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15 Jahre DiK an der TU Darmstadt


15 Jahre DiK an der TU Darmstadt

Die Veranstaltung klang in einem geselligen Beisammensein aus.

Mit einem festlichen Symposium wurde das 15jährige Bestehen des Fachgebiets Datenverarbeitung in der Konstruktion (DiK) der TU Darmstadt am 29. August 2008 gefeiert. Prof. Dr. Reiner Anderl, Fachgebietsleiter und Vizepräsident der TU Darmstadt, stellte dazu ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm zusammen, das den Bogen von den Anfangstagen des DiKs bis hin zur Zukunft spannte.

Nach Grußworten durch Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt, sowie durch Prof. Dr. Peter Stephan, Dekan des Fachbereichs Maschinenbau, begann das fachliche Programm mit einem Vortrag über die DFG-geförderten Forschungsprojekte am DiK. Zhenyu Wu und Thomas Rollmann, wissenschaftliche Mitarbeiter am DiK, spannten den Bogen von dem ersten Sonderforschungsbereich mit DiK-Beteiligung bis hin zu aktuell genehmigten Projekten.

Der Sonderforschungsbereich 392 »Entwicklung umweltgerechter Produkte« war mit einer Laufzeit von 1996 bis 2004 seiner Zeit weit voraus. Umweltschutz und Energiesparen wurden schon zu einer Zeit diskutiert, als die Spritpreise noch unter 1,50 DM/Liter lagen. Prof. Anderl war in der letzten Förderperiode Sprecher des SFBs. Mit einem Transferbereich wurden die Ergebnisse des SFBs in die Anwendung übertragen. Das DiK ist aktuell an dem Sonderforschungsbereich 666 »Integrale Blechbauweisen höherer Verzweigungsordnung – Entwicklung, Fertigung, Bewertung« beteiligt, der seit dem Jahr 2005 die innovativen Fertigungsverfahren Blechspalten und Blechspaltprofilieren erforscht. Ebenfalls vorgestellt wurden DFG-geförderte Einzelprojekte aus der Geschichte des DiKs. Mit der Bewilligung eines DFG-geförderten Kooperationsprojektes mit der brasilianischen UNIMEP, Prof. Klaus Schützer, sind auch in diesem Bereich die Weichen für die Zukunft gestellt.

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Dass die DiK-Expertise nicht nur in der Forschung relevant ist, sondern auch in der Anwendung, stellte Herr Dr. Marcus Krastel in seinem Vortrag vor. Zusammen mit weiteren wissenschaftlichen Mitarbeitern gründete er im Jahr 2003 die :em engineering methods AG als Spin-Off des Fachgebiets. In den vergangenen Jahren konnte das Unternehmen erfolgreich wachsen und viele Forschungsthemen des DiK in die Praxis überführen.

Der Darmstädter Weg hat sich bewährt

Das dritte Standbein des DiK ist die Lehre. Marc Bierwerth, wissenschaftlicher Mitarbeiter des DiK, stellte die Lehre im Verlauf der Jahre vor. Der so genannte Darmstädter Weg – die Einführung der Ausbildung an einem 3D-CAD-System in einer PDM-Umgebung – unterlag im Laufe der Zeit auch vielen evolutionären Veränderungen. Ausgehend von ein paar wenigen Studenten in den Anfangstagen werden heute über 800 Studenten in der 3D-Modellierung und der effizienten Nutzung der Werkzeuge in CAx-Prozessketten unterrichtet.

Heutige Studenten sind mit dem Internet groß geworden und beherrschen den Umgang mit den Technologien sehr sicher, so dass die Anwendung der Werkzeuge sehr schnell gelehrt werden kann. Marc Bierwerth bezeichnete sie als Generation »Youtube«, wobei er sich als Nachfolger der Generation »MTV« sieht, also auch schon jünger als die ersten Studenten des DiKs ist. Fest verankert im Curriculum des DiKs sind mittlerweile auch internationale Lehrveranstaltungen, unter anderem mit der amerikanischen VirginaTech, zusammen mit Herrn Prof. Jan Helge Bøhn.

Erhebliches Forschungs- potenzial im PDM-Bereich

In einem Beitrag aus der Industrie stellte Herr Dr. Hans-Jörg Speck die Entwicklung von PDM-Systemen in den letzten 15 Jahren in der Automobilindustrie vor. Zwar erleichtern PDM-Anwendungen die Arbeit ungemein, jedoch sind die Ansprüche an das Produkt mit den Jahren mindestens genauso schnell gestiegen wie PDM-Systeme die Entwicklung unterstützen konnten. Folglich existiert auch weiterhin erhebliches Forschungspotenzial in diesem Bereich.

Ulrich Sälzer, Lehrbeauftragter des DiK, schloss mit seinem Vortrag über die global verteilte Produktentwicklung den fachlichen Teil des Symposiums ab. Für ihn ist die verteilte Produktentwicklung nicht mehr Vision, sondern bereits Realität. Er möchte den Studenten die Möglichkeiten, aber auch Anforderungen und Lösungen einer solchen Produktentwicklung praxisnah und kompetent vermitteln.

Mit einem abwechselungsreichen Bilderreigen ließ Prof. Anderl die 15 Jahre DiK Revue passieren. Aber auch beim Ausblick auf die Zukunft, die an der einen oder anderen Stelle bereits durchschimmerte, fasste er die Planungen bis weit in das nächste Jahrzehnt zusammen, so dass man sich schon auf die nächsten Jubiläen des DiKs freuen kann. Die Veranstaltung klang in einem geselligen Beisammensein aus, bei dem viele interessante Gespräche den Bogen von 15 Jahren DiK in die Zukunft spannten. -fr-

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