Hannover Messe 2017

Positive Bilanz

Den Nutzen der Digitalisierung erlebbar machen. Mit diesem Versprechen ist die HANNOVER MESSE 2017 angetreten. Nach Abschluss der Messe ziehen die Veranstalter eine eindrucksvolle Bilanz: Die weltweit wichtigste Industriemesse boomt. Intelligente Roboter, lernfähige Maschinen und vernetzte Energiesysteme sorgten für ein kräftiges Besucherplus.

Mehr Besucher, mehr Internationalität, mehr Lösungen. So lässt sich die HANNOVER MESSE 2017 zusammenfassen (Bild: Deutsche Messe AG)

 „Mehr Besucher, mehr Internationalität, mehr Lösungen. So lässt sich die HANNOVER MESSE 2017 zusammenfassen“, sagte Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG. „In den vergangenen fünf Messetagen war Hannover die Welthauptstadt von Industrie 4.0. Alle an der Digitalisierung der Industrie beteiligten Branchen zeigten Lösungen für die aktuell wichtigste Frage der Industrie: Wie mache ich mein Unternehmen fit für die digitale Zukunft? Damit stärkt die HANNOVER MESSE ihre Position als weltweiter Entscheider-Treff.“ Unter dem Leitthema „Integrated Industry – Creating Value“ stand der Nutzen von Industrie 4.0 besonders im Fokus. Dabei war die Rolle des Menschen in der vernetzten Fabrik ein Kernthema. Das Partnerland Polen unterstrich die Bedeutung der engen Zusammenarbeit innerhalb Europas und empfahl sich als innovativer Partner für die globale Industrie.

Thilo Brodtmann, VDMA-Hauptgeschäftsführer zur HANNOVER MESSE 2017: „Die HANNOVER MESSE war eine Leistungsschau des Maschinenbaus par excellence: Industrie 4.0 ist kein Testfeld mehr, sondern die konkrete Umsetzung der Digitalisierung zum Nutzen der Anwender. Und die Messe war auch ein Beleg für die gute Stimmung in unserer Industrie: Wir haben die technischen Lösungen für die großen Herausforderungen der Menschheit, und wir spielen im internationalen Vergleich ganz vorne. Deshalb können wir ohne Wenn und Aber von einer ausgezeichneten HANNOVER MESSE 2017 sprechen.“

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Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung: „Industrie 4.0 erklimmt binnen kürzester Zeit neue Entwicklungsstufen, die die HANNOVER MESSE als erste abbildet. Und sie versendet eine klare Botschaft: Die Digitalisierung braucht eine europäische Identität. Die vor uns liegende Aufgabe lautet, die Digitalunion jetzt zu realisieren.“

Von den 225 000 Besuchern (217 000 im Vergleichsjahr 2015) kamen mehr als 75 000 aus dem Ausland. „Das gab es in der 70-jährigen Geschichte der HANNOVER MESSE noch nie“, sagte Köckler. „Diese beeindruckende Zahl belegt, dass die internationalen Entscheider erkannt haben, dass sie nur auf der HANNOVER MESSE einen umfassenden Blick auf die Entwicklung im Bereich Industrie 4.0 erhalten.“ Die Top-Besucherländer waren China (9 000), Niederlande (6 200), Indien (5 300) und das Partnerland Polen, das mit 5 000 Besuchern einen neuen Rekord verzeichnete. Beeindruckend war auch der Besucherzuspruch aus den USA mit 3 000 Besuchern. Hier zeigt sich die Nachhaltigkeit des Partnerland-Effekts. Die USA waren im Vorjahr Partnerland der HANNOVER MESSE.

Köckler: „Gemeinsam mit unseren Ausstellern haben wir das Leitthema auf der diesjährigen HANNOVER MESSE erlebbar gemacht. Mehr als 500 Anwendungsbeispiele zeigten, worin der konkrete Nutzen der Digitalisierung für die Industrie und Energie liegt.“

Siegeszug der Cobots
Eine neue Roboter-Generation stand ganz besonders im Rampenlicht. Cobots – kollaborative Roboter – werden die Arbeitsweise in der Fabrik fundamental verändern. Durch Vernetzung, künstliche Intelligenz, neuartige Sensoren und intuitive Bedienung können sie unmittelbar mit dem Menschen zusammenarbeiten, selbstständig lernen und sich gegenseitig Anweisungen geben. Köckler: „In den Robotik-Hallen war das Interesse gigantisch. Cobots sind nicht nur für Großkonzerne spannend, auch viele kleine und mittelständische Unternehmen haben sich auf der HANNOVER MESSE über diese neuen Helfer informiert.“

