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Platinenschneidanlagen für China: Schuler erhält den Zuschlag

Für die Schuler Automation ist es der größte Auftrag in der Unternehmensgeschichte: FAW-VW Automobile Co., Ltd., ein Joint Venture unter anderem der Volkswagen AG in China, hat drei Anlagen zum Schneiden von Außenhaut-Autoblechen mit höchsten Anforderungen an Ausbringung und Qualität bestellt. Konstruktion und Fertigung am Standort Heßdorf laufen derzeit auf Hochtouren: Die erste Anlage soll bereits im November 2012 in Changchun produktionsbereit sein, die beiden anderen für die Werke Chengdu und Foshan folgen im Januar und Februar 2013.

Die drei von FAW-VW bestellten Platinenschneidanlagen - das Bild zeigt die Richtmaschinen - werden fast zeitgleich aufgebaut.

Weil auch in China der Gewichtsreduzierung im Automobilbau immer größere Bedeutung zukommt, werden derzeit viele Produktionsstätten technisch aufgerüstet, um unter anderem das Leichtmetall Aluminium verarbeiten zu können. "Der chinesische Markt bietet ein enormes Potential und ist deshalb sehr wichtig für uns", betonen Bernhard Kraus und Stephan Mergner, Geschäftsführer von Schuler Automation Heßdorf. "Der Rekord-Auftrag spricht für das Vertrauen, das FAW-VW in uns setzt."

FAW-VW Automobile Co., Ltd. ist ein Joint Venture der FAW Group Corporation, der Volkswagen AG, der Audi AG und der chinesischen Volkswagen Automobile Investment Co., Ltd., das 1991 gegründet wurde. Mit täglich mehr als 3.000 produzierten Fahrzeugen der VW-Marken und Audi gehört FAW-VW zu den größten Pkw-Herstellern in China, wobei zusätzliche Kapazitäten für den Export von Fahrzeugen, Komponenten und Antriebssystem bestehen.

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"Um pünktlich liefern zu können, bauen wir die drei von FAW-VW bestellten Anlagen fast zeitgleich auf", erklärt Martin Liebel, Leiter des Bereichs Platinenschneidanlagen bei Schuler Automation in Heßdorf. Beim aktuellen Auftrag handelt es sich um drei Platinenschneidanlagen, jeweils ausgestattet mit einer 800 Tonnen starken Monoblock Servopresse. Aus den Platinen werden später Türen, Dächer oder Motorhauben gepresst.

Zwei der Anlagen können neben Stahl auch Leichtbau-Werkstoffe wie hochfeste Stähle und Aluminium verarbeiten, eine ist dafür vorbereitet - und alle drei werden mit ihrer höheren Ausbringungsleistung wesentlich produktiver als ihre Vorgänger sein: "Die Bandgeschwindigkeit steigt von 90 Metern in der Minute auf bis zu 110 Meter in der Minute", sagt Martin Liebel. Die perfekt synchronisierten und optimierten Anlagenkomponenten des Systems sorgen für diese Steigerung.

Produktqualität und Zuverlässigkeit müssen höchsten Standards genügen. "Bei der Produktion gerade von Außenhaut-Platinen kann es beim Ergebnis keine Kompromisse geben", macht Liebel deutlich. Deshalb sorgen zahlreiche Anlagendetails für die einwandfreie Qualität - so zum Beispiel der Einsatz von optimierten Beschleunigungsprofilen zum Vorschieben des Materials; die Presse, die sich dank ServoDirekt Technologie (SDT) von Schuler flexibel an die Festigkeit des Materials und die Anforderungen der eingesetzten Werkzeuge anpassen lässt; oder das Stop2Drop-Verfahren, das ein schonendes Abstapeln der fertigen Platinen erlaubt.

Der hohe Qualitätsstandard der Anlagen ist umso wichtiger, als der Produktionsschritt des Platinenschneidens ganz am Anfang des Fertigungsprozesses steht - und nur eine makellose Oberfläche der Platinen ohne Kratzer und Schattierungen für die weitere Verarbeitung in Frage kommt. "Schließlich produziert FAW-VW Modelle wie den Golf oder Audi A4 und muss dabei die hohen FAW-VW Ansprüche erfüllen", stellt Liebel klar. Deshalb setze das Unternehmen weltweit auch die gleichen Produktionsverfahren ein und hat sich für Platinenschneidanlagen entschieden, wie sie Schuler schon an vielen deutschen Standorten geliefert hat. kf

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