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Phoenix Contact wächst zweistellig

Nachhaltigigkeit ist ein Begriff, der im 18. Jahrhundert in der Forstwirtschaft geprägt wurde, weiss Roland Bent. Heute habe sich der Begriff auch als ein Kennzeichen von mittelständisch orientierten Unternehmen durchgesetzt, die langfristig denken und nachhaltig investieren würden. Die Bestandsicherung des Unternehmens über die eigene Generation hinaus sei ihren Inhabern wichtiger als der kurzfristige Shareholder Value.
Nachhaltig Zukunft gestalten, so erläuterte der Geschäftsführer der Phoenix Contact anlässlich einer Pressekonferenz auf der Automatisierungsmesse SPS in Nürnberg, bedeute für das Unternehmen, Technologiekompetenz konsequent auszubauen, aktuelle Technologietrends aufzugreifen und mitzugestalten sowie neue Produktfelder zu tragenden Säulen des Unternehmens zu entwickeln. Es hieße auch, weltweit mit Dienstleistungskompetenz Partner des Kunden zu sein und Strategien und Investitionen vorausschauend und langfristig zu verfolgen.
Die Phoenix Contact Gruppe erzielte auch im Jahr 2008 noch einmal ein sehr gutes Wachstum des weltweiten Umsatzes. Dieses Wachstum lag Ende Oktober bei rund 11 Prozent. Trotz der deutlichen Anzeichen einer sich abkühlenden konjunkturellen Großwetterlage geht Bent weiterhin von einem guten Wachstum bis zum Ende des Jahres 2008 aus: "Besondere Treiber sind dabei wieder die aufstrebenden Märkte Asiens, wie China und Indien, sowie Osteuropas, hier insbesondere erneut Russland. Aber auch im krisengeschüttelten US-amerikanischen Markt liegt das Wachstum in lokaler Währung noch im hohen einstelligen Bereich. Als größter Markt der Phoenix Contact-Gruppe leistet Deutschland mit noch zweistelligem Wachstum erneut den größten absoluten Beitrag zur Umsatzsteigerung. Insgesamt ergibt sich so eine ausbalancierte Verteilung des weltweiten Umsatzes. Mit diesen über dem Marktwachstum liegenden Zahlen können wieder Marktanteile gewonnen und die weltweite führende Position in allen fünf Geschäftsbereichen gefestigt werden. 2008 kann damit das sechste Jahr in Folge mit zweistelligem Wachstum werden."
Wenn es um nachhaltige Zukunftsgestaltung gehe, dann sei die effiziente Nutzung der Ressourcen eines der zentralen Themen der Zeit. Das Trendthema "Energieeffizienz" sei ein wesentlicher Erfolgsschlüssel für die deutsche Wirtschaft sowohl als Verbraucher der Energie, aber auch als Lieferant von Produkten und Lösungen für eine Erhöhung der Energieeffizienz.
Wesentlich für alle Energiemanagement-Lösungen, sei es in der Gebäudeautomation, im Maschinenbau oder im Anlagenbau, ist zunächst die Erfassung und Analyse der relevanten Energie- und Betriebsdaten aus der Anlage. Phoenix Contact hat hierzu eine entsprechende Referenzlösung entwickelt, die eine DDC-Steuerung, die alle relevanten Anlagen- oder Maschinendaten erfasst, und eine zentralen Datenbank koppelt.
Der Vorteil dieser Lösung liege darin, dass alle eingesetzten Komponenten und Schnittstellen Standardprodukte sind. Die Steuerung baut auf dem Inline Controller der Baureihe ILC 1xx auf, die Kommunikation erfolgt über Ethernet. Funktionsbausteine in dem Programmiersystem PC Worx erlauben das direkte Absetzen von Standard SQL-Commands zur Kommunikation mit dem Datenbank-Managementsystem. Alle Daten werden über einen SNTP-Client mit einem exakten Zeitstempel versehen, so dass eine sekundengenaue Auswertung der Verbrauchswerte möglich ist. Die Konfiguration des Systems erfolgt mittels Web-Services über einen Webserver, der in der Steuerung integriert ist. Peripherie-, Zähler- und Auswerteeinheiten in der Anlage werden über eine Standard SO-Schnittstelle und Modbus RTU angeschlossen.
Neben intelligenten Automatisierungs- und Energiemanagement-Konzepten ist der Einsatz von energiesparenden Geräten und Komponenten ein weiterer Schlüsselfaktor zur energieeffizienten Produktion. Roland Bent: "Zu wenig beachtet sind elektronische Stromversorgungen, die in der elektrischen Automation millionenfach Einsatz finden. Qualitativ hochwertige Geräte, wie sie auch Phoenix Contact liefert, haben heute einen Wirkungsgrad von 93 Prozent und mehr. Gegenüber Geräten des sogenannten Low-Cost-Bereichs hat eine hochwertige Stromversorgung über 35 Prozent weniger Verluste. Hochgerechnet auf die Lebensdauer einer Stromversorgung von typischerweise zehn Jahren kann damit eine Energie von rund 4000 kWh eingespart werden. Die vermeintlichen Mehrkosten der hochwertigen Stromversorgung amortisieren sich in diesem Fall in weniger als drei Jahren gegenüber dem Billigprodukt. Dies ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass auch die Energieeffizienz von Industrieelektronik viel stärker in den Fokus der Kunden gerückt werden muss."
Phoenix Contact forciert den Aufbau von Applikations-Know-how und die Bereitstellung eines abgestimmten Produktportfolios für die Branchen der globalen Megatrends Energie, Mobilität und Urbanität. Konkret heißt dies, Lösungen im Bereich der klassischen Energieversorgung sowie der regenerativen Energien, Automobil, Schiffsbau und Bahntechnik sowie auf Lösungen für die Wasser- und Abwasser-Aufbereitung anzubieten. So setzt beispielsweise Volkswagen in Brasilien für die Produktionsanlagen des neuen brasilianischen Golfs auf Steuerungstechnik von Phoenix Contact mit Profinet- und Interbus-Safety-Technologie. An den Standorten Taubaté wird eine Produktionskapazität von 1.000 Autos pro Tag und in Anchieta mit 300 Autos pro Tag gefertigt. Inzwischen sind die Produktionsanlagen in Betrieb gegangen und laufen störungsfrei. An beiden Standorten sind mehr als 100 Kleinsteuerungen ILC 370 im Einsatz. 150 Industrie PC's und rund 100 Interbus-Safety Controller, die als Proxis in das Profinet-Netzwerk eingebunden sind, komplettieren neben einer Vielzahl weiterer Komponenten von Phoenix Contact die Gesamtanlagen. Phoenix Contact Geschäftsführer Roland Bent: "Aufgrund des innovativen Steuerungskonzepts, eines reduzierten Engineering Aufwands, und der Vorarbeit konnte der "Start of Production" in Taubaté drei Wochen, in Anchieta sogar zwei Monate vor Plan durchgeführt werden."

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