Vom Sensor zur Plattform
Standen in den vergangenen Jahren noch einzelne Sensoren zur Vernetzung der Maschinen im Mittelpunkt, waren in diesem Jahr die Plattformlösungen das Hauptthema. Konkret ging es um die Vernetzung der gesamten Produktion inklusive Datensammlung und Auswertung in der Cloud. „Der Trend zum sogenannten digitalen Zwilling in der Produktion eröffnet den Industrie- Unternehmen ganz neue Möglichkeiten“, sagte Köckler. Wenn schon im virtuellen Raum getestet werden kann, ob etwa eine neue Fertigungsstraße funktioniert, lassen sich Produkte schneller und damit preiswerter auf den Markt bringen.

Energiesysteme der Zukunft
Die Aussteller in den Energiehallen zeigten, wie das Energiesystem der Zukunft funktionieren kann. Köckler: „Mit der Integrated Energy Plaza haben wir eine zentrale Anlaufstelle für die Energiewirtschaft etabliert. Dort wurde gezeigt, wie aus der Stromerzeugungswende eine echte Energiewende werden kann, die auch den Wärme- und Mobilitätsmarkt mit einbezieht.“ Im Mittelpunkt standen neue Speichertechnologien. Zum Beispiel serienreife Elektrolyse-Stacks, die Wasserstoff-Lösungen schon heute zu einer günstigen Alternative machen. Auch im Bereich Solartechnologie gab es völlig neue Ansätze. Gleich mehrere Unternehmen zeigten hauchdünne, biegsame Solarfolien, die auch bei wenig Licht Strom produzieren und so neue Einsatzmöglichkeiten bieten.

KMU stellen sich der Digitalisierung
Nahezu wöchentlich werden Studien veröffentlicht, in denen Beratungsunternehmen zu dem Schluss kommen, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) auf die Digitalisierung nicht vorbereitet sind. „Die HANNOVER MESSE 2017 zeichnet ein anderes Bild“, sagte Köckler und nannte dabei die vielen Zulieferunternehmen, die auf der HANNOVER MESSE ausstellten. „Diese Unternehmen sind dabei, ihre Prozesse zu digitalisieren und sich mit ihren Partnern zu vernetzen, weil Sie wissen, dass ihre Kunden – beispielsweise aus der Automobilbranche – eine lückenlose digitale Nachverfolgung aller Teilstücke erwarten.“ Ein weiteres Beispiel war die Salzgitter AG, die mit einem neuen Gesamtauftritt die HANNOVER MESSE genutzt hat, um zu zeigen, wie das Thema Industrie 4.0 und Digitalisierung das eigene Selbstverständnis verändert und welche Lösungen bereits heute im Unternehmen existieren.

Startup-Bereich wächst
Seit dem vergangenen Jahr präsentieren sich junge Unternehmen im Bereich „Young Tech Enterprises“ mit potenziellen Investoren, Kunden und Partnern. Mehr als 150 Startups kamen zusammen. Sie zeigten Speicher für erneuerbare Energienetze, Bedienungssysteme für Augmented Reality oder Mini-Windkraftwerke für Autos und Züge: „Der Startup-Bereich hat sich prächtig entwickelt. Wir sind zuversichtlich, dass viele von ihnen im kommenden Jahr mit einem eigenen Stand den Sprung auf die HANNOVER MESSE wagen“, ergänzt Köckler.

Partnerland Polen
Das Partnerland Polen hat sich mit insgesamt 200 Unternehmen als dynamischer und innovativer Industriestandort präsentiert. Forschung und Startups – auf diese Themen legte das Partnerland besonders viel Wert. Das machte nicht nur Polens Ministerpräsidentin Beata Szydło zur Eröffnung der HANNOVER MESSE deutlich. Diese Themen beherrschten auch die Darstellung auf den Ständen. Zudem untermauerte Polen seine führende Position im Bereich Elektromobilität. Das große Interesse seitens der polnischen Politik an der HANNOVER MESSE belegten die Besuche weiterer hochrangiger Vertreter wie Jarosław Adam Gowin, Polens Minister für Wissenschaft und Bildung, oder Mateusz Morawiecki, Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Finanzminister.

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