Negativpreis Plagiarius 2020

Andrea Gillhuber,

Fälscher an den Pranger stellen

7,3 Milliarden Euro ist der geschätzte Schaden, der Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland jährlich durch Plagiate entsteht. Sind Sie auch betroffen? Dann werden Sie aktiv und melden den Fälscher für den Negativpreis Plagiarius an!

Wird seit 1977 an dreiste Fälscher verliehen: Der Negativpreis Plagiarius. © Aktion Plagiarius e.V.

Produktpiraterie und Know-how-Diebstahl fügen dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau jährlich erheblichen Schaden zu. Laut der VDMA-Studie Produktpiraterie 2018 sind 71 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland von Produkt- und Markenpiraterie betroffen. Der jährliche geschätzte Schaden: 7,3 Milliarden Euro.

Seit 2003 bringt der VDMA die Studie im zweijährlichen Turnus heraus. Im Vergleich zur Vorgängerstudie 2016 hat sich der absolute Unternehmensschaden nicht geändert, jedoch hat sich laut 39 Prozent der Befragten Unternehmen die Situation verschärft. Nicht nur sind Plagiate ein Sicherheitsrisiko für den Verbraucher und Anwender, sie schaden auch dem guten Ansehen von Unternehmen. Denn standen bisher vor allem rein technische nachbauten im Fokus der Produktpiraten, setzen sie jetzt verstärkt auf Imitationen des äußeren Erscheinungsbildes oder ganzer Marken. Der Imageschaden ist enorm.

Anzeige

Wer aber glaubt, die Fälscher sitzen nur in China, der hat sich getäuscht. Zwar ist das Land der Mitte immer noch weltweiter Spitzenreiter, was den Herkunftsort für Plagiate angeht, doch steht auf Platz 2 – zwar mit deutlichem Abstand – Deutschland selbst. Allerdings ist der Ideenklau in der Nachbarschaft rückläufig – nur noch 19 Prozent nannten deutsche Unternehmen als Quelle von Plagiaten. 2016 waren es noch 24 Prozent gewesen. Dicht dahinter folgt Italien (18 Prozent Nennungen).

Produktpiraten an den Pranger stellen

Sollten Sie von Plagiaten betroffen sein, können Unternehmen das geltende Recht erst außergerichtlich und dann zivilrechtlich durchsetzen. Allerdings ergreift mehr als ein Drittel der Betroffenen keine Maßnahmen. Vor allem kleine und Mittelständische Unternehmen sind passiv. Zum einen hängt dies laut VDMA von der Kenntnis über den konkreten Fälscher ab, aber auch von der enttäuschenden Unterstützung im Ausland: 85 Prozent der Betroffenen beklagen eine mangelnde Unterstützung der jeweiligen Behörden, 83 Prozent fehlt das nötige Engagement der lokalen Messegesellschaften im Ausland.

Werden Sie aktiv!

Aktiv werden können Unternehmen aber dennoch: Sie können das Plagiat noch bis 30. November 2019 für den Negativpreis Plagiarius anmelden! Seit 1977 verleiht die Aktion Plagiarius e.V. den Gartenzwerg mit der goldenen Nase an Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate und Fälschungen. Erklärtes Ziel der Aktion Plagiarius ist, die skrupellosen Geschäftspraktiken von Produkt- und Markenpiraten ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik und Verbraucher für die Problematik zu sensibilisieren.

Eine wechselnde Experten-Jury wählt die Preisträger. Bevor diese jedoch „ausgezeichnet“ werden, werden die vermeintlichen Plagiatoren von der Aktion Plagiarius schriftlich auf ihre Nominierung hingewiesen und erhalten die Möglichkeit zur Stellungnahme.

Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Frankfurter ‚Ambiente‘ statt. Während der Messe, die vom 07. bis 11. Februar 2020 stattfindet, werden alle eingereichten Originale und Plagiate an prominenter Stelle ausgestellt. Anschließend werden die Preisträger-Produkte online sowie bei Plagiarius-Ausstellungen präsentiert.

Zum Wettbewerb einzureichen sind:

  •          das Originalprodukt,
  •          das vermeintliche Plagiat,
  •          das ausgefüllte Anmeldeformular,
  •          Korrespondenz mit dem Plagiator, sofern erfolgt,
  •          Kopien von eingetragenen gewerblichen Schutzrechten (falls gemeldet),
  •          gegebenenfalls Hintergrundinformationen, die der Jury behilflich sein könnten.

Einsendeschluss für den Plagiarius-Wettbewerb 2020 ist der 30. November 2019.

Die „Preisträger“ aus dem letzten Jahr finden Sie übrigens in unserer Bilderstrecke Plagiarius-Wettbewerb 2019.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Produktpiraterie

App checkt Echtheit von Wälzlagern

Original oder Fälschung? Diese Frage stellt sich mittlerweile auch beim Kauf von Maschinenteilen wie zum Beispiel Wälzlagern. Die OriginCheck App unterstützt den Käufer bei der Echtheitsprüfung vor Ort und vereinfacht bei Verdachtsmomenten die...

mehr...

Fälschungen

SKF fängt "dicken Fisch"

Im Kampf gegen Plagiate in aller Welt hat SKF während der zurückliegenden Wochen enorme Fortschritte erzielt: Auf drei Kontinenten stellte das Unternehmen tonnenweise Fälschungen sicher. Ein richtig „dicker Fisch“ ging den Fahndern nach Erfolgen in...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

VDMA-Studie

Maschinenbauer fürchten Plagiatsschwemme

38.000 Arbeitsplätze könnte die Maschinenbauindustrie mit dem Umsatzverlust sichern, der den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern 2013 durch Produktpiraterie entstanden ist, erklärte VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge auf der Pressekonferenz des...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Track & Trace System

Produkte durchgängig serialisieren

Plagiate und Imitate sind ein Problem für jeden Industriezweig: Sie verursachen Umsatzeinbußen und Imageschäden, in der Pharma- und Lebensmittelbranche sind sogar lebensbedrohliche Folgen möglich. Maximale Fälschungssicherheit garantiert das auf der...

mehr...