Digitale Transformation

Zögerliche Liebe des Mittelstandes

Die Innovation Alliance, ein Verbund um den IT-Anbieter Cisco, hat 500 Entscheider in mittelständischen Unternehmen befragt, wie sich Digitalisierung im Unternehmensalltag anfühlt. Fazit: Im Mittelstand ist es noch ein weiter Weg vom Kopf bis zum Herz.

Digitalisierung ist kein "kuscheliger" Weg

„Digitale Transformation“, „Industrie 4.0“ – diese und viele weitere Schlagworte sind in Wirtschaft, Medien und Gesellschaft allgegenwärtig. Trotzdem scheint das Thema gerade im deutschen Mittelstand kein Selbstläufer zu sein. Digitalisierung beginnt in den Köpfen der Entscheider. Wer die Digitalisierung vorantreiben will, muss verstehen, was und wie Entscheider über Digitalisierung denken. Daher befragte die Innovation Alliance im Rahmen einer Studie zur „Psychologie der Digitalisierung“ 500 Entscheider in mittelständischen Unternehmen (> 250 Mitarbeiter), wie sich Digitalisierung im Unternehmensalltag anfühlt. Denn meist sind die Probleme in den Köpfen größer als die technischen Herausforderungen.

55 Prozent des Mittelstands stehen noch am Beginn des Weges

In den Unternehmen herrscht Realismus: Nur die wenigsten (12%) sind der Meinung, sie hätten bereits die Hälfte des Weges zur Digitalisierung geschafft. 18% stehen am Anfang, 37% haben erste Schritte gewagt und 27% setzen sich intensiv mit der Digitalisierung auseinander. Digitalisierungsentscheidungen werden dabei in allen Abteilungen getroffen: Bis vor ein paar Jahren galt noch die einfache Gleichung: Digitalisierung = IT. Die IT-Entscheider stellen mit 21% noch die größte Gruppe, gefolgt vom Management (15%) und der Produktion (11%). Im Marketing werden dagegen nur 3% aller Digitalisierungsentscheidungen getroffen.

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Frauen haben weniger Angst

Die Auseinandersetzung mit Digitalisierung löst beim Menschen unterschiedlichste Gefühle aus. Mehr als 75% sehen Digitalisierung als rationale Pflichtveranstaltung. Für fast die Hälfte stellt sie ein Wagnis dar und fast jeder dritte Entscheider verbindet mit der Digitalisierung negative Gefühle, wie „Angst“ und „Einsamkeit“. Überraschend: Frauen (28%) in Entscheidungspositionen haben bei der Digitalisierung weniger Angst als Männer (35%).

Digitalisierung ist ein Kampf gegen „Das haben wir schon immer so gemacht“

Das Gefühl von Verlassenheit und Angst ist nicht überall gleich weit verbreitet. Die größten Bedenken gibt es in der Produktion (43%) und im Vertrieb (40%). Am gelassensten sieht man die Digitalisierung in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Fertigung und HR (je 25%). Digitalisierung heißt, vorhandene Systeme und Arbeitsweisen in Frage zu stellen und neue Wege zu gehen. Dafür müssen 29% des Managements interne Widerstände überwinden. In den Fachabteilungen sind diese größer: In Sales/Marketing kämpfen 49%, in Finance/Controlling und Produktion je 43% gegen Hürden.

Digitalisierung: Pflichtveranstaltung oder Quell der Freude?

Digitalisierung ist ein Prozess, der mit Verantwortung, Korrektheit, Leistung und Status verbunden wird. Damit diese Pflicht erfüllt werden kann, braucht es aber auch Zuversicht. Diese ist in der Produktion am größten (86%). Marketing (67%) und – interessanterweise – die IT (69%) sind da nicht ganz so zuversichtlich.

Digitalisierung macht auch Freude: Nach vorne denken, Freude am Neuen haben, die Dinge verändern. Bei IT, HR und Marketing (jeweils mehr als 75%) löst Digitalisierung besonders positive Emotionen aus. Das Management (68%) und Controlling (65%) sehen das Thema naturgemäß etwas nüchterner.

Fazit:

Mittelständische Entscheider empfinden die Digitalisierung als große Herausforderung, die außergewöhnliche Fähigkeiten erfordert. Das macht Angst und schürt Unwohlsein. Dabei können die Aufgaben, die die Digitalisierung mit sich bringt, von ganz normalen Menschen gemeistert werden. Die Innovation Alliance möchte diese Unsicherheiten abbauen und Wege aufzeigen, wie die Digitalisierung im Mittelstand gelingen kann.

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