anlagen machen. Clemens Iller - seit April 2014 CEO der Schmolz + Bickenbach AG, unter deren Dach die Deutschen Edelstahlwerke seit 2007 operieren - ist überzeugt, dass sich der organisatorische Aufwand während der Bauphase im laufenden Betrieb und die Investitionssumme von insgesamt 50 Millionen Euro gelohnt haben: "In Zukunft wird sich das neue Sekundärmetallurgische Zentrum nachhaltig positiv auf den Standort und das gesamte Unternehmen auswirken."

Die neue Sekundärmetallurgie: Qualitätssteigernd, sicherer, energieeffizienter und umweltschonender

Drei Jahre hat der Umbau der Sekundärmetallurgie gedauert, in der der Rohstahl mithilfe zugeführter Legierungselemente und diverser qualitätssteigernder Nachbehandlungen alle gewünschten Eigenschaften erhält. Für die neue Produktionslinie wurde eigens eine 35 Meter hohe Halle mit einer Grundfläche von 2.800 Quadratmetern errichtet, in der alle Aggregate der Sekundärmetallurgie untergebracht sind. Dazu gehören ein neuer Pfannenofen, eine neue Legierungsanlage mit 28 Tagesbunkern und automatischer Befüllung, ein Spülstand und eine hochmoderne Vakuumbehandlungsanlage mit Legierungsschleuse und fahrbarer Sauerstofflanze, in der unter Vakuum unerwünschter Kohlenstoff nahezu vollständig aus der Schmelze entfernt und ein sehr hoher Reinheitsgrad erreicht wird. Ein fahrbarer Kesselwagen verbindet Pfannenofen und Vakuumanlage, wodurch sich der Transport der Pfanne von bisherigen 20 Minuten auf rund 90 Sekunden reduzieren ließ. Das macht den Produktionsprozess nicht nur sicherer, sondern auch wesentlich energieeffizienter, da die Schmelze in der kurzen Zeitspanne nicht so stark abkühlen kann. Zusammen bilden die Aggregate einen zentralen Kernbereich der Edelstahlerzeugung, denn hier erhält der Rohstahl mithilfe zugeführter Legierungselemente und diverser qualitätssteigernder Nachbehandlungen alle gewünschten Eigenschaften.

"Das spezielle Anlagendesign ermöglicht eine Qualitätssteigerung in allen unseren Erzeugnisgruppen, z.B. bei Wälzlagerstählen, Duplex- und Superduplexgüten für den Offshorebereich, hochwertigen Getriebestählen oder Kunststoffformenstählen. Den wachsenden und zunehmend individuelleren Anforderungen unserer Kunden können wir damit gerecht werden", so Löwendick.

Doch auch die Stahlwerksmitarbeiter profitieren direkt von den umfangreichen Umbaumaßnahmen: Durch die Reduzierung von Krantransporten und die Automatisierung zahlreicher Tätigkeiten an der offenen Schmelze steigt die Arbeitssicherheit. Der Leitstand, von dem aus alle Anlagen gesteuert werden, liegt zentral auf einer Hallenebene mit den Aggregaten und wurde außerdem unter ergonomischen Gesichtspunkten eingerichtet. "Da Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei den Deutschen Edelstahlwerken fester Bestandteil der Unternehmensziele sind, war es selbstverständlich, diese Aspekte bei allen konzeptionellen Planungen zu berücksichtigen", ergänzt Löwendick.

Gleiches gilt für den Umweltschutz. So wurde im Rahmen der Modernisierung auch ein völlig neues Entstaubungskonzept installiert, das nicht nur alle Aggregate der Sekundärmetallurgie, sondern auch das Stahlwerk mit dem Elektrolichtbogenofen umfasst. Zwei neue Tuchfilteranlagen verdoppeln die Entstaubungskapazität im Vergleich zur alten Elektrofilteranlage auf rund eine Million Kubikmeter pro Stunde. Auf diese Weise gelingt es den Deutschen Edelstahlwerken seit Inbetriebnahme des zweiten Filters im August 2013, die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte für Staub noch deutlicher zu unterschreiten als bisher.

Darüber hinaus sorgt eine mit zeitgemäßer Filtertechnologie modernisierte Wasserwirtschaft für eine ressourcenschonende Aufbereitung des Prozesswassers der Vakuumanlagen. Das gereinigte Wasser wird anschließend wieder in den geschlossenen Betriebswasserkreislauf eingespeist. kf

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