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Partizipatorische Produktentwicklung mit V6

Einmal mehr ist das Internet nun auch beim Management industrieller Entwurfs- und Produktionsprozesse angekommen. Designer und Ingenieure können jetzt stationär wie mobil ihre PLM-Applikationen bearbeiten. Zusätzlich sollen auch Verbraucher stärker als bisher in den Prozess der Produktentstehung eingebunden werden. V6 zielt darauf ab, den Aktionsradius und die Nutzungsweise von PLM-Systemen drastisch zu erweitern.

SOA ermöglicht eine einfache Einbindung

Für Dassault Systèmes ist V6 die Plattform der nächsten PLM-Generation.

Für Dassault Systèmes ist V6 damit die Plattform der nächsten Generation – PLM 2.0. Darunter versteht das Unternehmen eine 3D-Online-Umgebung für jedermann. In ihr sollen Entwickler und Ingenieure, aber auch Endverbraucher aktuelle in der pre-market-Phase befindliche Produkte virtuell erfahren können. dadurch soll das Wissen in Unternehmen, aber auch das Wissen und die Anwendungserfahrungen und Vorstellungen von Verbrauchern besser nutzbar gemacht werden. Das technische V6-Konzept sieht vor, dass das PLM der neuen Generation gemäß SOA-Standards aufgesetzt wird. Service-orientierte Architekturen (SOA) ermöglichen es den Verantwortlichen, Geschäftsprozesse zu analysieren und diese strukturiert in die IT-Landschaft einzubinden. Die dadurch mögliche schnelle PLM-V6-Einführung über lediglich einen Server und nur eine Datenbank für alle Anwendungen senkt die Betriebskosten deutlich und soll zu einer wesentlich effizienteren Zusammenarbeit aller Beteiligten führen. Zudem sollen in V6 implementierte Geschäftsmodelle flexibel an sich verändernde Anforderungen anpassbar sein. Laut Laurent Couillard, bei Dassault Systèmes (DS) verantwortlich für den DS-Vertrieb in Nordeuropa, sind alle V6-Elememte, aber auch sämtliche V4- und V5-Elememte »SOA-ready«, lassen sich also in vorhandenen Archi- tekturen nutzen.

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Die V6-PLM-Lösungen von Dassault Systèmes CATIA, Delmia, Simulia, Enovia und 3Dvia sind seit Mai 2008 verfügbar. Vorherige Versionen werden weiterhin vom Anbieter unterstützt. Zudem entwickelt das Unternehmen weitere V5-Releases, um Anwendern einen reibungslosen Übergang zu V6 zu ermöglichen. Auch die jüngst angekündigte Version Enovia-MatrixOne 10.8 ist V6-fähig. Durch eine Aktualisierung auf das Release 10.8 sind Enovia-MatrixOne-Kunden somit auf V6 vorbereitet.

Als markantesten Unterschied zur V5-Architektur hebt Fabien Fedida, Director Offer Management bei DS hervor, dass V6 eine vollständig auf Web-Services basierende Plattform ist, die den XML-Standard für alle PLM-Schritte anwendbar macht. Außerdem seien jetzt erstmals alle PLM-Phasen grafisch darstellbar, einfach zugänglich und gemeinsam nutzbar. Von der Definition der Anforderungen an ein Produkt über dessen funktionelle Ausprägung und die verwendeten Fertigungstechnologien bis hin zur Verwertung von Erfahrungen aus Vorgängerprozessen haben die beteiligten Anwender den kompletten Überblick. Die Navigation in der PLM-Umgebung erfolgt über ein zentrales Steuerinstrument. Entscheidend, betont Fabien Fedida, sei dabei der einfache Zugriff auf Informationen.

XML-Standard für alle PLM-Schritte

Das weltweit exportierende und fertigende Maschinenbauunternehmen Schuler AG hat mit V6-Piloten bereits gute Erfahrungen gemacht. Hierzu gehören gute TCO-Werte (Total Cost of Ownership) und die Möglichkeit, auf Basis schon weit integrierter Architekturen beispielsweise neue Akquisitionen sehr schnell in die bestehenden Systeme integrieren. »Die Zusammenarbeit über das Internet und Content-Authoring sind für unser Unternehmen extrem wichtig«, erklärt Walter Knoblauch, PLM-Manager bei Schuler in Göppingen, und führt weiter aus: »V6 versetzt Anwender in die Lage, gleichzeitig und in Echtzeit über eine einfache Internet-Verbindung zusammenzuarbeiten. Die 3D-Benutzeroberfläche erleichtert es allen Beteiligten, auf den Produktlebenszyklus einzuwirken – den Konstrukteuren, den Zulieferern und den Endkunden.« Weitere schon existierende Pilotanwender der V6-Plattform sind der osteuropäische Agrar- und Baumaschinenhersteller Amaco (3D-Entwurf im Web), der französische Autokonzern Renault (virtuelle Modell-Ausstattung) oder Microsoft Live Earth, wo Nutzer ihr dort findbares Haus mit DS-Tools schicker als in der gegenwärtig erkennbaren Auflösung modifizieren können. -fr-

Dassault Systemes AG, Stuttgart Tel. 07 11/49 07 4 - 0, http://www.3ds.com

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