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Rapidtech 2014: Das komplette Spektrum der generativen Fertigung

Zum 11. Mal fand im Mai die Erfurter Messe Rapidtech statt. Sie bot Neueinsteigern wie Experten, Forschern und Anwendern einen guten Überblick zum technischen Stand und Trends der generativen Fertigung. Mit den speziell für Produktentwicklung und Konstruktion relevanten Fragestellungen beschäftigte sich der "Konstrukteurstag".

Auf der Erfurter Messe Rapidtech konnten sich Besucher von Konstruktionsregeln über Strukturoptimierung und Funktionsintegration bis hin zur zur Bauteil-Serienfertigung informieren.

Additive Manufacturing (AM) ist eine Schlüsseltechnologie zur Umsetzung globaler Trends wie Individualisierung und Nachhaltigkeit, ebenso stellt diese Technologie einen elementaren Beitrag zum Themenkomplex Industrie 4.0 dar. "Geht es um belastungsgerecht ausgelegte Strukturen oder Funktionsintegration, eröffnen generative Fertigungsverfahren komplett neue Möglichkeiten. Der Einsatz dieser Technologien erfordert jedoch spezielles Know-how, da klassische Konstruktionsprinzipen dafür nicht einfach übernommen werden können", erklärte Professor Dr.-Ing. Detmar Zimmer, Leiter des Lehrstuhls Konstruktions- und Antriebstechnik der Fakultät Maschinenbau an der Universität Paderborn, der für das Programm des "Konstrukteurstags" verantwortlich zeichnete.

Die eintägige Veranstaltung mit Referenten aus Forschung und Industrie bot gleich im ersten Referat neueste Ergebnisse zu Konstruktionsregeln für die additiven Fertigungsverfahren Lasersintern, Laserschmelzen und Fused Deposition Modeling. Beleuchtet wurden dabei die Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Verfahren.

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Trends in der Produktentwicklung
Darüber hinaus gab der Vortrag eine Antwort darauf, ob der Gültigkeitsbereich von bisher für das Lasersintern erarbeiteten Konstruktionsregeln auf weitere Herstellungsrandbedingungen erweitert werden kann. Ein weiteres Referat thematisierte die Vorteile der Produktentwicklung, die sich durch Kombination von Topologieoptimierung, Rapid Prototyping und Feinguss ergeben. Beleuchtet wurden auch die Möglichkeiten, mit heutigem mathematischen Wissen und Software-Verfahren sehr komplexe Strukturen in Anlehnung an Muster aus der Natur rechnerbasiert zu entwickeln, sie dann additiv zu fertigen und so aus bekannten Stoffen Bauteile mit neuen Eigenschaften herzustellen. Präsentiert wurde darüber hinaus ein neuer Konstruktionsansatz für die belastungsgerechte Auslegung von Sandwichbauteilen. Er ermöglicht eine bessere Ausschöpfung des Leichtbaupotenzials für Wabenstrukturen, indem diese den auftretenden Belastungen entsprechend lokal variiert und angepasst werden. Gleichzeitig lassen sich durch die additive Fertigung zusätzliche Funktionen integrieren. Referate über die Herstellung komplexer Serienbauteile für den Einsatz in der Luftfahrt stehen ebenfalls auf dem Programm.

Ein weiterer Anziehungspunkt für Besucher waren Foren zur Medizin- und Dentaltechnik sowie Luftfahrt. Umfassende Informationen bot die Rapidtech zu neuesten Entwicklungen bei Materialien, Verfahren und Maschinen durch die Fachmesse. "Generative Fertigungsverfahren werden branchenübergreifend immer relevanter und spielen in der Produktion eine immer wichtigere Rolle. Dies generiert einen immensen Bedarf an Information, aber auch an Erfahrungsaustausch und Diskussion", erklärt Wieland Kniffka, Messechef in Erfurt. "Mit ihrem Mix aus Think Tank, Wissenstransfer und praxisorientierter Ausstellung setzt die Rapidtech hier Standards." -sg-

Messe Erfurt, Erfurt, Tel. 0361/400-1500, www.rapidtech.de

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